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Gelassenheit kann man lernen

Sieben Tage lang saß er da, mit untergeschlagenen Beinen, die Hände ineinander gelegt, bis er schließlich zur Erleuchtung gelangte. Von da an nannte man ihn den Buddha, den Erwachten. Heute gilt er vielen Menschen auf dieser Welt als der Inbegriff der Gelassenheit schlechthin – und als Inspiration, selbst auf die Suche nach innerer Ruhe zu gehen. Denn Gelassenheit, das hat uns Buddha gelehrt, ist keine angeborene Teilnahmslosigkeit, sondern eine Qualität, die man erlernen kann.

 

Das vergangene Jahr war Stress pur: Social Distancing, Lockdown, Existenzängste und Ansteckungsgefahr. Da überrascht es nicht, dass rund die Hälfte aller Teilnehmer einer Umfrage der Techniker Krankenkasse angaben, sich während der letzten zwölf Monate gestresst gefühlt zu haben. Aber machen wir doch gleich den ersten Schritt hin zu innerer Ruhe und begreifen dies als genau das, was es ist: die wohl perfekte Chance, Gelassenheit zu erlernen. Denn schließlich geht es nicht darum, Stress zu vermeiden. Erst durch ihn haben wir ja die Möglichkeit, unsere Gelassenheit auch auszuspielen.

 

Optimismus fördert die innere Ruhe

Natürlich fällt Gelassenheit einigen Menschen leichter als anderen. Das liegt vor allem daran, dass manche Menschen mit einem gewissen Optimismus durchs Leben gehen, der zu einer eher unbekümmerten Grundeinstellung führt. Angst vor dem Verlust des Jobs, der Zukunft, Zurückweisung, Krankheit oder Prüfungsangst – Optimisten gehen zunächst einmal davon aus, dass diese Probleme sie nicht betreffen. Und wenn doch, dann wird man sie schon irgendwie lösen können. Generell ist Gelassenheit also die Fähigkeit, trotz störender oder zumindest ablenkender innerer und äußerer Einflüsse, Situationen zu erkennen und den Erfordernissen entsprechend zu handeln.

 

Viele Wege führen nach Rom

Es gibt zwar keinen „Lehrplan“ der Gelassenheit, nach dessen Erfüllung wir unseren verbleibenden Lebtag sorglos und dauerentspannt leben können. Dennoch haben wir die Möglichkeit, einzelne Aspekte unserer Persönlichkeit so zu konditionieren, dass uns die sprichwörtliche Laus nicht mehr ganz so schnell über die Leber läuft. Der erste und wichtigste Ansatzpunkt hierfür ist unser Körper, denn wer körperlich angespannt ist, schafft es vermutlich kaum, innerlich entspannt zu sein. Hierbei helfen vor allem Entspannungs- und Atemtechniken, aber auch Massagen, Wellness, ein Tee im Lieblingssessel oder auch das Anrühren und Backen des Lieblingskuchens!

 

Es geht um Gleichmut, nicht um Gleichgültigkeit

Denn egal, auf welchem Weg wir unser Ziel erreichen, geht es letztlich darum, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Wir wollen weder getrieben von unseren Gedanken sein noch geht es darum, alle Dinge mit Gleichgültigkeit zu betrachten. Unser Ziel ist deshalb auch nicht nur die Stressresistenz, sondern ebenso Entscheidungsfreude, Zielstrebigkeit, Verlässlichkeit, Zufriedenheit – und natürlich Gesundheit. Denn wer gelassen dem Tag entgegensieht und all jene Dinge, die er oder sie nicht ändern kann, erkennt und anerkennt, wird nachweislich seltener krank – und nicht nur deswegen ganz sicher glücklicher sein.

 

 

 

 

 

 

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