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Die Zeckensaison ist in vollem Gange. Bei zunehmend warmen Temperaturen lauern die kleinen Spinnentiere auf Gräsern und niedrigen Büschen wieder auf ihre Opfer – Mensch oder Tier. Der Biss der blutsaugenden Parasiten ist nicht nur unangenehm. Mit dem Speichel der Zecke können auch gefährliche Krankheiten übertragen werden. Zum Beispiel die Babesiose, auch „Hunde-Malaria“ genannt.

Vor zehn Jahren sind in Deutschland die ersten Hunde an Babesiose erkrankt, die für viele Tierärzte immer noch als tropische Erkrankung gilt“, so der Bonner Parasitologe und Entomologe Dr. Torsten Naucke. In Frankreich komme es jedes Jahr zu rund 400.000 Neuerkrankungen; 50.000 Fälle gingen tödlich aus.

Die Ausbreitung des aus tropischen und subtropischen Regionen stammenden Babesiose-Erregers erfolgt mit seinen Überträgern, bestimmten Zeckenarten. Neben Klimaveränderungen macht Dr. Naucke vor allem das Reisen mit Hund (zum Beispiel nach Frankreich) und den Import von Tieren (zum Beispiel aus Ungarn und Rumänien) für diese Entwicklung verantwortlich. Nach Deutschland kommt die Erkrankung zurzeit vor allem mit der besonders großen und auffallend gezeichneten Auwaldzecke, wie Dr. Naucke erläutert. „Wir müssen uns auf die Hunde-Malaria einstellen und entsprechend Vorsorge treffen“, fordert der Experte.

Erreger der Babesiose sind Babesien –einzellige Blutparasiten –, die sich in den Speicheldrüsen der Zecke befinden und beim Blutsaugen übertragen werden. Sie befallen und zerstören die roten Blutkörperchen und verursachen damit ein Krankheitsbild, das der menschlichen Malaria ähnelt. Wurde der Hund infiziert, zeigen sich meist nach fünf bis 28 Tagen die ersten Anzeichen. Da-zu gehören neben hohem Fieber (bis 42°C) Mattigkeit, Schwäche, blas-se bis gelbliche Schleimhäute, rötlich bis brauner Harn sowie Gelbsucht. Häufig wird die Krankheit erst erkannt, wenn durch die zerstörten roten Blutkörperchen der Blutfarbstoff, das Hämoglobin, mit dem Harn ausgeschieden wird und sich der Harn dunkel färbt. Rund ein Drittel der Hunde überlebt nach Aussage von Dr. Naucke die Akutphase der Erkrankung nicht.

Schafft es der Hund doch, wird die Erkrankung chronisch und das Tier zum potenziellen Überträger. Stammt es zum Beispiel aus einem rumänischen Tier-heim und wird nach Deutschland vermittelt, kann es mit dazu beitragen, die Babesiose einzuschleppen. Dr. Naucke:„Die Zecke lädt sich beim Saugen an diesem Hund mit dem Erreger auf, legt später im Jahr Eier, und im nächsten Frühjahr schlüpfen 2.000 bis 3.000 infektiöse Zecken.“

Die einfachste Art, den eigenen Hund vor diesem Infektionsrisiko zu schützen, ist die regelmäßige Anwendung von Antiparasitenmitteln. Es gibt inzwischen Präparate zum einfachen Auftragen im Nacken des Hundes (sogenannte Spot-on-Präparate), die Zecken und andere Parasiten bereits abschrecken und töten, bevor sie beißen und saugen können. Hundehalter sollten ihren Tier-arzt auf diesen Punkt ansprechen und gezielt nach einem solchen abschreck-enden (repellierenden) Zeckenpräparat fragen. So lassen sich die Belastung für das Tier sowie das Risiko der Krankheitsübertragung durch den Speichel der Zecke deutlich verringern. Der Hund sollte die gesamte Zeckensaison über regelmäßig im Abstand von vier Wochen behandelt werden.

 

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