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Barrierefrei Wohnen ... Schon bei der Planung an später denken!

Paare und junge Familien nehmen oft ein großes, gemeinsames Zukunftsprojekt in Angriff – das eigene Haus, damit alle existierenden und zukünftigen Familienmitglieder ein Dach über dem Kopf haben. Sofern nicht die Eltern mit einziehen und deren altersgerechtes Wohnen bedacht wird, sind in der Regel aktuelle Bedürfnisse bei der Planung maßgebend. Das kann dann später richtig teuer werden.

 

In jungen Jahren spielen Überlegungen, wie das räumliche Umfeld dreißig, vierzig Jahre später strukturiert sein muss, kaum eine Rolle, ebenso wenig inwieweit der Gesundheitszustand das Wohnen beeinflusst. Doch irgendwann sind die Kinder aus dem Haus, die Bauherren gehören dann zu den älteren Menschen, die so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben wollen. Es macht deshalb Sinn, schon beim Kauf einer Wohnung oder eines Bauplatzes an die Zukunft zu denken. Erster oder zweiter Stock? Oder doch lieber Parterre? Gibt es einen Aufzug? Wäre das Treppenhaus für einen Treppenlift geeignet? Ist beim Hausbau die Planung eines Bungalows möglicherweise eine bessere Idee als das mehrstöckige Einfamilienhaus?

 

Möglichst viel ebenerdig

Das größte Problem älterer Menschen ist ihre Beweglichkeit. Treppensteigen ist nicht mehr so einfach und selbstverständlich, von Stolperfallen geht eine viel höhere Gefährdung aus, eine ergonomische Einrichtung wird immer wichtiger. Wer schon beim Planen auf Türbreiten achtet, die für einen Rollstuhl oder Rollator optimal sind oder auf den Einbau von Türschwellen verzichtet, hat schon eine ganze Menge an „Altersvorsorge“ geleistet. Im Bad ist Barrierefreiheit ebenfalls Thema. Mit bodengleichen Duschen oder Badewannen mit niedrigem Einstieg lässt sich schon heute ein modernes, geräumiges Bad ausstatten, das dann in späteren Jahren immer noch ohne grundlegende Umbauten genutzt werden kann. Zusätzliche Haltegriffe lassen sich bei Bedarf und ohne großen finanziellen Aufwand montieren. Beim Verlegen der Stromleitungen in einem Neubau, sollte man sich informieren, was an Unterstützungsmöglichkeiten für Senioren schon heute möglich ist, und die Elektrik entsprechend auslegen. So lässt sich, wenn es sein muss, die Haustechnik elektronisch steuern oder eine gute Vernetzung der Bewohner mit ihren Familienangehörigen oder ihren Pflegekräften ermöglichen.

 

Hauseingänge oder der Zugang zum Garten lassen sich ebenfalls ebenerdig planen. Steigungen müssen nicht unbedingt mit einer Treppe überbrückt werden. Eine Schräge, die bei einer Bewegungseinschränkung auch mit einem Hilfsmittel überwunden werden kann, lässt sich bei der Planung sehr gut in ein modernes Hauskonzept integrieren. Das ist übrigens ein Detail, das einem Hausbesitzer auch in jungen Jahren schon zugutekommen kann. Denn wer sich beim Sport einen Bruch oder eine andere bewegungseinschränkende Verletzung zuzieht und eine Weile auf den Rollstuhl angewiesen ist, wird sich zu seiner vorausschauenden Planung beglückwünschen.

 

 

 

 

 

 

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