©andreaobzerova_AdobeStock

 

Gärtnern für die Seele

Blumen sind das Lächeln der Erde, sagte der amerikanische Philosoph Ralph Waldo Emerson. So gesehen ringen Gärtner ihrem Garten täglich ein Lächeln ab, begabte Gärtner sogar ein sehr breites.

 

Man kann Gärtnern so einiges nachsagen, nur nicht, sie säßen zu oft in ihrem Garten. Selten sitzt ein Gärtner einfach nur und genießt sein Grün, denn selbst wenn er sitzt, plant er im Kopf schon die nächsten Aktivitäten – hier umpflanzen, dort schneiden und unbedingt noch Dünger bestellen. Doch wo Außenstehende in erster Linie ausschließlich Arbeit und Anstrengungen erkennen können, findet der Gärtner bei seiner Tätigkeit Freude, Entspannung und Selbstvergessenheit. Der Garten ist Zufluchtsort und Quelle der Gesundheit.

 

Es ist egal, wie groß der Garten ist oder in welchem Stil er angelegt wurde – der Gärtner bewegt sich an der frischen Luft und wenn er rückenfreundlich arbeitet, stärkt er Körper und Geist. So gesehen ist  der Garten das bessere Fitness-Studio, hier macht der Einsatz von Muskelkraft einen Sinn, denn er bildet die erbrachte Anstrengung farbenfroh ab. Neben dem Körper des Gärtners profitiert seine Seele, er sieht nicht nur unmittelbar, was er „heute geschafft“ hat, sondern er sieht auch das befriedigende Ergebnis seiner Planung und seines Gestaltungsvermögens. Allerdings nicht unmittelbar, denn was der Gärtner ebenfalls lernt, ist Geduld. Die im Herbst gepflanzten Blumenzwiebeln blühen erst sechs Monate später, der Baumschnitt zahlt sich erst in der nächsten Saison aus.

 

Der Garten lehrt den Gärtner auch Demut, denn trotz seiner Bemühungen ist er auf die Gunst der Natur angewiesen. Auf ausreichend Sonne, auf Wärme, auf Wasser. Ein einziger Nachtfrost kann seine Kulturen vernichten, ein Sturm seine Sträucher und Bäume knicken. Doch wenn es der Gärtner schafft, die Erde zum Lächeln zu bringen, dann geht ihm das Herz auf und er strahlt zurück.

 

 

 

 

 

 

Startseite