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5. Juni – Tag der Organspende

Es kommt nicht oft vor, dass sich Glaubensgemeinschaften ausdrücklich für bestimmte Behandlungsmethoden aussprechen. Bei der Organspende ist das anders. Gleich mehrere Päpste bezeichneten sie als besonderen Akt der Nächstenliebe.

 

Und genau das trifft es. Denn mit der Entscheidung, nach dem eigenen Tod seine Organe an Menschen weiterzugeben, die dringend darauf angewiesen sind, rettet man Leben und spendet den Empfängern gleichzeitig erheblich mehr Lebensqualität. Ein gutes Beispiel ist die Nierentransplantation. Sie kann Menschen, die seit Jahren dreimal pro Woche immer wieder zur Blutwäsche mit einer Dauer von mehr als 4 Stunden gehen müssen, ein nahezu normales Leben zurückgeben. 2019 wurde diese Operation in Deutschland 1.524-mal durchgeführt. 726 Menschen bekamen eine neue Leber. Die Zahl der Lungen- und Herztransplantationen liegt mit 329 und 324 Fällen nahezu auf einer Höhe.

 

Es hat sich also viel getan, seit der Herzchirurg Dr. Christiaan Barnard 1967 in Kapstadt die erste Herztransplantation durchführte. Die Gründe für diese Erfolgsgeschichte liegen neben inzwischen ausgefeilten Operationstechniken vor allem auch in der Entwicklung moderner Medikamente, die die Abstoßung der neuen Organe durch das Immunsystem des Empfängers verhindern sollen.

 

Es fehlt an Spenderorganen

Dennoch fehlt es insbesondere an Spenderorganen. Deshalb waren 2021 hierzulande insgesamt 9.192 Patienten auf der Warteliste – 2019 warteten davon 7.148 auf eine neue Niere. 722 hofften auf ein neues Herz und 868 auf eine Spenderleber.

Ärztinnen und Ärzte raten daher, sich mit dem Thema in der Familie dann zu befassen, wenn alle noch bei bester Gesundheit sind. Denn dann weiß jeder, wie der potenzielle Organspender zu Lebzeiten über das Thema gedacht hat. Dokumentieren kann man dies mit dem Organspenderausweis. Liegt dieser nicht vor, ist es Sache der Angehörigen, die Entscheidung zu treffen. Diese haben aber gerade einen geliebten Menschen verloren und sind damit oft völlig überfordert. Hat der Familienrat aber in guten Zeiten bereits getagt, ist es für alle viel leichter.

 

Klare Regeln für die Auswahl

Besonders reißerische Filmproduktionen über den Organhandel haben dazu geführt, dass manche Menschen der Organspende misstrauen. Dies mag in wenigen Ländern berechtigt sein, in Europa ist es das nicht. Hier haben sich acht Staaten zur Stiftung Eurotransplant zusammengeschlossen. Dorthin werden sowohl die Patienten als auch mögliche Spenderorgane gemeldet. Die Entscheidung für die Transplantation fällt dann nach Dringlichkeit, Erfolgsaussichten und natürlich der Frage, ob das Organ zum jeweiligen Patienten passt.

 

Auch Zweifel, ob die Spender wirklich gestorben sind, sind unberechtigt. Denn vor einer Spende müssen mindestens zwei besonders qualifizierte Fachärzte unabhängig voneinander den sogenannten unumkehrbaren Hirntod feststellen. Mehr Sicherheit kann es nicht geben. Denken Sie doch einfach am 5. Juni einmal über das Thema im Kreise Ihrer Lieben nach. Wer hat schon die Chance, nach dem eigenen Tod zum Lebensretter zu werden?

 

 

 

 

 

 

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