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Ich bin und ich werde – Weltkrebstag

Am 4. Februar ist Weltkrebstag. Wie die meisten internationalen Gedenktage hat dieser die Aufgabe, die Öffentlichkeit auf das Thema Krebs aufmerksam zu machen, mehr Bewusstsein für die Erkrankung zu schaffen und für mögliche Präventionsmaßnahmen zu sensibilisieren. Anlass, einmal einen Blick auf die bislang möglichen Therapieoptionen zu werfen.

 

Krebs bezeichnet eine unkontrollierte Vermehrung von Zellen, die eine Geschwulst oder einen Tumor entstehen lassen. Grundsätzlich kann jeder Mensch an Krebs erkranken und grundsätzlich kann Krebs in jedem Teil des Körpers entstehen.

 

Therapieoptionen bei Krebs:

Die Chirurgie ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Krebstherapie. Bei einigen Krebsarten, beispielsweise bei Hautkrebs, bestehen gute Heilungschancen, wenn der Tumor entfernt wird, vorausgesetzt, er hat noch keine Metastasen gebildet. Dann wird die Geschwulst herausoperiert.

 

Bei der Strahlentherapie wird der Tumor mit ionisierenden Strahlen behandelt. Sie kann entweder als einzige Therapieform oder in Kombination mit Chirurgie oder Chemotherapie eingesetzt werden. Ihr Vorteil der Strahlentherapie: Sie wirkt lokal begrenzt auf der bestrahlten Fläche.

 

Anders die Chemotherapie. Sie hat keine lokale Wirkung, sondern eine „systemische“, das heißt sie wirkt im System, also dem ganzen Körper. Der Patient erhält Zytostatika, Medikamente, die das Wachstum der Zellen hemmen sollen. Der Vorteil: So lassen sich auch Krebserkrankungen behandeln, die im Körper bereits Metastasen gebildet haben, auch solche, die vielleicht noch nicht entdeckt wurden.  Die Chemotherapie wird meist mit Operation oder Bestrahlung kombiniert.

 

Die „personalisierte Krebstherapie“ wird auch zielgerichtete Therapie genannt. Dabei wird nach charakteristischen Merkmalen der Tumorzelle gefahndet und anhand dieser ermittelten „Biomarker“ kann beurteilt werden, ob die Tumorzelle eine Achillesferse besitzt, wo sie sich befindet und wie sie angegriffen werden kann. Man kann also vor Behandlungsbeginn sagen, ob eine bestimmte Therapie wirken wird oder ob es Sinn macht, sie einzusetzen. Durch das zielgenaue Angreifen der Zelle verspricht die  personalisierte Therapie eine bessere Wirkung gegen den Tumor und weniger Nebenwirkungen für die restlichen Körperzellen. Bei dieser Therapie werden unterschiedliche molekularbiologische Wirkprinzipien verfolgt, die bei den Botenstoffen, Rezeptoren oder den Signalwegen der Tumorzellen ansetzen. Die Therapie ist für nur für die Patienten geeignet, deren Tumor die entsprechenden Biomarker aufweist.

 

Eigentlich sollte das Immunsystem bösartige Zellen erkennen und vernichten. Da aber manche Krebszellen es schaffen, das Immunsystem zu überlisten und ihm auszuweichen, versucht die Immuntherapie, diese Ausweichmechanismen auszuschalten, damit das Immunsystem sie wiedererkennt und vernichten kann. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann dem Patienten die Immunzellen entnehmen, die für die Tumorbekämpfung wichtig sind, sie im Reagenzglas vermehren und ihm wieder injizieren. Man kann das Immunsystem mit einer Tumorimpfung gezielt auf die Zellen aufmerksam machen, man kann dem Patienten Immun-Checkpoint-Hemmer geben, welche die Eiweiße ausschalten, welche die Immunzellen ansonsten blockieren. Oder man gibt dem Patienten künstlich hergestellt Immunzellen, sogenannte CAR-T-Zellen, die auf ein bestimmtes Merkmal des Tumors „trainiert“ sind, um ihn aufzuspüren.

 

Einen ganz neuen Ansatz verfolgt die Virotherapie. Hierbei werden deaktivierte, veränderte Viren eingesetzt, die nur die Tumorzellen befallen und zerstören. Sie ist bislang noch selten.

 

Impfung gegen Krebs

Es wäre schön, wenn es eine Krebsschutzimpfung gäbe, wie gegen Masern oder Grippe. So weit sind wir leider noch nicht. Aber mit der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs wurde ein Durchbruch geschafft. Diese Impfung wirkt zwar nicht gegen den Krebs direkt, aber gegen seine wichtigsten Auslöser – die Humanen Papillomaviren (HPV). Sie werden bei Geschlechtsverkehr übertragen. Mit der Impfung gegen die Viren lassen sich die Raten von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals deutlich reduzieren. Voraussetzung: Die Impfung erfolgt vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Die STIKO empfiehlt eine Impfung für Mädchen und Jungen ab 9 Jahren.

 

 

 

 

 

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