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Schön geschmeidig bleiben!

Mobilität – gemeint ist damit oft die Flexibilität in Bezug auf den Verstand, den Beruf, die Bildung oder das Zuhause. Die wichtigste Form der Mobilität bleibt dabei außen vor: die körperliche Beweglichkeit. Und das ist eben die Art der Mobilität, deren Ausmaß wir unmittelbar selbst bestimmen können – und die genauso unmittelbar unsere Gesundheit beeinflusst.

 

Stillstand ist ein Luxus, den sich nur wenige Lebewesen leisten können. Selbst Pflanzen lassen die Welt um sich herum nicht einfach geschehen, sondern nehmen direkten Anteil an ihr. Für ausnahmslos alle höheren Lebewesen spielt körperliche Bewegung eine entscheidende Rolle.

Wer sich nicht bewegt, der rostet nicht nur, der wird im Zweifel gefressen oder verhungert bzw. verdurstet selbst. In Worte fasste das schon Aristoteles im vierten Jahrhundert vor Christus, als er ohne viele Schnörkel formulierte: Das Leben besteht in der Bewegung.

 

Kurz ist der Weg, bis man über den eigenen Tellerrand schauen kann

Mobilität ist aber nicht nur eine notwendige Überlebensstrategie. Sie ist sogar ein Grundbedürfnis. Es ist daher kein Zufall, dass Probanden, die für medizinische Untersuchungen bis zu einen Monat liegend im Bett verbringen müssen, sich diese Strapazen mit fünfstelligen Summen vergüten lassen. Schließlich sind die Belastungen durch solches Nichtstun enorm Denn wer das Potenzial seines Körpers nicht nutzt, wird Zeuge seines Schwindens. In einem Volkslied heißt es dazu: Schnee und Sturm und Felsgestein, stählt den Fuß und übt das Bein; Immer hinterm Ofen sein, macht das Leben arm und klein. Und so gibt es heute auch kaum einen seriösen Mediziner, der nicht dazu rät, dem eigenen Körper hin und wieder, besser sogar regelmäßig, etwas Bewegung abzuverlangen. Häufig reichen ja schon ein paar Schritte aus, um den Horizont deutlich zu erweitern.

 

Eines steht fest: Bewegung hält uns gesund – physisch und psychisch

Schließlich liegt der Vorteil dabei aus medizinischer Sicht klar auf der Hand: Wer sich regelmäßig so bewegt, dass auf der Stirn ein dünner Schweißfilm glänzt, bringt nicht nur das Herz-Kreislauf-System in Schwung. Auch das Risiko für allerlei Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Diabetes wird durch maßvolles Training deutlich gesenkt.

Selbst manche Krebserkrankung tritt seltener auf, wenn der Organismus immer wieder einmal gefordert wird. Zudem wirkt sich ein solcher positiver Belastungsstress günstig auf den gesamten Bewegungsapparat aus: Die Gelenke werden gut geschmiert, die Bänder gewinnen an Elastizität, Muskeln werden gestärkt und die Struktur des Knochengerüsts wird stabiler und belastbarer.

Und auch psychisch profitieren wir: Durch die gesteigerte Leistungsfähigkeit verbessert sich unser Körpergefühl und damit steigt auch das Selbstbewusstsein.Das alleine sollte schon ausreichen, um sich zum regelmäßigen Training zu motivieren.

 

Nehmen Sie den Schweinehund an die Leine und führen Sie ihn Gassi

Nun gehört aber auch die Faulheit zur menschlichen Grundausstattung. Und die muss überwunden werden, bevor wir das in uns schlummernde Potenzial anzapfen können. Kleine Tricks gibt es zuhauf. Dazu gehören zum Beispiel motivierende Vorher-Nachher-Fotos, durch die der Trainingserfolg dokumentiert wird; die gepackte Sporttasche am Arbeitsplatz, durch die man vor dem Training nicht noch erst zu Hause vorbeifahren muss, wo die Gefahr des Motivationsverlustes erfahrungsgemäß besonders hoch ist; oder das Training im Team, eventuell auch mit einem Personal Trainer.

Wichtig dabei ist aber immer, wechselnde Stimmungen, Formtiefs, Müdigkeit, Stress und die vielen anderen Faktoren, die sich auf die Motivation auswirken können, anzuerkennen – und trotzdem am sprichwörtlichen oder auch buchstäblichen Ball zu bleiben, ohne sich dabei zu überlasten.

 

Gegen den Schock: Ruhige und gleichmäßige Bewegung fördert gesunde Gelenke

Wie wichtig ein kontrolliertes und maßvolles Training ist, zeigt sich besonders gut an unseren Gelenken: Anders als die meisten Körperregionen werden unsere Gelenke nämlich nicht direkt durchblutet. Stattdessen ernährt sich der für die reibungslose Bewegung wichtige Gelenkknorpel durch den Wechsel zwischen Belastung und Entlastung. Dabei wird die Gelenkflüssigkeit in den Knorpel hinein und wieder hinaus gepresst, ganz ähnlich wie die Lunge Atemluft einsaugt und wieder ausstößt.

Werden die Belastungsimpulse allerdings zu groß, was zum Beispiel bei Sportarten mit plötzlich wechselnden Bewegungsmustern wie Fußball, Tennis oder Basketball der Fall ist, können sie nicht mehr vollständig abgefedert werden. Dann versagen quasi unsere eingebauten Stoßdämpfer und der schützende Knorpel wird geschädigt. Eine solche wiederkehrende Belastung kann im Laufe der Jahre sogar zum vollständigen Verschwinden des Knorpels und einer Schädigung des darunter liegenden Knochens führen – wodurch letztlich nicht nur die Beweglichkeit leidet, sondern auch extrem starke Schmerzen entstehen können.

 

Eigene Leistungsgrenzen ehrlich einschätzen und Training anpassen

Ärzte empfehlen daher gerne die sogenannten „gelenkschonenden“ Sportarten. Dazu zählen insbesondere Schwimmen und Radfahren, aber auch Sport, der auf langsamen und bedacht ausgeführten Bewegungen beruht. Gute Beispiele hierfür sind Yoga und Tai Chi. Die Bewegungen verlaufen gleichmäßig ruhig und ohne allzu starken Widerstand.

Dadurch wird der gesamte Bewegungsapparat trainiert, ohne ihn zu überlasten. Gänzlich unbedacht sollte man aber auch diese Sportarten nicht ausüben, denn wenn während der Radtour durch den Wald oder beim 50-Meter-Bahn-Kraulen plötzlich das Herz-Kreislauf-System schlapp macht, kann das schnell lebensgefährlich werden. Man tut also gut daran, das Trainingsprogramm immer an die eigene Leistungsfähigkeit anzupassen – und zwar die aktuelle Leistungsfähigkeit, nicht die erinnerte von vor 30 Jahren. Gerade für Anfänger oder Wiedereinsteiger eignen sich daher einige Trainingseinheiten unter professioneller Anleitung oder zumindest in aufmerksamer Gesellschaft.

 

Warum das Leichtgewicht gesünder lebt als der Pfundskerl

Einen großen Einfluss auf Gesundheit und Gelenkigkeit hat auch unser Körpergewicht. Nun kann sich eventuell keiner, der nicht mindestens einmal im Leben eine Zeit lang übergewichtig war, vorstellen, wie erschöpfend es sein kann, den eigenen Körper zu bewegen. Hierbei ist jedoch das Verhältnis wichtig. Für deutlich übergewichtige Menschen wird jeder Schritt zur Herausforderung, an Sport ist da kaum zu denken.

Überzählige Pfunde belasten aber nicht nur das Herz-Kreislauf-System. Auch unsere Knochen und Gelenke leiden unter zu viel Gewicht. Um das zu verdeutlichen, hier ein kleines Zahlenbeispiel: Wenn wir normal gehen, belasten wir unsere Kniegelenke bei jedem Schritt mit dem 3,5-fachen unseres Körpergewichts. Eine Person, die 75 Kilo wiegt, belastet ihre Kniegelenke also mit rund 260 Kilo. Bei 120 Kilo Körpergewicht sind es schon 420 Kilogramm bei jedem Schritt.

Wer einmal probiert hat, auch nur das eigene Körpergewicht zu stemmen, wird eine ungefähre Ahnung von den dort wirkenden Kräften bekommen haben.

 

Richtige Ausrüstung verbessert Trainingserfolge und steigert Motivation

Zu einer guten Vorbereitung auf das Training gehört auch die Auswahl der geeigneten Ausrüstung. Eine besondere Rolle bei der Ausstattung spielt das Schuhwerk.

Denn schließlich sind es meist unsere Füße, die den Kontakt zum Boden halten und auf denen unser Gewicht ruht. Kompromisse sind hierbei also nicht empfehlenswert – und zumindest technisch auch nicht notwendig, gibt es doch für nahezu jede denkbare Aktivität spezielles Schuhwerk. Wehe dem oder der, die mit Sneakern Berge bezwingen oder mit Wanderschuhen die neue Joggingstrecke ablaufen möchte.

Deshalb: Lieber gleich die richtigen Schuhe kaufen und eventuell mit orthopädischen Einlagen nacharbeiten, um Fuß- und Beingelenke bestmöglich zu schützen und zu unterstützen. Das Schöne daran: Viele Menschen sind durch neue Ausrüstung besonders motiviert. Dabei aber bitte nicht vergessen, die Schuhe erst einzulaufen und das Fahrrad oder die Schwimmbrille richtig einzustellen!

 

Es geht nicht um das Fortgehen oder Ankommen, sondern um den Weg

Natürlich kann es schwierig sein, immer aktiv zu sein. Manchmal kommt einem auch schlicht die Müdigkeit dazwischen oder es will mit der Motivation partout nicht klappen. Das ist auch nicht weiter schlimm. Um bis ins hohe Alter hinein beweglich zu bleiben, reicht es schon, wenn wir manchmal mitspielen.

Und je häufiger wir mitspielen, desto besser werden wir. Bewegung soll kein Kampf sein, sondern ein bewusst gelebter Teil des Alltags. Wenn Sie also das nächste Mal lachende Kinder sehen, die umher rennen und klettern, dann fragen Sie sich doch einfach, ob ein bisschen Bewegung nicht auch Ihnen selbst guttun würde. Die Basotos, ein Bergvolk im südlichen Afrika, haben da so ein Sprichwort, das manch einer und einem vielleicht eine Motivation sein kann: Wasser wird niemals müde zu laufen.

 

 

 

 

 

 

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