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Reiseapotheke Checkliste: Was wirklich hinein gehört

Monatsthemen Stand: Redaktion Apothekenkurier

Eine Reiseapotheke braucht Schmerz- und Fiebermittel, Mittel gegen Durchfall mit Elektrolyten, Verbandmaterial, Sonnen- und Insektenschutz sowie die eigenen Dauermedikamente, davon laut ABDA etwa ein Drittel mehr als voraussichtlich nötig.

Reiseapotheke mit Pflastern und Medikamenten neben gepacktem Koffer für die Checkliste

Eine Reiseapotheke Checkliste ist schnell abgearbeitet: Schmerz- und Fiebermittel, Mittel gegen Durchfall samt Elektrolytpulver, Verbandmaterial, Sonnen- und Insektenschutz, dazu die eigenen Dauermedikamente mit Reserve. Die genaue Zusammenstellung hängt laut ABDA von Reiseart, Reiseziel und der medizinischen Versorgung vor Ort ab, die Apotheke berät dazu individuell.

Diese Checkliste gehört zu unserem Themenbereich Gesundheit & Ernährung.

Reiseapotheke Checkliste: Was gehört hinein?

Alles, was zur Hausapotheke gehört, ergänzt um Mittel gegen typische Reisebeschwerden. So fasst es die ABDA zusammen. Die folgenden Gruppen bündeln die Checklisten der ABDA und von aponet.de, genannt werden nur Zwecke, keine Produkte.

Grundausstattung

Verbandmaterial

Magen-Darm

Schmerzen und Fieber

Haut und Sonne

Insekten

Persönliche Dauermedikamente

Dokumente

Auf Tagestouren empfiehlt die ABDA eine kleine Grundausstattung am Mann: Mittel gegen Schmerzen und Durchfall, Desinfektionsmittel und Verbandmaterial. Der Rest bleibt im Hotelzimmer. Was auf Bergtouren bei Blasen, Zecken und Sonne zählt, lesen Sie im Beitrag zum Wandern in Bad Gastein.

Was brauchen Kinder und Babys zusätzlich?

Fieberzäpfchen oder Fiebersaft in altersgerechter Dosierung, Kochsalz-Nasenspray, eine Creme gegen wunde Haut im Windelbereich und für Kleinkinder eine Elektrolytlösung bei Durchfall. Das sind die Ergänzungen der ABDA-Checkliste für Säuglinge und Kleinkinder.

Für Säuglinge nennt die ABDA außerdem ein Mittel gegen Zahnungsbeschwerden, einen Entschäumer gegen Blähungen und einen für Säuglinge geeigneten Erkältungsbalsam, für Kleinkinder einen Hustenlöser und ein Kleinkinder-Nasenspray. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit ergänzt auf kindergesundheit-info.de Zinksalbe, ein Antihistamin-Gel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche sowie alle Notfallmedikamente, die die Kinderarztpraxis verordnet hat. Medikamente für Erwachsene sind für Kinder in der Regel nicht geeignet, auch nicht in niedrigerer Dosis.

Ein ABDA-Hinweis für den Sommerurlaub: Zäpfchen können in südlichen Ländern oder im Auto in der Sonne schmelzen, fragen Sie in der Apotheke nach Tropfen oder Säften. Mittel, die den Darm ruhigstellen, sind für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet, bei Kindern zählt die Elektrolytlösung. Was bei Magen-Darm-Infekten in der warmen Jahreszeit hilft, lesen Sie unter Durchfall im Sommer.

Was ändert sich bei Fernreisen (Thailand, Ägypten, Tropen)?

Bei Fernreisen kommt die reisemedizinische Beratung vor der Reiseapotheke. Das Auswärtige Amt rät, die Vorsorge mit ausreichendem Abstand zur Reise mit erfahrenen Tropen- oder Reisemedizinern zu besprechen, die ABDA nennt für Reiseimpfungen spätestens 6 Wochen vor Urlaubsantritt.

Ob Thailand, Ägypten, Indien oder Bali: Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts enthalten für jedes Land einen Abschnitt mit medizinischen Hinweisen. Für Malariagebiete ist laut ABDA eine passende Malariaprophylaxe unumgänglich, ob im Luxushotel oder auf Trekkingtour. Die Mittel sind rezeptpflichtig. Zusätzlich empfiehlt die ABDA für Fernreisen ein Moskitonetz, ein Trinkwasserdesinfektionsmittel und ein digitales Fieberthermometer, um Fieber in Malariagebieten früh zu erkennen. Ob ein Antibiotikum als Reserve sinnvoll ist, besprechen Sie mit Ihrer Arztpraxis.

In Ländern mit schlechter Gesundheitsversorgung sind Medikamente laut ABDA nicht zuverlässig verfügbar oder möglicherweise gefälscht, deshalb sollte die Reiseapotheke aus Deutschland vollständig mitreisen. Bei Zeitverschiebung lohnt ein Blick auf Medikamente mit festen Einnahmezeiten, etwa manche Antibabypillen. Reichlich Sonnenschutz nicht vergessen, zu sparsam aufgetragen schützt er nicht wie vorgesehen; mehr dazu im Beitrag zum Sonnenschutz.

Wie lagert man Medikamente bei Hitze?

Die meisten Arzneimittel sollen laut ABDA und aponet.de zwischen 15 und 25 Grad Celsius lagern. Der schlechteste Ort im Sommer ist das Auto: Steht es bei 30 Grad Außentemperatur im Schatten, kann sich der Innenraum auf über 70 Grad aufheizen.

Das geschlossene Handschuhfach erreicht laut ABDA über 40 Grad, relativ kühl bleibt es unter den Vordersitzen. Hitzeschäden sieht man Medikamenten von außen oft nicht an: Zäpfchen schmelzen und der Wirkstoff verteilt sich beim Abkühlen ungleichmäßig, Cremes entmischen sich, Dosieraerosole gegen Asthma verlieren ihre Dosiergenauigkeit.

Hitzeempfindliche Mittel transportiert man laut aponet.de in einer Kühltasche ohne Kühlelemente. Insulin und andere kühlpflichtige Medikamente, die zu Hause bei 2 bis 8 Grad im Kühlschrank liegen, brauchen eine Kühltasche mit Kühlakku, dürfen aber nicht einfrieren: Wickeln Sie den Akku in ein Handtuch. Bei Flugreisen gehören kälteempfindliche Medikamente laut ABDA nicht in den Koffer, weil es im Frachtraum sehr kalt werden kann. Am Urlaubsort meiden Sie Fensterbank und Badezimmer.

Was gehört ins Handgepäck (Flüssigkeitsregeln, Bescheinigung für Betäubungsmittel)?

Mindestens ein Teil der Reiseapotheke und alle Dauermedikamente. Für Flüssigkeiten gilt laut Bundespolizei: Behälter bis 100 Milliliter, zusammen in einem durchsichtigen, wieder verschließbaren 1-Liter-Beutel, ein Beutel pro Fluggast.

Flüssige Medikamente und Spezialnahrung wie Babynahrung sind von dieser Mengenbegrenzung ausgenommen, wenn sie für die Dauer der Reise benötigt werden. Die Notwendigkeit muss glaubhaft gemacht werden, ein Rezept oder ein ärztliches Attest reicht aus. An der Kontrolle legen Sie Flüssigkeiten und Medikamente getrennt vor. Die Regeln entsprechen EU-Recht und können außerhalb der EU abweichen.

Für starke Schmerzmittel und andere Betäubungsmittel gelten eigene Regeln der Bundesopiumstelle im BfArM. Bei Reisen bis zu 30 Tagen innerhalb des Schengen-Raums brauchen Sie eine ärztlich ausgefüllte Bescheinigung nach Artikel 75 des Schengener Durchführungsübereinkommens, vor der Abreise beglaubigt von der obersten Landesgesundheitsbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle. Für jedes Betäubungsmittel ist eine gesonderte Bescheinigung nötig, sie gilt höchstens 30 Tage. Außerhalb des Schengen-Raums empfiehlt das BfArM ein mehrsprachiges, ebenfalls beglaubigtes Attest mit Einzel- und Tagesdosis, Wirkstoff und Reisedauer. Manche Länder verlangen eine Einfuhrgenehmigung, begrenzen die Menge oder verbieten bestimmte Wirkstoffe ganz. Erkundigen Sie sich rechtzeitig bei der Botschaft des Reiselandes.

Wann die Reiseapotheke prüfen (Haltbarkeit)?

Vor jeder Reise, Packung für Packung. Nach Ablauf des Verfallsdatums werden Medikamente laut aponet.de unbrauchbar, auch wenn man ihnen das nicht ansieht.

Besonders kritisch sind angebrochene flüssige Arzneimittel. Viele Augentropfen sind nach dem Öffnen nur 4 Wochen haltbar, notieren Sie deshalb das Datum des ersten Öffnens auf der Packung. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit rät, Verfallsdaten in regelmäßigen Abständen zu prüfen und rechtzeitig nachzukaufen. Abgelaufenes gehört in vielen Orten in den Restmüll, nie in Toilette oder Spüle, manche Apotheken nehmen alte Medikamente freiwillig zurück. Das Auswärtige Amt empfiehlt, vor jeder Reise auch die Hausapotheke einzubeziehen, damit nichts doppelt gekauft wird.

Praktische Hinweise

Nutzen Sie den Apothekenbesuch vor der Abreise für eine kurze Beratung: Welche Mittel passen zu Reiseziel, Alter und den anderen Medikamenten? Wer dauerhaft Medikamente braucht, nimmt laut ABDA die Telefonnummern von Arztpraxis und Apotheke mit, dann kann die Apotheke nach einem Kofferdiebstahl helfen, im Ausland Ersatz zu finden. Werden Beschwerden im Urlaub nicht besser, etwa Durchfall, der nach 2 bis 3 Tagen nicht verschwunden ist, suchen Sie vor Ort eine Apotheke oder Arztpraxis auf.

Quellen

  1. Checkliste: Das gehört in die Reiseapotheke, aponet.de, Portal der Apothekerverbände (2024)
  2. Checkliste Reiseapotheke, ABDA Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (2021)
  3. Tipps rund um die Reiseapotheke, ABDA Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
  4. Checkliste Hausapotheke, ABDA Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
  5. Die Kinder-Hausapotheke, kindergesundheit-info.de, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (2026)
  6. Reisemedizinische Vorsorge, Auswärtiges Amt
  7. Reisen mit Betäubungsmitteln, Bundesopiumstelle im BfArM
  8. Flüssigkeiten an Bord, Bundespolizei
  9. Medikamente vor Hitze schützen, ABDA Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (2015)
  10. Nicht auf die Fensterbank: Medikamente im Sommer richtig lagern, aponet.de (2020)
  11. Tipps vom Apotheker: Augentropfen richtig anwenden, aponet.de (2019)
  12. Alte Medikamente richtig entsorgen, aponet.de (2025)

Redaktion Apothekenkurier · Rubrik Monatsthemen · Stand 3. November 2026. Die Beiträge ersetzen keine ärztliche Beratung.

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