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13. August – Internationaler Tag der Linkshänder

Heutzutage werden Linkshänder zwar nicht mehr verbrannt, wie es noch im Mittelalter geschah, trotzdem gilt die linke Hand häufig immer noch als die „falsche“ Hand. Alles, was recht ist, aber mit diesem Murks können Sie am internationalen Tag der Linkshänder aufräumen.

 

Links hat einen schlechten Ruf, das zeigt auch ein kleiner Blick auf die Sprachgeschichte: Während das lateinische Wort für links, „sinistrum“, auch böse, düster, unheilvoll meint, bedeutet das Pendant für rechts, „dexter“, Aufrichtigkeit, Beständigkeit und Geschicklichkeit. Und auch im Umgang miteinander kommt Links nicht gut weg: Im Volksglauben bringt es zum Beispiel Unglück, wenn man jemandem die linke Hand zum Gruß reicht. Die Tatsache, ob man nun vorwiegend die linke oder die rechte Hand benutzt, um mit der Welt in Kontakt zu treten, hat also eine deutliche ideologische Dimension.

 

Ein unbeliebter Tag für eine unbeliebte Hand

Weil auch er dies erkannte, rief der Amerikaner Dean Campbell im Jahr 1976 den Welttag der Linkshänder ins Leben. Sein Ziel: auf den Irrglauben der „richtigen“ und „falschen“ Hand und die daraus resultierende Diskriminierung von Linkshändern aufmerksam zu machen. Dass der Tag damals auf Freitag, den 13. August fiel, kam ihm da gerade gelegen, denn schließlich leidet dieser Tag völlig ungerechterweise und aus bloßem Aberglaube heraus an seinem schlechten Image – ähnlich wie Linkshänderinnen und Linkshänder.

 

Hände weg von Linkshändern!

Aber ist die individuelle „Händigkeit“ nun angeboren oder antrainiert? Kann man Linkshändigkeit vielleicht sogar „korrigieren“? Davon raten Wissenschaftler und Ärzte heute dringendst ab. Ihren Erkenntnissen zufolge haben wir Menschen bereits ab dem achten Lebensmonat eine bevorzugte Hand, mit der wir greifen. Und ungefähr ab dem dritten Lebensjahr haben wir eine deutliche Vorliebe für eine Hand ausgeprägt. Zwar ist es danach noch möglich, sich selbst so zu konditionieren, dass auch die „andere“ Hand trainiert und feinmotorisch ausgebildet wird. Eine Notwendigkeit hierzu besteht aber im Grunde nur dann, wenn die ursprünglich bevorzugte Hand aus irgendwelchen Gründen nicht mehr uneingeschränkt einsatzfähig ist, beispielsweise wegen eines Unfalls.

 

Ob positiv oder negativ – Mythos bleibt Mythos

Schätzungen zufolge sind zwischen 10 und 25% der Bevölkerung Linkshänder. Immer wieder hört man Gerüchte, Linkshänder seien besonders kreativ oder durchsetzungsstark. Schließlich sei der Ex-Beatle Paul McCartney genauso Linkshänder wie Pablo Picasso, Angelina Jolie, Jimi Hendrix oder Barack Obama. Da muss dann doch etwas dran sein, oder? Ganz ehrlich, wahrscheinlich nicht! Zumindest gibt es bisher keinerlei belastbare Forschungsergebnisse, dass Linkshändigkeit mit einer besonderen charakterlichen Ausprägung irgendeiner Art im Zusammenhang steht. Und wahrscheinlich entschloss sich Campbell zu seinem Welttag der Linkshänder auch deswegen, um auf solche Arten von Missverständnissen aufmerksam zu machen. Denn im Grunde gibt es zwischen Links- und Rechtshändern nur einen einzigen Unterschied, und der ist nun wirklich nicht dazu geeignet, um irgendeinen Menschen, egal ob Links- oder Rechtshänder:in, auszugrenzen.

 

 

 

 

 

 

 

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