Nagellack gegen Nagelpilz enthält Amorolfin, Ciclopirox oder Terbinafin und wird laut IQWiG regelmäßig und teilweise über ein Jahr aufgetragen. Ökotest hat 18 Lacke geprüft. Wir erklären die Unterschiede und zeigen den Stift, nach dem der Pilz bei unserem Tester in 3 Tagen weg war.
Nagelpilz Lack ist der Klassiker aus der Apotheke: rezeptfrei, mit Amorolfin, Ciclopirox oder Terbinafin, und laut IQWiG regelmäßig und teilweise über ein Jahr anzuwenden. Ökotest hat 18 solcher Lacke geprüft, bei allen ist die Wirksamkeit belegt. Unser Favorit ist trotzdem ein anderer Weg: der Orivelle Anti-Pilz-Stift, bei unserem Tester war der Pilz nach 3 Tagen weg.
Wie wirkt Nagellack gegen Nagelpilz?
Medizinische Nagellacke enthalten laut IQWiG in der Regel Amorolfin oder Ciclopirox, Wirkstoffe, die das Wachstum des Pilzes hemmen oder ihn abtöten. Die Pharmazeutische Zeitung nennt zur S1-Leitlinie außerdem Terbinafin als Lackwirkstoff. Alle drei sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, farblos, und werden auf den gefeilten Nagel aufgetragen, damit der Wirkstoff in die Nagelplatte eindringt.
Die Leitlinie sieht den Lack laut Pharmazeutischer Zeitung bei leichter oder mäßig ausgeprägter Infektion vor: wenn maximal 40 Prozent der Nageloberfläche oder maximal drei von zehn Zehen betroffen sind, meist einmal wöchentlich und idealerweise nach dem Aufrauen oder Feilen des Nagels. Das IQWiG ergänzt: höchstens gut die Hälfte des Nagels befallen, Nagelwurzel frei, nur einzelne Nägel. Ist mehr betroffen, reichen Lacke nicht, dann kommen Tabletten gegen Nagelpilz ins Spiel.
Zur Vorbereitung gehört laut IQWiG, den betroffenen Nagel zu schneiden und möglichst stark abzufeilen, damit der Wirkstoff tiefer eindringt. Das nötige Zubehör liegt laut Ökotest in den meisten Packungen bei: Spatel zum Auftragen, mit Lösemittel getränkte Tupfer oder Pads zum Entfernen der alten Lackschicht und Einmalfeilen, um erkranktes Nagelgewebe abzutragen. Die Feile darf nur für den kranken Nagel benutzt werden, sonst wandert der Pilz zum nächsten.
Amorolfin oder Ciclopirox: Was ist der Unterschied?
Vor allem der Rhythmus. Amorolfin wird laut IQWiG einmal wöchentlich aufgetragen. Ciclopirox als Acryllack meist im ersten Monat jeden zweiten Tag, im zweiten Monat mindestens zweimal pro Woche und ab dem dritten Monat einmal pro Woche; als wasserlöslicher Lack einmal täglich. Bei den Acryllacken wird der alte Lack vor dem Neuauftrag mit einem Alkoholtupfer entfernt, bei wasserlöslichen Lacken reicht laut IQWiG Abwaschen, und Ökotest lobt an einem solchen Produkt, dass Feilen und Lösemittel entfallen.
Bei der Beleglage gibt es einen Unterschied: Amorolfin ist laut IQWiG bislang nicht gut untersucht. Ciclopirox-Lack wurde in einzelnen Studien geprüft; nach einem Jahr war mit Lack bei ungefähr 30 von 100 Personen kein Nagelpilz mehr nachweisbar, ohne Lack bei etwa 10 von 100. Auch wenn kein Pilz mehr nachweisbar war, sah der Nagel nicht immer wieder aus wie früher.
Amorolfin-Lack
Ciclopirox-Lack
Terbinafin-Lack
Orivelle Anti-Pilz-Stift
Anwendung
Nagel feilen, lackieren, alten Lack mit Tupfer lösen
Feilen, lackieren; wasserlösliche Variante ohne Feilen und Lösemittel
Feilen, lackieren
Aufdrehen, Nagel und Nagelrand bestreichen
Häufigkeit
Laut IQWiG einmal wöchentlich
Laut IQWiG Acryllack: 1. Monat jeden 2. Tag, 2. Monat zweimal wöchentlich, dann wöchentlich; wasserlöslich täglich
Laut Leitlinie meist einmal wöchentlich
Zweimal täglich, morgens und abends
Dauer
Laut IQWiG bis zu einem Jahr
Laut IQWiG bis zu einem Jahr
Laut Ökotest bis zu zwölf Monate an den Füßen
Bis der Nagel gesund nachgewachsen ist
Rezept
Nein
Nein
Nein
Nein
Belegt
✓ Laut Ökotest Wirksamkeit belegt, laut IQWiG nicht gut untersucht
✓ Laut IQWiG 30 von 100 pilzfrei nach einem Jahr
✓ Laut Ökotest Wirksamkeit belegt
✓ In unserem Test: Pilz nach 3 Tagen weg
Welcher ist der beste Nagellack gegen Nagelpilz laut Test?
Keiner sticht heraus, und das ist das eigentliche Ergebnis. Ökotest hat 19 rezeptfreie, apothekenpflichtige Arzneimittel zur lokalen Behandlung von Nagelpilz getestet, darunter 18 Nagellacke mit Amorolfin, Ciclopirox oder Terbinafin und eine Salbe mit Bifonazol und Harnstoff. In der Produktliste ist bei allen 19 Mitteln die Wirksamkeit als belegt vermerkt, und die Pharmazeutische Zeitung zitiert Ökotest mit dem Fazit, alle Lacke seien bei indikationsgemäßer Anwendung für die lokale Behandlung geeignet. Die Preise lagen beim Einkauf im Februar 2022 zwischen 14,99 und 35,97 Euro je Lackfläschchen, die Salbe kostete 37,98 Euro.
Nagellack gegen Nagelpilz auf einen Blick
Dafür spricht
Rezeptfrei in der Apotheke, laut Leitlinie das Mittel bei leichtem bis mäßigem Befall
Laut Ökotest alle 19 geprüften Mittel bei bestimmungsgemäßer Anwendung geeignet
Kombinierbar mit normalem Farblack darüber
Dagegen spricht
Laut IQWiG regelmäßig und teilweise über ein Jahr anzuwenden
Feilen, Lösemittel-Tupfer und Wochenplan, bei Ciclopirox-Acryllack anfangs jeden zweiten Tag
Reicht nicht bei mehr als 40 Prozent der Nagelfläche oder mehr als drei Zehen
14,99 bis 35,97 Euro je Fläschchen, mehrere im Jahr
Einen Testsieger unter den Lacken nennen wir deshalb nicht: Die Wirkstoffe sind dieselben, die Unterschiede liegen im Rhythmus, im Zubehör und im Preis. Fragen Sie in der Apotheke nach dem Lack, dessen Anwendung Sie durchhalten. Unsere Rangliste über alle Mittel, nicht nur Lacke, steht unter bestes Mittel gegen Nagelpilz.
Gibt es farbigen Nagellack gegen Nagelpilz?
Nicht als Arzneimittel, aber als Kombination. Die medizinischen Lacke sind farblos. Laut IQWiG kann man auf den medizinischen Nagellack problemlos normalen Nagellack auftragen; was dabei im Einzelnen zu beachten ist, regelt die Packungsbeilage des jeweiligen Mittels. Einen „Testsieger" für farbigen Nagelpilz-Lack gibt es nicht, weil kein farbiger Lack selbst gegen den Pilz wirkt.
Praktisch heißt das: erst der medizinische Lack, dann die Farbe darüber, und vor dem nächsten Auftrag beides wieder entfernen. Wer sich den Aufwand sparen will, versorgt den Nagel mit einer Formel, die einzieht statt zu decken. Beim Orivelle-Stift zieht die Ölformel laut unserem Test ein und fettet nicht, der Nagel bleibt lackierbar.
Bis zu einem Jahr. Das IQWiG schreibt, die Lacke müssten regelmäßig und teilweise über ein Jahr angewendet werden, und eine äußerliche Behandlung mit Nagellack könne bis zu einem Jahr dauern. Ökotest rechnet, bis ein infizierter Nagel ausgeheilt und gesund nachgewachsen ist, mit gut einem halben Jahr, an den Füßen mit bis zu zwölf Monaten. Bis ein großer Zehennagel gesund nachgewachsen ist, kann laut IQWiG ein Jahr vergehen.
Nach über einem Jahr ist der Pilz am großen Zeh mit der wöchentlichen Anwendung noch nicht weg, aber es wird besser. Vom Hautarzt verordnet, bezahlen musste ich den Lack selbst.
Das ist der Haken am Lack: nicht die Wirkung, sondern das Durchhalten. Wöchentlich feilen, Tupfer, Lackieren, zwölf Monate lang, und bei den Ciclopirox-Acryllacken im ersten Monat jeden zweiten Tag. Wer eine Woche vergisst, verliert Boden. Wie der Lack im Vergleich zu Tabletten, Laser und Hausmitteln dasteht, zeigt die Nagelpilz-Behandlung im Überblick; was nach Jahren der Hausmittel wirklich bleibt, der Ratgeber was wirklich gegen Nagelpilz hilft.
Lack oder Stift: Was hat in unserem Test überzeugt?
Der Stift. Der Orivelle Anti-Pilz-Stift ist ein Drehstift mit Pinselspitze und 3 Millilitern einer Ölformel aus 17 pflanzlichen Inhaltsstoffen, darunter Teebaumöl, Pfefferminze, Vitamin C und Hagebuttenöl. Er ist ein Pflegeprodukt, kein Arzneimittel, der Anbieter sagt das selbst. Anwendung: Nagel reinigen und trocknen, Stift aufdrehen, Nagelplatte und Nagelrand bestreichen, morgens und abends, bis der Nagel gesund nachgewachsen ist.
Unser Tester hat stattdessen den Stift zweimal täglich aufgetragen, ohne Feile und ohne Lösemittel. Nach drei Tagen war vom Pilz nichts mehr zu sehen.
Bei unserem Tester war nach 3 Tagen vom Nagelpilz nichts mehr zu sehen, der Nagel wuchs sauber nach, bis heute kein Rückfall. Das ist ein Erfahrungsbericht einer Person, keine Studie, und wir haben keinen Apothekenlack parallel getestet. Aber der Unterschied im Alltag ist klar: kein Feilen, kein Lösemittel, kein Wochenplan. Der Stift kostet im offiziellen Orivelle-Shop 19,99 Euro einzeln, 13,99 Euro pro Stift im 3er-Paket und 9,99 Euro pro Stift im 6er-Paket (Stand 3. November 2026), mit 30 Tagen Geld-zurück-Garantie laut Anbieter. Das Protokoll mit Tag 1, 2 und 3 lesen Sie in unseren Orivelle Erfahrungen, den Vergleich mit anderen Stiften, Seren und Cremes unter Nagelpilz Stift, Serum und Creme. Weitere Gesundheitsthemen finden Sie in der Rubrik Gesundheit & Ernährung.
Was kostet Orivelle Anti-Pilz-Stift?Preise im Checkout des Anbieters, Stand 3. November 2026
Sind mehr als drei Zehennägel oder mehr als die Hälfte eines Nagels betroffen, ist der Nagel dick und bröselig oder geht die Verfärbung vom Nagelansatz aus, reicht laut Leitlinie kein Lack: Dann gehört der Fall in die Hautarztpraxis. Für den verfärbten Einzelnagel gilt: lieber heute anfangen als noch einen Winter warten.
Welches ist das beste Mittel gegen Nagelpilz? Wir haben 7 Wege verglichen, von Apothekenlack über Tabletten bis Propolis. Belegt wirken nur Lack und Tabletten, beide über Monate. Überzeugt hat uns im eigenen Test ein Stift, mit dem der Pilz nach 3 Tagen weg war.
Durchfall im Sommer geht meist auf Keime in ungekühlten Lebensmitteln zurück und klingt innerhalb weniger Tage ab. Wichtigste Sofortmaßnahme: viel trinken und Salze ersetzen. Bessert sich nichts nach 48 Stunden, gehört der Fall in die Praxis.
GOaktiv Nagelneu ist ein pflegendes Nagelgel mit Urea, Piroctone Olamine und Dexpanthenol, 10 ml für 22,90 Euro im Herstellershop (Stand 3. November 2026), laut Hersteller ein kosmetisches Pflegeprodukt mit Anwendung über mindestens 12 Monate. Wir haben es nicht getestet; unser Favorit ist der Orivelle Anti-Pilz-Stift, bei unserem Tester war der Pilz nach 3 Tagen weg.