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Gute Pflege schützt  gesunde Zähne!

Am 25. September ist Tag der Zahngesundheit. Dann dreht sich wieder alles um strahlend schönes Lächeln sowie  ein Leben ohne Zahnschmerz und Karies. Die Aufklärungsarbeit hat bereits geholfen. Denn die Deutschen haben deutlich bessere Zähne als früher. Damit dies so bleibt, geben wir hier ein paar einfache aber sehr nützliche Tipps.

 

Gesunde und schöne Zähne verlangen eine gewissenhafte Prophylaxe. Mit diesem Fremdwort bezeichnen Zahnärzte alle Maßnahmen, die dabei helfen, dass die Zähne gesund bleiben. Dazu gehören beim Zahnarzt regelmäßige Kontrolltermine und professionelle Zahnreinigungen. Zu Hause  kann jeder selbst Gutes für die Zähne tun. Das gilt nicht nur für die tägliche Pflege. Auch richtige Ernährung und der Verzicht auf den Blauen Dunst halten die Zähne fit.

 

Schöne Zähne wollen regelmäßig  gepflegt sein

Eine gute Mundhygiene ist die wichtigste Maßnahme für alle, die aktiv etwas zu ihrer Zahngesundheit beitragen wollen. Dabei geht es insbesondere darum, den bakteriellen Zahnbelag (Plaque) zu entfernen.  Denn dieser ist der Hauptverantwortliche für Karies sowie Entzündungen des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates (Parodontitis). Gründliches Putzen schützt davor.

 

Und dies sollte man mindestens zweimal täglich (morgens und abends) durchführen. Zahnärzte raten sogar zu häufigerem Putzen. Die Speisereste, die sich nach dem Essen im Mundraum sammeln, können nämlich Bakterien in schädliche Säure umwandeln. Daher empfehlen die Experten das Putzen nach jeder Hauptmahlzeit.

 

Allerdings gibt es Ausnahmen, die immer dann gelten, wenn man säurehaltige Lebensmittel wie beispielsweise Äpfel, Orangen oder Fruchtsäfte und Salate mit saurem Dressing zu sich genommen hat.  Die Säuren lösen Mineralien wie Kalzium und Phosphat im Zahnschmelz. Das schwächt den natürlichen Schutz  der Zähne. Werden diese direkt nach dem Essen säurehaltiger Lebensmittel gereinigt, droht die Gefahr, den Zahnschmelz abzureiben. Weil der Speichel dann aber wieder Mineralien zuführt, kann man mit dem Zähneputzen nach einer Stunde ohne Probleme starten.

 

Als Faustregel gilt, dass man dafür immer drei Minuten einplanen sollte. Denn jeder Zahn sollte gründlich gesäubert werden. Längeres Putzen bringt dagegen nichts. Wissenschaftler raten sogar davon ab, weil dann das Risiko für Verletzungen des Zahnschmelzes oder des Zahnfleischs steigen würde.

 

BASS und KAI – Zähneputzen mit System

Für das richtige Zähneputzen haben sich inzwischen zwei Methoden herauskristallisiert. Bei der BASS-Methode setzt man die Zahnbürste mit einem Winkel von 45 bis  60 Grad auf Zahnfleisch und Zahnoberfläche auf. Mit leichtem Druck wird zunächst der Zahnbelag gelöst und dann vom Zahnfleisch nach unten weggeputzt. So besteht weniger Gefahr, dass sich Nahrungsreste und Bakterien unter das Zahnfleisch schieben können. Die Kauflächen werden durch das Hin- und Herbewegen der Zahnbürste geputzt. Für die Reihenfolge des Putzens kann man sich das Kürzel KAI merken. Man beginnt mit den Kauflächen, putzt dann die Zähne von außen und zum Schluss von  innen.

 

Elektrisch oder Manuell?

Ob die Zahnbürste elektrisch oder manuell ist, spielt für das Putzen eine geringere Rolle – wenn die manuelle Zahnbürste richtig verwendet wird. Denn dann reinigen beide gleich gut. Viele Menschen schwören aber auf die elektrischen  Varianten, weil diese ihnen einen Großteil der Arbeit abnehmen und teilweise sogar mit einem Timer oder einer  Warnung vor zu großem Druck ausgestattet sind.

 

Für beide gilt, dass die Köpfe der Zahnbürsten relativ klein sein sollten. So kann man die Backenzähne auch von den Seiten besser putzen. Abgerundete Borsten verhindern Verletzungen des Zahnfleisches. Und natürlich sollte man Zahnbürsten nicht unbegrenzte Zeit benutzen. Nach spätestens drei Monaten ist ein Austausch der Bürste oder bei elektrischen Geräten des Bürstenkopfes empfehlenswert. Danach lässt die Reinigungskraft stark nach. Erneuert werden sollte die Bürste zudem nach einem Infekt wie Erkältung oder Herpes. Wenn sich die Krankheitserreger in der Bürste einnisten, droht sonst immer wieder aufs Neue eine Infektionsgefahr.

 

Zahnzwischenräume nicht vergessen

Während die Außen- und Innenflächen der Zähne einfach zu reinigen sind, ist dies bei den Zahnzwischenräumen mit einer normalen Zahnbürste schwierig. Da diese nicht alle Stellen des sogenannten Interdentalbereiches erreicht, bleiben oft Speisereste oder auch Plaques bestehen. Wie problematisch dies werden kann, zeigt sich in der Tatsache, dass der Interdentalbereich rund 30 Prozent der Zahn- fläche ausmacht. Die Folgen einer derart mangelhaften Reinigung können Mundgeruch oder Karies und Zahnfleischerkrankungen sein.

 

Die bekannteste Möglichkeit zur Interdentalreinigung ist die klassische Zahnseide, die in unterschiedlichen Formen zur Verfügung steht und sowohl bei engen als auch bei weiteren Zwischenräumen angewendet werden kann. Auf dem Markt sind gewachste und ungewachste Varianten sowie spezielle Zahnseiden für festsitzende Prothesen und solche mit unterschiedlichen Geschmäckern. Allerdings ist deren Anwendung für manche Menschen schwierig und sollte daher regelrecht geübt werden. Hier helfen auch die Zahnärzte.

 

Interdentalbürsten sind etwas einfacher anzuwenden und besonders gut für größere Zwischenräume und für die Pflege von Brücken oder Zahnspangen geeignet. Die kleinen Bürsten werden in unterschiedlichen Größen angeboten, sodass die von Mensch zu Mensch unterschiedliche individuelle Anatomie berücksichtigt werden kann. Bei der Auswahl der geeigneten Bürsten hilft ebenfalls der Zahnarzt. Für weitere Zahnzwischenräume eignen sich auch Zahnhölzchen, die aus flachem, weichem und nicht splitterndem Holz bestehen.

 

Bei engen Zahnzwischenräumen sind diese allerdings kaum zu verwenden. Eine gute Kaufberatung durch den Zahnarzt oder durch Fachverkäufer benötigt man bei den Mundduschen, die in unterschiedlichen Varianten und auch zu sehr unterschiedlichen Preisen erhältlich sind.  Je nach Modell entfernen sie Speisereste bis hin zur Reduzierung von Plaques. Im Gegensatz zur Zahnseide ist bei Mundduschen das Verletzungsrisiko geringer und die Anwendung für viele Menschen auch einfacher. Mundduschen sollte man grundsätzlich vor dem Zähneputzen anwenden. Viele Zahncremes enthalten Wirkstoffe, die den Zahnschmelz schützen oder wieder aufbauen. Mit einer Munddusche nach dem Putzen könnte man diese gleich wieder regelrecht abwaschen.

 

So geht zahngesunde Ernährung

Natürlich trägt auch die richtige Ernährung dazu bei, die Zahngesundheit zu fördern. Dass man auf allzu viel Zucker verzichten sollte, weiß dabei heute fast schon jedes Kind. Deshalb sollte man als kleinen Snack zwischendurch auch besser Nüsse als Schokolade wählen. Zuckerfreie Kaugummis sorgen danach – wie nach jedem Essen – dafür, dass zumindest viele Speisereste entfernt werden. Denn nicht immer hat man die Möglichkeit, sich unterwegs die Zähne zu putzen.

 

Während man zucker- und säurehaltige Getränke wie Limonaden und Fruchtsäfte nicht zu oft zu sich nehmen sollte, helfen Milch und Käse mit ihrem hohen Anteil an Kalzium dabei, die Zähne zu stärken.

 

Vollkornprodukte und Rohkost gelten allgemein als gesund. Denn sie enthalten viele Vitamine und Ballaststoffe. Für die Zähne sind sie ebenfalls vorteilhaft, denn die haben viel zu kauen. Das regt den Speichelfluss an. Dieser neutralisiert dann die Säuren, hilft gegen Speisereste und fördert die Mineralisierung der Zähne. Alles das hilft der Zahngesundheit.

 

Zum Zahnarzt – auch wenn nicht gebohrt wird

Neben zahngesunder Ernährung und gewissenhafter Mundhygiene ist der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt ebenso wichtiger Bestandteil einer umfassenden Zahnprophylaxe. Denn selbst die beste Mundhygiene und eine optimale Ernährung können diesen nicht ersetzen. Fachleute empfehlen, ein- bis zweimal jährlich eine Kontrolluntersuchung vornehmen zu lassen. Die Kosten hierfür trägt die gesetzliche Krankenkasse.

 

Bei dieser Untersuchung wird der Zustand von Zähnen und Zahnfleisch kontrolliert. Sollte sich dabei ein Verdacht auf verdeckte Karies ergeben, kann auch eine Röntgenuntersuchung nötig werden. Werden bei dieser Vorsorge-Untersuchung erste Anzeichen von Zahnerkrankungen wie beispielsweise Karies, Zahnfleischentzündung oder Parodontitis entdeckt, können diese in einem frühen Stadium oft so behandelt werden, dass nicht einmal eine Betäubung notwendig ist. Daneben klärt der Zahnarzt nochmals über die richtige Zahnpflege und zahngesunde Ernährung auf und informiert über Fluoridierungsmaßnahmen zur Kariesprophylaxe.

 

Professionelle Zahnreinigung

Empfehlenswert ist auch die professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis. Diese muss zwar von den Patienten selbst bezahlt werden, hilft aber aber gegen Zahnstein und andere Zahnbeläge, die man vielleicht zu Hause trotz optimaler Zahnhygiene nicht in den Griff bekommt. Zudem werden dabei auch Zahnverfärbungen  so gründlich entfernt, dass das natürliche Weiß der Zähne wieder glänzen kann. So schützt die Zahnreinigung durch die Profis zusätzlich vor den typischen Zahnerkrankungen. Danach gleitet die Zunge wieder über spiegelglatte Zähne. Allein das ist schon ein Genuss für sich.

 

Vorsorgetermine lohnen sich!

Selbst wenn die Zahnreinigung anders als die Früherkennungsuntersuchungen aus eigener Tasche bezahlt werden muss, können sich regelmäßige Prophylaxe-Termine beim Zahnarzt auch in Euro und Cent auszahlen.

Denn den Krankenkassen sind diese so wichtig, dass sie extra dafür ein Bonusheft eingeführt haben. Hierin werden die Praxisbesuche inklusive Untersuchung mit Datum und Stempel dokumentiert. Wurde das Heft vergessen, kann der Termin oft nachgetragen werden. Sollte es verloren gehen, kann die Praxis des Hauszahnarztes anhand der Angaben im Praxissystem auch ein neues  Bonusheft ausfüllen.

Das kann sich lohnen. Denn sollte doch einmal ein Zahnersatz notwendig werden, erhöht sich der Festzuschuss durch die gesetzlichen Krankenkassen dafür bei fünf dokumentierten Jahren mit Zahnarztbesuch um 20 Prozent, bei zehn Jahren sogar um 30 Prozent.

 

Zahnzusatzversicherung kann Kosten sparen

Dies minimiert zwar den Eigenanteil; dieser kann jedoch bei Zahnersatz dennoch sehr hoch sein. Das gilt erst recht, wenn einmal eine Versorgung mit Implantaten notwendig werden sollte. Denn dann kommen zu den Kosten für den Zahnarzt und das Dentallabor noch die für einen Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen hinzu. Viele Menschen haben deshalb eine Zahn-Zusatzversicherung abgeschlossen, die auch gesetzlich Krankenversicherte ähnlich gut stellt wie Privatpatienten. Auf dem Markt gibt es hierzu eine Vielzahl von Angeboten mit unterschiedlichen Prämien und Leistungen. Daher sollte man sich vor Abschluss auf jeden Fall gut informieren oder beraten lassen. Dann ist ein strahlend schönes Lächeln zumindest nicht mehr nur eine Frage des Geldbeutels.

 

Mundgeruch effektiv bekämpfen

Jeder vierte Deutsche leidet unter Mundgeruch. Und obwohl Betroffene nicht gerne darüber sprechen, können sie in den meisten Fällen etwas dagegen tun. Denn oft entsteht der Mundgeruch nicht – wie viele denken – im Magen, sondern im Mundraum selbst. Hilfreich sind hier zum einen Mundwässer, die es als kosmetische  sowie als medizinische Anwendungen gibt.

Darüber hinaus sammeln sich geruchsbildende Bakterien auch auf der Zunge. Eine regel- mäßige Reinigung mit speziellen Zungen- schabern oder Zungenbürsten sowie Zungenpasten schafft hier Abhilfe.

 

Lassen Sie sich beim Zahnarzt oder in der Apotheke beraten!

 

 

 

 

 

 

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