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Auch die Ohren „sehen“

Laute, leise, schrille und dumpfe Geräusche, von allen Seiten. Unsere Ohren sind permanent im Einsatz. Weil wir zwei davon besitzen, sind wir in der Lage, stereo und damit räumlich zu hören.

 

Besonders gut ist das bei der paralympischen Disziplin Blindenfußball zu erkennen. Zwei sehbehinderte Mannschaften treten gegeneinander an. Damit alle die gleichen Voraussetzungen haben, tragen die Spieler Dunkelbrillen. Nur die beiden Torwarte sind Sehende, zusätzlich gibt es noch einen Guide, der sich hinter dem gegnerischen Tor steht und seine Mannschaft akustisch unterstützt. Im Spielball sind Rasseln oder Klingeln. Anhand seiner akustischen Signale sind die Spieler in der Lage zu erkennen, wo sich der Ball befindet. Ein sehr beeindruckendes Beispiel für das sogenannte plastische Hören. 

 

Dass unsere Ohren ständig „offen“ sind, liegt daran, dass sie auf Warngeräusche reagieren. Ein Prinzip, das sich in der Evolution bewährt hat. Im Alltag setzen wir ständig darauf. Wasserkessel pfeifen, vor Feuern warnt eine Sirene und jedes Auto besitzt eine Hupe. Wer seine Augen gerade woanders hat, kann sofort angemessen reagieren. Viele Menschen mit einer Hörminderung haben sich mit ihrem Zustand arrangiert und glauben trotzdem gut zurechtzukommen. Abgesehen davon, dass ihnen viel entgeht, wird das Leben ohne gutes Gehör ärmer und vor allem oft gefährlicher.

 

 

 

 

 

 

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