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Hanf: Eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt

Jahrelang verteufelt oder doch zumindest kritisch beäugt, erlebt die Hanfpflanze derzeit eine Renaissance. Betrachtet man ihre Geschichte und ihren Nutzen, war diese Rehabilitation längst überfällig.

Rund dreitausend Jahre lang war Hanf die am häufigsten angebaute Nutzpflanze der Welt. Er war nicht nur Nahrungsmittel und Arznei, sondern auch Rohstoff für die Herstellung von Segeltuch, Seilen, Kleidung und Papier. Beispielsweise wurden sowohl die berühmte Gutenberg-Bibel als auch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung auf Hanfpapier gedruckt. Und auch die erste Jeans der Geschichte wurde 1870 aus Hanf genäht.

 

Neue Rohstoffe verdrängen Hanf vom Markt

Seine Bedeutung büßte der Hanf erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein, als die Textilindustrie vermehrt auf die einfacher zu verarbeitende Baumwolle und die Jute-Faser setzte. Hanf galt von nun an als unwirtschaftlich. Gleichzeitig setzte sich das nahezu unbegrenzt verfügbare Holz als Rohstoff für die Papierherstellung durch. Als sich schließlich auch die Pharmaindustrie zugunsten neu entwickelter Syntheseverfahren vom Hanf abwandte, schien das Schicksal von Hanf als Nutzpflanze besiegelt.

 

Die Wiederauferstehung  als Nutzpflanze

Es folgte eine unrühmliche Episode, während derer Hanf vor allem als Droge von sich reden machte. Seine Bedeutung und seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten gerieten insbesondere im Bewusstsein der Bevölkerung zunehmend in Vergessenheit. Mittlerweile hat sich der Wind aber wieder gedreht: Sowohl der THC-arme als auch der THC-reiche Hanf sind wieder populär.

 

Ersterer wird vorwiegend in Form von Faserhanf als Rohstoff für Dämm- und Isolierstoffe sowie Textil- und Papierprodukte verwendet. Schließlich gilt die Hanffaser als besonders elastisch, reißfest und haltbar. Hanf, der reich an THC ist, also dem psychoaktiven Wirkstoff der Hanfpflanze, wird hingegen vermehrt im medizinischen Bereich eingesetzt. Insbesondere bei der Schmerztherapie und der Behandlung von Nebenwirkungen, beispielsweise bei der Krebstherapie, hat er während der letzten Jahre kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Dass Hanf aber jemals wieder so wichtig werden wird, wie er einst war, ist eher unwahrscheinlich.

 

 

  

 

 

 

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