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Seltene Erkrankungen: Das Nervenleiden: NMOSD

Schätzungen zufolge sind hierzulande zwischen einer und zehn Personen pro 100.000 Einwohner betroffen. Den Namen hat wohl aber nur schon gehört, wer vom Fach oder selbst betroffen ist: Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen, kurz NMOSD.

 

NMOSD befallen häufig zunächst die Sehnerven und/oder das Rückenmark. Dabei greifen Antikörper die Nervenzellen an und verursachen dort schwere Entzündungen, die zu einer bleibenden Sehbehinderung bis hin zur Erblindung oder auch einer Querschnittslähmung führen können. Die Erkrankung tritt meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auf und verläuft in Schüben, wobei zwischen den Schüben keine Erholung eintritt, sondern sich der Zustand von Betroffenen kontinuierlich verschlechtert. Frauen erkranken deutlich häufiger an NMOSD als Männer: Nur einer von zehn Patienten ist männlich.

 

Die Diagnose erfolgt mehrgleisig

In der Vergangenheit wurde NMOSD leider häufig mit einer Multiplen Sklerose verwechselt, was teilweise dramatische Folgen hatte, da bestimmte Medikamente, die bei einer MS zum Einsatz kommen, die Symptome einer NMOSD verschlechtern können. Mittlerweile hat sich die Diagnostik jedoch so weit entwickelt, dass eine solche Verwechslung selten geworden ist. Heute erfolgt die Diagnose unter anderem über eine neurologische, elektrophysiologische sowie eine bildgebende Untersuchung des Rückenmarks und des Gehirns mittels Magnetresonanztomographie. Außerdem werden serologische Tests auf bestimmte Antikörper durchgeführt, die ein deutlicher Indikator für NMOSD sind.

 

Therapie kann Komplikationen verursachen

Behandelt wir NMOSD im akuten Stadium mit hohen Dosen Kortison, um die Entzündungsreaktion abzumildern. Außerdem kann durch eine Blutwäsche versucht werden, die aggressiven Antikörper aus dem Körper zu filtern. Langfristig werden meist bestimmte Immunsuppressiva eingesetzt, also Medikamente, die das körpereigene Immunsystem hemmen. Dies ist jedoch insofern problematisch, als solche Medikamente das Blutbild verändern und zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen können. Ärzte werden also genau abwägen, inwieweit ein solcher Therapieansatz im Einzelfall zur Behandlung geeignet ist. In jedem Fall wird die Therapie durch regelmäßige Laborkontrollen und klinisch-neurologische Untersuchungen begleitet werden. Weitere Therapien befinden sich derzeit noch in der klinischen Erprobungsphase.

 

 

 

 

 

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