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Das Hammam

Hammam ist Badekultur pur. Die alte Dampfbadtradition pflegt nicht nur den Körper – sie reinigt auch die Seele. Und es ist viel mehr als bloß Schwitzen. Das orientalische Bad dient dem Ruhefinden und der Wertschätzung des  eigenen Ichs. Einfach Wellness pur!

 

„Hammam oder auch Hamam“ stammt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie Wasserstelle oder Badeplatz. Die etliche Jahrhunderte alte Kultur hat ihre Wurzeln im Gebiet des heutigen Iran, der Türkei und im arabischen Raum. Oft wird  Hammam auch „türkisches oder orientalisches Bad“ genannt. Es diente und dient noch heute nicht nur der Entspannung und sanften Körperreinigung,  sondern ist auch ein Ort der Kommunikation. Im Hammam schwitzt und sitzt man nebeneinander, meditiert oder plaudert miteinander. Es gibt allerdings auch Badeanstalten, in denen explizit nicht gesprochen werden soll. Hauptsache: man relaxt dabei und lässt den Alltag hinter sich.    

 

Badezeremonie in edlem Ambiente

Einfach mal schnell ein paar Saunagänge oder eine halbe Stunde sich ins Dampfbad setzen hat mit dieser Badekultur in etwa so viel gemeinsam wie Fast- mit Slow Food. Wer eine Hammam-Badeanstalt besucht (mehr Informationen unter www.hamaminstitut.com), sollte Zeit und Muße mitbringen. Der Gang in solch einen Badetempel bedeutet auch eine Freude für das Auge. Denn das türkische Bad ist üppig mit Marmor, farbigen Kacheln und wunderbar geschnörkelten Ornamenten ausgekleidet, alles „Oriental Style“. Dazu passen die eigens für das Bad entworfenen Hammam-Tücher. Diese bunten, meist reichlich verzierten Tücher mit den markanten weißen Fransen an den Enden, werden aus einem besonders leichten Baumwollstoff hergestellt. So trocknen sie besonders schnell und lassen sich angenehm mit einem Knoten über der Brust am Körper  tragen. Sie sind auch als Strandtücher längst in Mode.

 

Einfach mal Dampf ablassen

Zunächst steht eine reinigende Dusche an. Danach geht es – zumindest im klassischen Hammam – durch mehrere wohlriechende Baderäume. Nummer Eins ist ein Ruheraum namens „Maslakh“. Solcherart geerdet, geht es weiter in den „Sogukluk“. Bei mindestens 30 und maximal 45 Grad Celsius darf dort fleißig geschwitzt werden. Richtig öffnen können sich die Poren danach im „Halvet“, denn in Raum Drei herrschen ungefähr 50 bis 60 Grad bei recht hoher Luftfeuchtigkeit von rund 65 Prozent. In Raummitte sorgt eine beheizte Liegefläche, der sogenannte Nabelstein, für Behaglichkeit. Ätherische Öle und Wasserdampf reinigen und schonen dabei die Atemwege. Auf wohligen warmen Marmorplatten lässt man sich von einem Masseur („Tellak“) und mit einem Waschhandschuh mittels wohltuender Massagetechnik von Hautablagerungen und Hautschuppen befreien. Danach wird der Körper in duftenden Schaum gepackt. Was folgt, ist die Hammam-Massage mit warmen Wassergüssen.  

 

Übrigens: Im Hammam wird normalerweise nach Geschlechtern getrennt geruht und geschwitzt – eben ganz orientalisch.

 

 

 

 

 

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