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Es liegt was in der Luft …

Schniefen, Jucken, Husten, gereizte Haut … Laut Robert-Koch-Institut (RKI) hat jeder dritte Erwachsene mindestens einmal im Leben mit einer Allergie zu tun, Tendenz steigend. Schadstoffe in der Luft verschlimmern das Problem.

 

Warum bestimmte Stoffe bei dem einen Menschen eine allergische Reaktion auslösen und bei dem anderen nicht, das ist auch unter Medizinern ungeklärt. Die Deutsche Lungenstiftung nennt aber mehrere Faktoren, von denen bekannt ist, dass sie das Risiko erhöhen, an einer Allergie zu erkranken: Dazu zählen familiäre Vorbelastung und unbehandelter „Heuschnupfen“, Rauchen, Nicht-Stillen und der Verzehr industriell verarbeiteter Lebensmittel ebenso wie übermäßige Hygiene. Die sogenannte „Hygienehypothese“ besagt, dass gründliche oder sogar übertriebene Hygiene vor allem bei Kindern dazu führt, dass ihr Immunsystem nicht ausreichend aktiviert wird. Es ist dadurch „unterbeschäftigt“ und stürzt sich auf Substanzen, die eigentlich gar nicht schädlich für den Körper sind – die Allergene.

 

Risiko dreckige Luft

Ein wichtiger Faktor ist aber auch die allgemeine Luftverschmutzung. So kann nach Informationen der Deutschen Lungenstiftung eine erhöhte Feinstaubbelastung – zum Beispiel durch Auto- und Industrieabgase, Zigarettenrauch oder Heizungsanlagen – bestehende Allergien verstärken. Denn die ultrafeinen Partikel können besonders weit in die tieferen Lungenabschnitte vordringen, sich dort festsetzen und Entzündungen hervorrufen.

 

Die Schadstoffe könnten darüber hinaus die Atemwegsschleimhaut durchlässiger für Allergene machen und die Bildung von allergieauslösenden IgE-Antikörpern und  Botenstoffen anregen. Der Ärzteverband Deutscher Allergologen sieht darüber hinaus Hinweise darauf, dass Abgase bei Menschen mit entsprechender genetischer Veranlagung eine allergische Überempfindlichkeit verursachen können, zu der es ohne den Dieselruß gar nicht kommen würde.

 

Zum Risiko der Luftverschmutzung kommt für Pollen- allergiker eine klimabedingte Verschärfung der Risikolage hinzu, betont der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB).

 

Durch die Erderwärmung beginnt die Pollenflugzeit inzwischen früher und hält auch länger an. So ist es möglich, dass im November die letzten Gräser- und Brennnesselpollen und im Dezember schon die ersten Haselnusspollen fliegen.

Zudem diskutieren Wissenschaftler darüber, ob Pflanzen in der Stadt als Reaktion auf wachsenden Stress durch  Boden- und Luftschadstoffe, Asphaltversiegelung und Nährstoffmangel „aggressivere“ Pollen bilden, um sich trotz widriger Umweltbedingungen weiterhin fortpflanzen zu können. Möglicherweise könnten so Menge und Stärke der Pollenallergene vor allem im städtischen Raum zunehmen, sodass immer mehr Menschen überempfindlich auf sie reagieren.

 

Übrigens

Auf den Seiten www.pollentrend.de des DAAB und des BKK-Dachverbands können Pollenallergiker selbst mitteilen, wann und wo sie aktuell in ihrer Region allergische Beschwerden durch Pollen haben. Je mehr Menschen mitmachen, desto genauer die Infos für alle! 

 

 

 

 

 

 

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