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Der Mensch – isoliert und vernetzt

Klingt nicht schön, ist aber tatsächlich so: Wir Menschen sind wahre Nervenbündel. Läge man alle Nervenfasern eines Menschen aneinander, käme man auf eine Gesamtlänge von rund 780.000 km. Das ist circa der 20-fache Erdumfang. Viel Angriffsfläche also für nervenaufreibende Beschwerden aller Art.

 

Unsere Nervenbahnen sind so etwas wie die Telefonleitungen unseres Körpers. Alle Informationen, die wir irgendwie und irgendwo im Körper aufnehmen, wandern durch diese Telefonleitungen, bis sie im Gehirn ankommen.

 

Dort knacken dann die Synapsen, bis schließlich eine Reaktion in Form von Muskelbewegungen oder Ähnlichem veranlasst wird, was wiederum ebenfalls über die Nervenbahnen geschieht. Alles, was in der Welt und in unserem Körper passiert, geht uns also buchstäblich auf die Nerven bzw. nimmt den Weg über die Nerven.

 

Wunder der Natur

Nervenimpulse ähneln stark dem elektrischen Strom, den wir aus unserem Alltag kennen. Und wie jede Stromleitung isoliert sein sollte, sind auch unsere Nervenbahnen von einer schützenden Schicht umgeben, den Myelinscheiden. Sie umhüllen die Fortsätze der Nervenzellen, die sogenannten Axone, die die Nervenimpulse von einer Zelle zur anderen weiterleiten.

 

Verschiedene Erkrankungen und Zellgifte können diese Myelinscheiden jedoch angreifen und beschädigen. Hierdurch wird die Reizübermittlung behindert und es kann zu Symptomen wie Lähmungen, Wahrnehmungsstörungen und Schmerzen kommen.

 

Tückisch, aber behandelbar

Aufgrund der vielfachen Verknüpfungen unserer Nerven- bahnen können neuropathische Schmerzen nicht nur punktuell auftreten, sondern auch auf andere Körperregionen ausstrahlen. Dadurch ist es mitunter schwierig, ihre Ursache sofort zu erkennen und eine wirksame Therapie einzuleiten.

 

Betroffene von Nervenschmerzen haben deswegen meist einen langen Leidensweg hinter sich, ehe sie Linderung erfahren. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Wurde erst eine Nervenschädigung als Ursache der Schmerzen festgestellt, kann diese therapiert werden. Denn in begrenztem Maße haben Nervenfasern die Möglichkeit, sich zu regenerieren. Hierzu benötigen sie allerdings Zeit – und die richtigen Nährstoffe. Eine entscheidende Rolle für diese Regeneration spielen beispielsweise Folsäure, Vitamin B12 sowie bestimmte Phosphate.

 

Möglichkeiten der Therapie

Neuropathische Schmerzen haben in den meisten Fällen eine sehr individuelle Erscheinungsform. Daher gibt es auch eine ganze Reihe von Behandlungsmethoden, um sie zu lindern. Ein Grundfeiler der meisten Therapien sind die sogenannten Analgetika, besondere Schmerzmittel, die das Schmerzempfinden der Nerven senken.

 

Bei manchen Neuropathien hat sich auch die Gabe eines Antikonvulsivums, also eines krampflösenden Medikaments, bewährt. Ebenfalls zum Einsatz können Antidepressiva, Massagen und Physiotherapie, Kälte- bzw. Wärmebehandlungen, Elektrotherapie und Akkupunktur kommen. Wichtig ist dabei lediglich, dass sie ganz buchstäblich einen Nerv treffen.

 

 

 

 

 

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