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Schlecht sehen in der Dämmerung

„Ich würde ja sehr gerne noch bleiben, aber ich möchte vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause sein.“ Wer ältere Menschen kennt, hat diesen Satz in seinem Bekanntenkreis bestimmt schon häufiger gehört.

 

Frühe Dunkelheit ist, insbesonders in Verbindung mit Regen eine ungünstige Kombination. Irgendwann kommt fast jeder in ein Alter, in dem man sich in der Dämmerung am Steuer unsicher fühlt, weil die Sehkraft nachlässt. Im Zweifelsfall büßt man damit einen großen Teil seiner Selbstständigkeit ein. Denn wer beispielsweise in ländlichen Regionen mit schlechter Verkehrsanbindung wohnt und auf sein Auto angewiesen ist, muss dann zumindest im Herbst und Winter auf viele Abendveranstaltungen verzichten. Es ist normal, dass wir im Dunkeln schlechter sehen als am Tag, denn der Mensch ist ein tagaktives Lebewesen und seine Augen sind dem Tag angepasst. Weil Sehschwierigkeiten aber auch auf Erkrankungen beruhen können, empfiehlt sich die jährliche Augenkontrolle durch den Facharzt.

 

Nachts sind alle Katzen grau

Mit den Sehzellen – den Stäbchen und Zäpfchen – nehmen wir unsere Umwelt wahr. Tagsüber ermöglichen uns die Zapfen das Farbsehen, nachts sind die Stäbchen am Zug. Sie sind für das Hell- und Dunkelsehen zuständig und lassen uns Kontraste erkennen. Da sie aber keine Farben unterscheiden, sind für uns in der Nacht buchstäblich alle Katzen grau.

 

Trübe Sicht hat unterschiedliche Ursachen

Wenn bei Regen in der Dämmerung der Gegenverkehr derart blendet, dass man „im Dunkeln steht“, kann das an einer Linsentrübung (Grauer Star) liegen. Durch die Trübung wird das Scheinwerferlicht entgegenkommender Fahrzeuge stark gestreut. Der Fahrer wird geblendet und kann oft die Fahrbahn kaum noch erkennen.

 

Eine gefährliche Situation. Möglicherweise liegt es aber auch an der Weite der Pupillen, deren Beweglichkeit im Alter nachlässt. Normalerweise weitet sich die Pupille mit zunehmender Dämmerung, damit mehr Licht auf die Netzhaut fallen kann. Doch bei älteren Menschen bleibt die Pupille enger und es kommt zu wenig Licht ins Auge. Das führt dazu, dass entgegenkommende Autos nicht mehr so gut gesehen werden. Die zu enge Pupille kann auch durch bestimmte Medikamente verursacht werden. Ein weiteres Phänomen ist die sogenannte „Nachtkurzsichtigkeit“. Weil sich die Pupillen weiten, kann es bei Menschen, die ansonsten tagsüber gut sehen, zu einer Kurzsichtigkeit kommen, weil sich das Licht durch die weitgestellten Pupillen anders bricht.

 

Sehkraft erhalten, Selbstständigkeit bewahren

Eine Trübung der Augenlinse lässt sich durch eine Operation beseitigen. Hierbei wird die getrübte Linse durch eine Kunstlinse ersetzt, die dem Patienten wieder den Blick klärt.

Die Operation gehört mittlerweile zu den Routineeingriffen und kann sogar Sehschwächen wie Kurz- und Weitsichtigkeit ausgleichen. Eine Nachtkurzsichtigkeit lässt sich mit einer speziellen Brille korrigieren. Eine zu enge Pupille (Miosis) lässt sich nicht so leicht korrigieren, weshalb es besser ist, sich im Dunklen nicht mehr hinter das Steuer zu setzen. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung insbesondere eine ausreichende Zufuhr des Augenvitamins A, unterstützt die Augengesundheit.

 

 

 

 

 

 

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