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Zum Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus sind Alltagsmasken unverzichtbar. Trotzdem sollten Eltern und Erzieher im Umgang mit Kleinkindern

Wenn möglich Gesicht zeigen

Es gibt den Sonnabend, die Sonnenblume, den Sonnenkönig – und das Sonnenvitamin. Diesen umgangssprachlichen Namen erhielt das Vitamin D, weil die Sonne bei dessen Entstehung eine wichtige Rolle spielt. Denn anders als die meisten Vitamine nehmen wir Vitamin D nicht hauptsächlich durch unsere Nahrung auf, sondern bilden es selbstständig in unserer Haut.

 

Im Umgang mit Kindern ist die Verständigung von Angesicht zu Angesicht enorm wichtig, betont der Landesverband Hamburg des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Mimik, Gestik, Stimme und die Gefühle, die sich darin ausdrücken, würden von den Kindern ganz genau wahrgenommen und gedeutet.

 

„Für die persönliche Bindung und für den Spracherwerb kann es daher sehr problematisch sein, wenn die Bezugsperson Mund und Nase bedeckt, da dem Kind in diesem Fall wichtige nonverbale Signale fehlen.“ Von Geburt an sind Babys stark auf menschliche Gesichter fixiert: Sie beobachten fasziniert, welche Gefühle sich darin ausdrücken, und ahmen verschiedene Gesichtsausdrücke nach. Ein starres Gesicht ohne erkennbare Mimik kann Panik bei ihnen auslösen. Im Spiegel des Gegenübers, so die ASB-Pädagoginnen, lerne das Kind, die eigenen Emotionen wahrzunehmen und Gefühlsausdrücke bei anderen zu erkennen – wichtige Voraussetzungen für eine gesunde emotionale und soziale Entwicklung. „Je jünger das Kind, desto wichtiger ist es also, ihm mit freiem Gesicht gegenüberzutreten.“ Auch um sprechen zu lernen, muss ein Kind die Sprache des Gegenübers gut wahrnehmen zu können. Unter dem Stoff des Mund-Nasen-Schutzes klingt die Sprache aber gedämpft, Laute und Wörter lassen sich nicht mehr so gut unterscheiden.

 

Für den Alltag heißt das, dass es einem Baby guttut, wenn seine Eltern so viel und so intensiv wie möglich ohne Maske mit ihm kommunizieren, denn es braucht jetzt eine Extraportion Innigkeit. Und: Es muss Bezugspersonen auch im öffentlichen Raum möglich sein muss, ihr weinendes Baby – mit gebührendem Abstand zu anderen Menschen – mal ohne Maske zu trösten.

 

 

 

 

 

 

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