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Gestresste Eltern: Was hat das Kind denn nur?

Schreien, Stress – und kein Schlaf in Sicht. Wenn frisch gebackene Eltern mal die Nerven verlieren, ist das normal und kein Zeichen fehlender Liebe. Wichtig ist vor allem, dass sie Hilfe suchen – fürs Baby genauso wie für Mama und Papa.

 

Vor allem in den ersten drei Lebensmonaten schreien Babys besonders viel, insbesondere in den frühen Abendstunden, informiert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Früher dachte man, dass der Darm der Kleinen noch nicht ausgereift sei, und dass sie deshalb Bauchschmerzen und Blähungen hätten („Dreimonatskoliken“), weil sich zu viele Verdauungsgase in ihrem kleinen Bauch ansammelten.

 

Heute weiß man, dass Luft im Bauch zwar tatsächlich eine wichtige Rolle spielt – aber anders als gedacht.  Bei Säuglingen, die viel schreien, gerät die Luft gerät vor allem deshalb in den Bauch, weil sie eben genau das tun: Sie schreien viel und dabei schlucken sie viel Luft.

 

Reizüberflutung vermeiden

Aber warum schreit ein Baby denn überhaupt so heftig? So heftig, dass das Ein- oder Durchschlafen oft nur klappt, wenn die Eltern mit ihrem Kleinen durch die Wohnung laufen, es stundenlang im Kinderwagen spazieren schieben, mit ihm auf dem Pezziball hopsen oder Ähnliches? Um organische Ursachen auszuschließen, aber auch, um die die junge Familie davor zu bewahren, an die Grenzen totaler Erschöpfung zu geraten, ist es wichtig, mit dem Kinderarzt darüber zu sprechen und sich beraten zu lassen.

 

Denn fest steht: Babys, die viel schreien, schlecht schlafen, in den Wachphasen häufig quengeln und auch motorisch sehr unruhig sind, reagieren oft extrem auf Reize von außen.

Sie können, selbst wenn sie müde sind, nur schwer abschalten. Anstatt sich gähnend von der Welt abzuwenden und einzuschlafen, bleiben ihre Sinne nach außen gerichtet, sodass sie bis zur Erschöpfung alles in sich aufnehmen.

Solch ein Verhalten richtig zu deuten und angemessen darauf zu reagieren ist nicht einfach. Manchmal ist es sinnvoll, in einem „Schrei-Tagebuch“ zu notieren, wann, wie oft und in welchen Situationen das Baby schreit, um einem „Muster“ auf die Spur zu kommen, das sich dann idealerweise auflösen lässt.

 

Weil viele Eltern manchmal nicht mehr weiter wissen, gibt es Orte und Einrichtungen, die Familien von Babys mit Schrei-, Schlaf- und Fütterproblemen beratend und stärkend zur Seite stehen. Dort können junge Eltern lernen, das Verhalten ihres Babys besser zu interpretieren und ihm mit beruhigenden Maßnahmen dabei helfen, sein Gleichgewicht zu finden.

 

Ruhe bewahren!

Das Baby ist satt und frisch gewickelt, lässt sich aber weder durch Kuscheln, Singen oder Spazierengehen beruhigen? Dann müssen Mama, Papa oder andere betreuende Personen vielleicht selbst erst mal wieder zur Ruhe kommen.

 

Was dabei hilft:

  • Innehalten. Zum Beispiel das Kind auf den Rücken in sein Bettchen legen und tief durchatmen – notfalls auch mal kurz den Raum verlassen.
  • Befreundete oder bekannte Menschen um Unterstützung bitten – zum Beispiel darum, dass sie sich mal für ein, zwei Stunden um das Kleine kümmern.
  • Mit einer vertrauten Person telefonieren.
  • Professionellen Rat einholen, zum Beispiel bei einer Schreiambulanz, Kinderarztpraxis oder einer Familien- und Erziehungsberatungsstelle.

 

 

 

 

 

 

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