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Wenn Kinder sich ein Haustier wünschen, Hund oder Katze aber nicht in-frage kommen, fällt die Entscheidung oft auf einen Nager wie Ratte, Maus, Hamster oder Meerschweinchen. Mangelndes Wissen über die Bedürfnisse des neuen Hausgenossen verursacht dem Tierchen dann häufig Verdauungsprobleme und es muss dem Tierarzt vorgestellt werden. Doch auch Medikamente können einen so kleinen Organismus stark belasten. Einige Tierärzte setzen deshalb lieber auf die sanfteren Methoden der Naturheilkunde, so wie Tierarzt Jörg Zinke, Bremerhaven, der seine vierbeinigen Patienten seit über 20 Jahren homöopathisch therapiert.

Herr Zinke, wie entstehen Verdauungsprobleme bei Kleinnagern und was wird bei der Fütterung falsch gemacht?
Die Tierhalter gehen nicht auf die Verdauungsphysiologie der Tiere ein. Das Verdauungssystem vieler Nagetiere basiert auf Mikroorganismen. Diese spezialisierten Lebensgemeinschaften im Verdauungstrakt können eine schnelle Futterumstellung nicht verkraften. Es kommt zu Verdauungsstörungen, wie Durchfall, Blähungen und Verstopfungen. Bei solchen Sym-ptomen, sollte man sofort den Tierarzt aufsuchen.

Wie lassen sich Verdauungsprobleme verhindern?
Durch eine artgerechte Fütterung und Hygiene, welche die Besonderheiten der Verdauungsvorgänge beachtet. Das Tier sollte immer Heu und Wasser haben und daneben vitamin- und ab-wechslungsreich ernährt werden. Ganz wichtig: die Tiere langsam an neues Futter gewöhnen. Fertigfutter sind nicht notwendig, neben Heu hat man alles, was die Tiere fressen, zu Hause (z. B. Gurke, Karotte, Paprika etc.).

Was empfehlen Sie bei Verdauungsproblemen?
Hauptpräparat ist Nux vomica (Brechnuss). Es wirkt, abhängig von der homöopathischen Potenz, anregend auf die Magen-Darmfunktion und wirkt auch bei Futtermittelunverträglichkeit, Blähungen, Verstopfung und Durchfall.

Sind Kleinnagerprobleme des Urogenitalbereichs auch auf das Futter zurückzuführen?
Ja, weil die Tiere durch die Zusatzfuttermittel zu kalziumreich ernährt werden. In Folge kommt es häufig zur Bildung von Nieren-, Harnblasensteinen sowie Harngries und damit dann zu Blasen- und Nierenentzündung. Bei einer reinen Blasenentzündung verwende ich Cantharis (Spanische Fliege), Blasenentzündung mit Harnsteinen oder -gries werden mit Berberis (Sauerdorn) behandelt. Ist die Niere mit betroffen, hilft Solidago (Goldrute).

Wie werden homöopathische Medikamente verabreicht?
Entweder gespritzt oder oral gegeben. Die Aufnahme über Futter oder Trinkwasser ist bei kranken Tieren nicht sicher gewährleistet.

Wie lässt sich die körpereigene Abwehr der Tiere steigern?
Dabei würde ich auf ein Komplexpräparat zurückgreifen, also ein Arzneimittel, das mehrere Einzelmittel enthält. Bei viralen Infekten verwende ich beispielsweise ein Präparat aus Weißer Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria) und Schwefel (Sulfur) bei bakteriellen, je nach Symptomatik, Komplexpräparate mit Sonnenhut (Echinacea) oder Buschmeister (Lachesis).

Was spricht für die Homöopathie?
Die gute Wirksamkeit, die gute Verträglichkeit bei allen Tieren und die geringen Nebenwirkungen. Hinzu kommt, dass manche Mittel wie Nux vomica auch Nebenwirkungen anderer Arzneimittel, wie z. B. durch Antibiotika hervorgerufen, mildern oder verhindern können.

 

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