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Krebsrisiko senken: Vorbeugen durch Vielfalt

Der Mensch ist, was er isst. Für den Satz des längst verstorbenen Philosophen Ludwig Feuerbach spricht auch heute noch einiges – nicht zuletzt in Medizin und Krebsforschung.

 

Persönliche Lebens- und Essgewohnheiten spielen bei der Entstehung vieler Krebsarten eine Rolle. So geht die Weltgesundheitsorganisation WHO davon aus, dass ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel an 30 Prozent aller Krebsfälle in den westlichen Ländern beteiligt sind. Körpergewicht, Bewegung und Ernährung beeinflussen beispielsweise das Risiko für Brustkrebs, zumindest bei Frauen nach den Wechseljahren, und auch Darmkrebs. Übergewicht erhöht das Risiko ebenfalls deutlich. Um vorzubeugen, ist laut Deutschem Krebsforschungszentrum in Heidelberg eine abwechslungsreiche Kost, die reich an pflanzlichen Lebensmitteln ist, am besten geeignet. 

 

Die Wissenschaftler verweisen dabei auf die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der WHO, die unter ihren Empfehlungen, wie man sein persönliches Risiko senken kann, auch Tipps zur gesunden Ernährung gibt. So empfiehlt sie neben regelmäßiger Bewegung im Alltag, häufig Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse zu essen. Kalorienreiche Lebensmittel mit viel Fett und/oder Zucker gilt es dagegen zu vermeiden, ebenso zuckerhaltige Getränke. Industriell verarbeitetes Fleisch, rotes Fleisch und salzreiche Lebensmittel sollten möglichst wenig konsumiert werden. Auch vom Alkohol sollten die Menschen eher lassen, denn er ist nachweislich an der Entstehung von Mundhöhlenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Lebertumoren, Dick- und Enddarmkrebs sowie von Brustkrebs (bei Frauen) beteiligt.

 

Andere Lebensmittel wiederum haben eine schützende Wirkung, die das Krebsrisiko senkt. Dazu zählen ballaststoffreiches Getreide, Obst und Gemüse, die auch reichlich zellschützende Antioxidantien enthalten. Isolierte Nährstoffe in Tabletten- oder Pulverform sind nur bei einem tatsächlichen Mangel und in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt empfehlenswert.

 

Bei all dem ist klar: Auch eine noch so gesunde Lebensweise bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor Krebs.  Es gibt junge sportliche Menschen, die scheinbar aus heiterem Himmel an Krebs erkranken: weil es irgendwo in ihrem Körper bei einer Zellteilung zu einem zufälligen genetischen Fehler kam, weil weitere Fehler schließlich zu einem Tumor führten. Gesund zu essen und sich viel zu bewegen ist immer sinnvoll – auch um Krankheiten im Allgemeinen vorzubeugen. Bekommt ein Mensch Krebs, bedeutet das aber nicht, dass er sich falsch ernährt oder wichtige Faktoren übersehen hat. Niemand ist „schuld“ an seiner Erkrankung! 

 

Gesund ernähren, Immunabwehr stärken:

Das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung:

Die „10 Regeln“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung haben zwar nicht ausdrücklich zum Ziel, Krebs vorzubeugen. Aber sie sollen Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungs-

fähigkeit stärken – und dadurch auch die Immunabwehr.

 

1 Die Lebensmittelvielfalt genießen

2 Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag“

3 Vollkorn wählen

4 Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen

5 Gesundheitsfördernde Fette nutzen

6 Zucker und Salz einsparen

7 Am besten Wasser trinken

8 Schonend zubereiten

9 Achtsam essen und genießen

10 Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben

 

 

 

 

 

 

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