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Ferien in den eigenen 4 Wänden

In Zeiten von Corona zählt wieder der alte Spruch: „My home is my castle“. Verständlicherweise plagt viele schon jetzt das Fernweh oder die Lust auf Kultur. Denn statt uns reist derzeit ein Virus um den Globus. Gut, dass man sich die Welt ins Wohnzimmer holen kann.

 

Man spürt den Sand förmlich unter seinen Füßen, vor dem Auge lockt das weite, türkisfarbene Meer. Sanft laufen die Wellen am Ufer aus, eine große Muschel liegt im Schlick. Ich atme tief ein und spüre tatsächlich, wie die salzhaltige Luft in meine Lungen strömt. Programmwechsel. Nun geht es von einer Gasse auf einen Platz einer Stadt. Keine geringere als die Mutter aller Städte: Rom. Ich gelange, ein wenig durch Menschenmassen stolpernd, vor die Spanische Treppe. Tauben fliegen erschrocken auf, man hört das Flattern deutlich. All das wird durch eine VR-Brille nebst 3-D-Effekt möglich.  

 

Schöne neue Welt

Das ist der neueste und zugleich teure virtuelle Schrei. Millionen sind im Home-Office-Modus oder haben vorübergehend keine Arbeit mehr – und dann wollen auch die Kinder unterhalten werden. Jetzt hilft das Motto: Können wir nicht in die Welt hinaus, holen wir sie uns ins Haus. Museen, Konzertsäle, Theater geschlossen? Grenzen dicht und Hotels ebenso? Egal, denn längst gibt es sie digital. 

 

Dazu muss man nicht unbedingt in die aufwendig zu installierende VR-Technik investieren. Es geht auch mithilfe von Streamingdiensten, Netflix oder Magenta TV. Netflix boomt besonders, bietet ein schier unerschöpfliches Reservoir an Serien, Filmen und Co. an – unbegrenzt und werbefrei für einen Pauschalbetrag (Infos unter www.netflix.de). Kürzlich startete „Disney Plus“ sein Streamingangebot in Deutschland. Es unterhält mit etlichen Zeichentrickklassikern nicht nur die schulentwöhnten Kinder. Überhaupt werden es immer mehr Anbieter – Apple +, Sky, Amazon Prime … Alles ist überall und jederzeit abrufbar – der Boom wird durch die Pandemie sicher weiter ansteigen.

 

Besuch bei einer Königin

Für viele ist zudem das Internet ein unverzichtbares Unterhaltungsportal. Das Tor zur Welt tut sich auch dort auf. Etwa über die zahlreichen Social-Media-Plattformen. Dem Erfindungsreichtum der Anbieter sind kaum Grenzen gesetzt. Ab geht es in Facebook zum Sonnenuntergang auf die Insel Sylt direkt an die Strandpromenade oder zu blühenden Wiesen ins Allgäu, herrliches Bergpanorama im Hintergrund inbegriffen. Kulturbeflissene linken sich zum dreidimensionalen Rundgang ins Pergamonmuseum ein, besuchen virtuell die Büste der Königin Nofretete. Oder wie wäre es mit einem Konzertbesuch bei den benachbarten Berliner Philharmonikern im Livestream – Eintritt (so gut wie) frei? 

 

Etwas Gärtnern

Wer einen Garten hat oder zumindest einen größeren Balkon sein eigen wähnt, kann sich dort nicht nur sonnen. Eigenanbau wäre ein Tipp. Warum nicht mal wieder Salatköpfe ziehen und Tomaten wachsen lassen? Schön ist es auch, die eigene Grünzone in ein blühendes Paradies für Bienen und Schmetterlinge zu verwandeln.  

All das hilft ein wenig über diese kontaktarme und reisefreie Zeit hinweg. Bleibt zu hoffen, dass wir uns bald wieder frei bewegen können – in einem echten Umfeld. Beispiel Kinobesuch. Momentan ist auf den Programmschildern der Kinos statt der neuesten James Bond Ankündigung, „Bleiben Sie Gesund“ zu lesen.

 

 

 

 

 

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