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Luftwäscher gegen Viren?

Sie umgibt uns, durchdringt uns, streichelt und umschmeichelt uns. Dennoch steht es mit ihrem Image nicht zum Besten. Zu viele Schornsteine blasen ihre Wolken in sie hinein, vibrierende Auspuffe reichern sie mit Klimakillern und Feinstaub an, willfährig trägt sie Pflanzenpollen in Allergikernasen und, seit ein paar Monaten, auch Coronaviren. Die Rede ist von der Luft. Bei all diesen Belastungen erscheint es doch nur sinnvoll, unsere Atemluft zu reinigen. Übernehmen sollen diese Mammutaufgabe sogenannte Luftwäscher.

 

Seit vielen Jahren arbeitet die Industrie an Luftfiltern. Mit der Erkenntnis, dass sich das neuartige Coronavirus vor allem durch Aerosole innerhalb der Atemluft verbreitet, haben Filter zur „Luftreinigung“ noch an Bedeutung gewonnen. Doch welche Arten der Luftaufbereitung gibt es überhaupt?

 

Mit Filtern gegen Gerüche, Partikel und Krankheitserreger

Im Grunde arbeiten die meisten Systeme nach demselben Prinzip: Luft wird durch ein mechanisches System geleitet, innerhalb dessen problematische Mikroorganismen und andere Partikel herausgefiltert oder unschädlich gemacht werden. Viele Anbieter werben außerdem damit, dass auch Haushaltsgerüche von der Essenszubereitung, dem Rauchen oder Haustieren neutralisiert werden. Zum Einsatz kommt dabei neben hochentwickelten Aktivkohlefiltern, die insbesondere bei Pollen und Sporen gute Ergebnisse liefern, Schwebstofffilter, die sogenannten HEPA-Filter (High-Efficiency Particulate Air/Arrestance), die zum Beispiel auch in Operationsräumen, Intensivstationen und Laboratorien verwendet werden. Diese Filter müssen allerdings regelmäßig ersetzt werden.

 

Schadstofffrei durch Luft und Licht

Ein weiterer Ansatz, der bei Luftwäschern verfolgt wird, nutzt UV-Licht, um Pathogene nicht einzufangen, sondern sie zu zerstören. Diese Bestrahlung kann sowohl innerhalb des Geräts stattfinden, wodurch ausschließlich die durchgeleitete Luft sterilisiert wird. Oder man nutzt die UV-Strahlung, um ganze Oberflächen zu bestrahlen, beispielsweise in Büroräumen. Hierbei sollten Nutzer jedoch darauf achten, Haut und Augen vor eventuell schädlicher Strahlung zu schützen. Relativ neu ist die sogenannte Kaltplasma-Technologie, bei der ionisiertes Gas die Oberfläche von Bakterien, Schimmelpilzen, Viren und anderen biochemischen Schadstoffen angreift. Der Vorteil: Schadstoffe werden unschädlich gemacht, ohne dass Desinfektionsmittel zum Einsatz kommen, die Mensch und Umwelt zusätzlich belasten könnten.

 

Informieren Sie sich vor dem Kauf

Bei der Verwendung von „Luftwäschern“ sollten Verbraucher dennoch ein paar grundlegende Regeln beachten. Beispielsweise sollten Geräte auf Basis der Kaltplasma-Technologie kein Ozon produzieren, da dieses die Atemwege zusätzlich reizen kann. Handelt es sich um ein Gerät, das die Luft nicht nur reinigt, sondern auch befeuchtet, sollte der dafür nötige Wassertank regelmäßig gereinigt werden, um einen Keimbefall zu vermeiden. Grundlegende Hygiene ist also in jedem Fall noch nötig. Außerdem können krankmachende Ausdünstungen, beispielsweise aus Möbeln, zwar reduziert, aber eben nicht beseitigt werden. Hier hilft nur: raus mit den stinkenden Möbeln, rein mit dem Luftwäscher.

 

 

 

 

 

 

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