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Training für die grauen Zellen

Von allen Organen ist das Gehirn zweifellos das rätselhafteste – und zwar sowohl was seinen Aufbau als auch seine Funktionsweise betrifft. Immerhin weiß man seit einigen Jahren wenigstens, wie viele Nervenzellen es hat: 86 Milliarden. Die Wissenschaft geht davon aus, dass deren Verknüpfung untereinander letzten Endes das erzeugt, was wir „Intelligenz“ nennen.

 

Lange Zeit glaubte man, dass die Entwicklung des Gehirns irgendwann abgeschlossen sei und keine neuen Nervenzellen mehr entstehen. Die Entdeckung der Neurogenese, also der Fähigkeit des Gehirns, neue Nervenzellen zu bilden, beendete diesen Irrglauben – und gebar einen neuen Trend: das Gehirnjogging. Das soll ähnlich dem körperlichen Training durch Beanspruchung die Bildung neuer Nervenzellen unterstützen und somit letztlich intelligenter machen. Ob das funktioniert, ist jedoch zweifelhaft.

 

Zwar hinterlässt alles, was wir intensiv üben, Spuren im Gehirn. Allerdings sind diese Spuren sehr spezifisch. Durch Denksport kann also Wissen vermittelt und mit bestimmten Problemstellungen und Lösungswegen vertraut gemacht werden, wodurch gleichartige oder ähnliche Probleme in der Folge besser gelöst werden können. Unter Intelligenzforschern gilt es mittlerweile aber als sicher, dass sich die allgemeine Intelligenz anders als das räumliche Orientierungsvermögen oder die Gedächtnisleistung nicht trainieren lässt. Beim Denksport ist es also am Ende wie beim normalen Sport: Ein guter Gewichtheber ist noch lange kein guter Läufer, und umgekehrt.

 

 

 

 

 

 

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