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Zum Abschalten mal ins Kloster?

Im modernen Alltag zur Ruhe zu kommen kann ziemlich schwierig sein. Ebenso beliebt wie erfolgversprechend sind kleine Fluchten – die sich aber längst nicht jeder leisten kann, sei es aus finanziellen oder sozialen Gründen. Wer es aber dennoch schafft, steht vor der Qual der Wahl: Wo finde ich denn nun die ersehnte Ruhe? Eine immer beliebter werdende Möglichkeit ist die Auszeit im Kloster.

 

Manche Menschen entfliehen der Hektik und dem Stress des Alltags während eines kleinen Spaziergangs oder beim Sport. Andere betäuben sich im Glauben, so zur Ruhe zu kommen, mit allerlei Rauschmitteln. Leider ist die Entspannung durch Ersteres meist nur von kurzer Dauer. Und Rauschmittel fordern bekanntermaßen früher oder später einen hohen Tribut. Da erscheint es immer mehr Menschen nur logisch, sich genau an einen jener Orte zu begeben, die eigens zur inneren Einkehr geschaffen wurden: in ein Kloster.

 

Die Konfession spielt eine untergeordnete Rolle

Es gibt wohl kaum einen Ort, an dem man den Rückzug und die Abkehr von der Hektik und den Reizen des normalen Alltags konsequenter vollzieht als in einem Kloster. Dabei spielt es nur eine untergeordnete Rolle, welcher Konfession, wenn denn überhaupt, man sich zugehörig fühlt. Neben der katholischen und der evangelischen Kirche öffnen auch viele andere Glaubensrichtungen ihre Pforten für Interessierte, die auf der Suche nach Erholung, Stille, Orientierung oder ihrer eigenen Spiritualität sind. Gemein ist dabei den meisten dieser Orte, dass sie die vermeintliche Freiheit des Alltags durch eine klare Tagesstruktur ersetzen, die den Fokus ebenso auf das Individuum wie auf die Gemeinschaft legt.

 

Für fast alle Ansprüche gibt es das geeignete Kloster

Es liegt in der Natur der Sache, dass die meisten Häuser, in denen man einkehren kann, auf Alleinreisende eingestellt sind. Einige Klöster bieten aber auch Doppelzimmer für Paare an. Für einen Familienurlaub kommen Klöster aber eher nicht infrage – und wären offen gesagt wohl auch nicht die beste Wahl. Stattdessen lebt man meist entweder gemeinsam mit den Mönchen oder Nonnen im selben Gebäude oder aber in einem separaten Gästehaus. In der Ausstattung gibt es allerdings eine große Bandbreite, die vom spartanischen Kämmerlein bis hin zum komfortablen Gästezimmer reicht. Wie weit man Verzicht üben möchte, hängt also von jedem Einzelnen ab.

 

Seminare bieten Gelegenheit für eine Auszeit auf Probe

Es gibt aber auch Klöster, die die Menschen ganz gezielt einladen, um ihnen einen Einblick in dieses besondere Leben zu ermöglichen. Solche mehrtägigen Veranstaltungen finden an festen Terminen statt und folgen dabei einem vorgegebenen Zeitplan. Die Themen solcher „Seminare“ können Meditation, Spiritualität, Achtsamkeit, Kreativität, Fasten oder auch gewaltfreie Kommunikation sein. Wer noch nie in einem Kloster war und auch mit dessen Regeln nicht vertraut ist, kann solche Angebote nutzen, um herauszufinden, ob eine solche Auszeit überhaupt etwas für sie oder ihn ist. Aber keine Sorge: Wenn man ins Kloster geht, darf man auch jederzeit wieder gehen, wenn man das möchte.

 

 

  

 

 

 

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