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Halligen: halb Land, halb Meer

Der Traum vom winzigen, einsamen und wunderschönen Eiland muss sich nicht unbedingt in den Tropen erfüllen. Ein Trip an die deutsche Nordsee reicht aus. Zehn Halligen liegen dort rund um die Insel Pellworm „vor Anker“. Auf einigen kann man sogar Urlaub machen. Ein ganz eigener Mikrokosmos mitten im Meer.

 

Der berühmte norddeutsche Schriftsteller Theodor Storm nannte die weltweit einmaligen, nicht eingedeichten Inseln schwimmende Träume. Und in der Tat kann man sich dem idyllischen Charakter dieser nur zehn bis etwa 950 Hektar großen Land-Vorposten kaum entziehen (Infos unter www.halligen.de). Wer beispielsweise per Postschiff oder Fähre auf eine Hallig kommt, wird schon aus der Ferne überrascht sein von dem satten Grün und den darauf grasenden Kühen und Schafen. Von der reinen, salzhaltigen Luft ganz zu schweigen.          

         

Einmalig entspannt

Alle zehn Halligen liegen im Naturpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, ständig bewohnt sind sieben. Schon die Einwohnerzahl zeigt, wie entspannt es sich auf einer Hallig wohnen lässt: Von neun bis knapp über hundert reicht die Palette. Stress ist Fehlanzeige, Hektik gibt es höchstens bei Hochwasser. Da es immer mal wieder zu solchen Überschwemmungen kommt, stehen alle Häuser einer Hallig auf „Warften“, künstlich geschaffenen Erhöhungen.

 

Die größte, die Hallig Langeneß, misst gerade einmal 9,5 Quadratkilometer. Womit klar wird: Ein Auto wird hier nicht gebraucht. Die Nachbarhallig Hooge ist schon nur noch gut halb so groß. Dorthin, sowie zu den Inseln Sylt und Amrun geht es von Langeneß auch per Schiff. Sie ist der „Touristenmagnet“ unter den Halligen und es gibt zahlreiche Unterkünfte sowie zwei Hotels. Aber sonst sind Privatunterkünfte oder Ferienwohnungen, meist mit direktem Familienanschluss und entsprechendem Charme. Gestärkt mit einem friesischen Frühstück geht es zum Beispiel auf eine Wanderung durch den Naturpark Wattenmeer, auf kleine Radtouren, zu Vogel- und Seehundbeobachtungen, auf eine Kutschfahrt, zum Besuch des Heimatmuseums oder einfach zum Ausspannen und Baden. Wer dann noch in einer typischen friesischen Teestube mit den Einheimischen „schnackt“, ist wirklich angekommen. 

Übrigens: Die winzigen Halligen Südfall, Habel, Norderoog und Süderoog gehören zum Nationalpark und sind entweder ganz oder fast unbewohnt.

 

Das Meer vor der Türe     

Tritt man auf einer Hallig aus dem Haus, ist man auch schon an Strand und Wasser. Badestellen laden zum Schwimmen ein. Sie sind teils mit Duschen, Bänken oder Badetreppen ausgestattet sowie mit Informationen über die Gezeiten (Tide). Kurios: Je nach Tide, lässt es sich an einigen Stellen entweder baden oder auf dem Meeresgrund spazieren gehen.

 

 

 

 

 

 

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