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Ernährungsvorsätze fürs neue Jahr: Alles mit Mass

Gute Vorsätze sind Segen und Fluch zugleich: Einerseits bieten sie uns eine willkommene Möglichkeit, lange gehegte Pläne endlich in die Tat umzusetzen. Andererseits wusste schon Konfuzius, dass der Baum der guten Vorsätze zwar viele Blüten, aber wenig Früchte trägt. Meist folgt auf den zunächst grenzenlosen Enthusiasmus nämlich schnell die ernüchternde Erkenntnis, dass die hochgesteckten Ziele wohl doch unerreichbar bleiben. Statt Zufriedenheit über die bewältigte Herausforderung machen sich Verbitterung und Trotz breit. Der Grund hierfür: Wir haben den Mund schlicht und ergreifend zu voll genommen!

 

Gerade was ihre Ernährungsgewohnheiten angeht, sehen viele Menschen eine Menge Potenzial für Verbesserungen: weniger Alkohol; anstelle von Kaffee nur noch Tee; auf dem Heimweg den Döner nicht auf die Hand, sondern zu Hause den Kochlöffel in die Hand; abends beim Fernsehen keine Schoki oder Chips, sondern Rohkoststicks – am besten regional und saisonal direkt vom Erzeuger; und wenn schon Fleisch, dann nur noch in Bio-Qualität! Das alles klingt zwar sehr vernünftig, aber die Vernunft ist leider nicht immer Maßstab unseres Handelns. Vorhaben, deren Sinn uns im Schein des Silvester-Feuerwerks vollkommen einleuchteten, können schon am nächsten Morgen ihren zauberhaften Glanz verloren haben. Während der Körper noch am ausnüchtern ist, setzt im Kopf die Ernüchterung ein. Jetzt nur nicht gleich den Mut verlieren! Folgende Grundsätze können Ihnen dabei helfen, Ihre guten Vorsätze Realität werden zu lassen:  

 

  1. Bleiben Sie realistisch!

Die Idee, von heute auf morgen komplett auf Fleisch oder Kohlenhydrate zu verzichten, ist schnell gefasst, aber nur schwer umzusetzen. Setzen Sie sich lieber das Ziel, wenigstens an drei Tagen der Woche vegetarisch bzw. kohlenhydratarm zu essen, und informieren Sie sich, wie Sie Ihre Ernährung langfristig umstellen können. Eine langsame Umgewöhnung bringt meist mehr als eine kurzlebige Hauruck-Aktion.

 

  1. Formulieren Sie genau!

Ein Vorsatz wie „Ich möchte mehr Gemüse essen!“ klingt bescheiden, ist aber eher nicht von Erfolg gekrönt. Bessere Chancen haben Sie, wenn Sie sich vornehmen, jedes Hauptgericht mit einem Salat zu ergänzen oder wenigstens einmal die Woche eine Gemüsesuppe als Mittagsgericht zu schlemmen. Und verbannen Sie den Konjunktiv: Kein „Eigentlich müsste ich …“, sondern „Ich will …“!

 

  1. Erinnern Sie sich selbst!

Die ersten Tage werden Ihnen die neuen Vorsätze noch sehr präsent sein, aber mit der Zeit geraten sie nur allzu gerne in Vergessenheit. Schreiben Sie Ihre (möglichst genau formulierten) Vorsätze daher auf, pinnen Sie sie an die Kühlschranktür oder den Badezimmerspiegel, oder richten Sie sich eine Erinnerung auf dem Handy ein – so bleiben Sie auf Kurs!

 

  1. Schmieden Sie einen Plan B!

Lassen Sie Ihren inneren Schweinehund Unvorhergesehenes nicht dazu nutzen, Ihre Pläne zu durchkreuzen. Sie wollten morgens mehr als nur eine Tasse Kaffee frühstücken, aber haben verschlafen? Dann holen Sie sich auf dem Weg ins Büro noch etwas Leckeres beim Bäcker. Eigentlich wollten Sie jeden Abend frisch kochen, nur leider ist Feiertag und Sie haben partout nichts im Haus?

Laden Sie Ihre/-n Liebste/-n doch mal wieder in ein gemütliches Restaurant ein.

 

  1. Suchen Sie sich Mitstreiter!

Das größte Problem bei guten Vorsätzen ist mangelnde Motivation. Eventuell fühlen Sie sich allein gelassen oder Ihre Bemühungen nicht wertgeschätzt. Brüder und Schwestern im Geiste (oder tatsächliche Familienmitglieder) helfen Ihnen, sich die Vorteile Ihrer Bemühungen vor Augen zu halten, und belohnen Sie mit Anerkennung.

 

  1. Vermeiden Sie Versuchungen!

Kaufen Sie keinen Alkohol, wenn Sie weniger trinken möchten, und keine Fertigpizza, wenn Sie gesünder essen wollen. Gehen Sie nicht hungrig einkaufen, sonst landet erfahrungsgemäß lauter Schrott im Einkaufswagen. Kaufen Sie nur das, was Sie Ihren selbstgesteckten Zielen näherbringt.

 

  1. Belohnen Sie sich!

Setzen Sie sich Wegmarken, die Ihren Erfolg nachvollziehbar und greifbar machen, z.B. eine Zeitspanne oder eine Gewichtsreduktion. Feiern und belohnen Sie sich, wenn Sie diese Wegmarke erreichen. Sie haben fünf Kilo abgenommen? Dann kaufen Sie sich neue und vor allem passende Klamotten. Der Arzt hat Ihnen zu Ihren niedrigen Cholesterinwerten gratuliert? Dann stoßen Sie darauf an. Gerade diejenigen, die häufig verzichten, dürfen sich auch einmal etwas gönnen!

 

 

 

 

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