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Wie sollʼs denn nun morgen werden? Hassliebe Wetter-App

WetterApps gehören zu den beliebtesten Anwendungen auf dem Smartphone – und sorgen für die meisten Aufreger. Denn punktgenaue Aussagen für kommenden Samstag 19:00 Uhr lassen sich am Montagmorgen einfach nicht machen.

 

Wer morgens ohne Schirm aus dem Haus geht, kann abends durchaus im Regen stehen. Umgekehrt stellt – wer mit Regenjacke das Haus verlässt – am Nachmittag oft fest, dass sich der angekündigte Wolkenbruch einfach in Luft aufgelöst hat. Hobbygärtner, denen die App den sehnlichst erwarteten Schauer ankündigt, sind enttäuscht, wenn sie doch Gießkannen schleppen müssen. Hochzeitsfeiern, die im Regen enden, Ausflüge, die wegen falscher Kleidung abgebrochen werden, Urlaubsstrände, die sich durch starke Winde in Sandstrahlgebläse verwandeln, oder unzufriedene Gastronomen, deren Biergärten leer bleiben, weil für den Nachmittag voraussichtlich Gewitter angekündigt sind - an allem ist die WetterApp schuld.

 

Wenn der Hahn kräht auf dem Mist …

Am Wetter und seinen Kapriolen war die Menschheit schon immer interessiert. Allerdings weniger, um die Fahrt zum Baggersee zu planen, sondern weil ihr Überleben davon abhing. Für einen Bauern war es existenziell, das Heu trocken in den Stall zu bringen oder sein Getreide zum richtigen Zeitpunkt zu ernten. Wetter-, Wind- und Wolkenbeobachtungen führten zu Erfahrungen, die als Bauernregeln weitergegeben wurden. Die Eisheiligen beispielsweise konnten zwar nicht auf den Tag bestimmt werden, aber dass Mitte Mai oft mit einem Kälteeinbruch gerechnet werden muss, ist auch heute noch so. Ebenso können auch Schafskälte, Weihnachtstauwetter oder eine beständige Witterungsperiode nach dem Siebenschläfertag heute mit Großwetterlagen begründet werden. Auf die Schwalben ist Verlass: „Wenn die Schwalben niedrig fliegen, werden wir bald Regen kriegen. Fliegen sie bis in die Höh'n, bleibt das Wetter weiter schön.“ Ansonsten ist die Trefferquote bei den Bauernregeln 50:50 – sie können zutreffen oder auch nicht. Heute schaut der Landwirt nicht mehr zum Himmel, sondern ins Handy und auf seine Agrarwetter-App, die ihm verrät, ob er heute oder lieber morgen auf den Acker fahren sollte.

Wetterprognosen nur so gut wie die gesammelten Daten

Wetterdaten werden von globalen und regionalen Messstationen erhoben. Sie messen Luftdruck, Temperatur, Windrichtungen und -geschwindigkeiten sowie Regenmengen. Auch einige tausend Handelsschiffe und Flugzeuge erheben meteorologische Daten, die an die Wetterdienste gefunkt werden. Auf ihrer Basis berechnet ein Computer die Vorhersagen. Als wegen Corona viele Flugzeuge und Schiffe nicht mehr fuhren, wurden die Wetterdaten spärlicher und damit die Vorhersagen weniger treffsicher.

 

Generell lässt sich sagen, dass Wetterprognosen umso ungenauer werden, je weiter sie in die Zukunft blicken. 14-Tages-Vorhersagen sind Glückssache und können allenfalls eine Tendenz abbilden – die oft am nächsten Tag schon wieder anders aussiehst. Denn das Wetter ist von vielen lokalen Faktoren abhängig. Selbst wenn die Großwetterlage im Frankfurter Raum stabil ist, können im näheren Umkreis kleinräumig Gewitter niedergehen. Und dann sitzt man im Biergarten und wird nass, obwohl die WetterApp Sonnenschein versprochen hat.

 

 

 

 

 

 

 

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