©odnikovay_AdobeStock

 

Der Einsamkeit entgegenwirken

Vulnerable Gruppen heißt ein bis vor Kurzem weitgehend unbekanntes Wort. Es steht für Menschen, die durch eine Infektion besonders gefährdet sind. Dazu zählen Senioren, die unter chronischen Krankheiten leiden. Diese sind aber oft auch Opfer einer weiteren Folge der Corona-Pandemie: Denn die Kontaktbeschränkungen führen zu Einsamkeit, die älteren Menschen gerade jetzt besonders zu schaffen macht. Insofern sind Senioren im Krisenjahr 2020 gleich einem doppelten Risiko ausgesetzt.

 

Covid-19 kann zwar jeden treffen, bei Senioren und Menschen mit bestimmten chronischen Vorerkrankungen beispielsweise des Herzens oder Diabetes sind die Krankheitsverläufe aber schwerer und die Sterblichkeitsrate höher. Daher haben sie natürlich auch mehr Ängste, die durch die regelmäßige Berichterstattung über das Virus und seine Folgen auch nicht eben kleiner werden.

 

Wenn Corona auf das Gemüt schlägt

Viele Angehörige dieser Risikogruppen befinden sich in häuslicher Betreuung mit eingeschränkter Mobilität. Zahlreiche wohnen in Alten- oder Pflegeheimen, in denen Besuchsverbote oder gar Ausgangssperren gelten. Der Kontakt zu den Angehörigen ist in manchen Einrichtungen noch über den Zaun möglich; in anderen bricht er wie bereits in der ersten Phase der Pandemie nahezu völlig ab. Werden in den Heimen dann noch soziale Veranstaltungen und Unterhaltungsprogramme aufgrund der Infektionsgefahr abgesagt, droht eine nahezu vollständige Isolation.

Die Politik hat diese Gefahr zwar erkannt und ist bemüht, komplette Kontaktverbote in Alten- und Pflegeheimen zu vermeiden, die Entwicklung der Infektionszahlen zeigt dem aber immer engere Grenzen auf. Psychologen warnen daher bereits vor den Folgen für das Gemüt. Denn Isolierung und Vereinsamung führen nicht nur zu Gereiztheit, Niedergeschlagenheit und Verzweiflung, sondern können auch handfeste Depressionen zur Folge haben.

 

Aktiv gegensteuern

Etwas besser geht es allerdings den älteren Menschen, die dazu in der Lage sind, mit neuen Medien wie Computern, Smartphones und dem Internet umzugehen, um so wenigstens per Videotelefonie die sprachliche und optische Verbindung mit den Liebsten zu halten. Hier können Angehörige auch bei eingeschränkten Besuchen unterstützende Hilfe beim Erlernen der modernen Kommunikationstechniken leisten.

Wenn möglich, sollten auch Senioren Spaziergänge im Freien unternehmen. Neben der frischen Luft, in der eine deutlich geringere Infektionsgefahr herrscht, kann auch das natürliche Sonnenlicht dazu beitragen, die Stimmungslage buchstäblich aufzuhellen. Hilfreich kann zudem die Rückbesinnung auf alte Hobbys sein. Puzzeln fördert ebenso wie Handwerken oder auch das Malen die Kreativität und lenken so von allzu trübseligen Gedanken ab. Schließlich muss man sich auch nicht jede Nachricht über neue Infektionszahlen anschauen. Denn das erzeugt bei manchen Ängste oder gar Panik, die der Gesundheit ganz und gar nicht zuträglich sind.

 

Vielleicht braucht es ja nur noch ein wenig Geduld. Die ersten Impfstoffe stehen kurz vor der Zulassung und dann sollen zuerst die Senioren zum Beispiel durch mobile Impfteams davon profitieren. Auch Pandemien gehen mit der Zeit vorbei.

 

 

 

 

 

 

Startseite