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Gustafsberg – Schwedens ältester Kurort

Versteckt inmitten der Schärenlandschaft Bohusläns im Südwesten Schwedens liegt der historische Badeort Gustafsberg. Einst der luxuriöseste Badeort des Landes, ist das moderne Gustafsberg ein verschlafen anmutendes Örtchen, dessen Zauber alljährlich etliche Naturliebhaber und Ruhesuchende erliegen.

 

Es sind nur ein paar Dutzend Häuschen, die sich am Ufer der kleinen Bucht wenige Kilometer südwestlich von Uddevalla aufreihen. Gustafsberg ist nun wirklich keine Metropole. Und doch beherbergte der einstige Badeort am oberen Ende des Byfjords einmal die Oberschicht Schwedens. Der Aufstieg des ehemaligen Bauernhofs, der damals noch Baggetofta hieß, begann, nachdem der Göteborger Stadtarzt Jacob Boëthius 1729 die Wasserqualität der beiden mineralischen Sauerquellen untersuchte, die hier an die Oberfläche sprudelten. Sein Fazit: Nicht nur das Wasser, sondern auch die Umgebung sei hervorragend für Kururlaube geeignet. So könne das Trinken des mineralstoffreichen Wassers allerlei Krankheiten, von Lähmungen über Hysterie bis hin zu Rachitis, heilen. Hiermit war der Grundstein für die Zukunft des Ortes gelegt.

 

Aus einem Bauernhof wird ein Kurort

Nachdem im Jahre 1774 das erste Badehaus errichtet worden war, begann man in den 1780er-Jahren damit, die Behandlung in Form des Trinkens des Heilwassers mit Salzwasserbädern zu ergänzen. Überregionale Bekanntheit erlangte Gustafsberg im Jahre 1804, als Gustav IV. Adolf König von Schweden seinen kränklichen Sohn zur Behandlung hierher schickte – mit großem Erfolg. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts strömten nun reiche Bürger und Adlige auf der Suche nach Heilung und Amüsement in das kleine Gustafsberg. Danach verblasste der einstige Ruhm allmählich. In Vergessenheit geriet Gustafsberg aber nie.

 

Gemütlich geschichtsträchtig

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts fasste man den Entschluss, das Erbe Gustafsbergs zu erhalten. So wurden die Villen und anderen Gebäude des Ortes 1986 unter Denkmalschutz gestellt. Heute befindet sich im früheren Badehaus direkt am Ufer eine Jugendherberge mit 13 Zimmern, fast alle mit Meerblick. Hier kann man an lauen Sommerabenden auf der großen Holzveranda sitzen und den Blick über den Byfjord schweifen lassen – und mit etwas Glück sogar einen Wal sehen. Gerade während der Sommersaison, die von Juni bis August dauert, lockt Gustafsberg viele Besucher an. Ein großer Teil kommt auch aus dem nahe gelegenen Uddevalla, das über einen malerischen Promenadenweg direkt entlang der Felsküste mit Gustafsberg verbunden ist.

 

Schwedens schönste Seite

Wer Gustafsberg besucht, sollte auf jeden Fall auch einen Ausflug in die Umgebung unternehmen. 1980 wurde ein 278 Hektar großes Gebiet rund um den Badeort zum Naturschutzgebiet Gustafsberg erklärt. Hier können Sie nicht nur Hiken, klettern und Kanu fahren, sondern sich auch auf einem Schärenboot einschiffen und sich die vielen Badestrände entlang des Byfjords zeigen lassen – um dann später dorthin zu wandern. Und wenn es Sie nach Kultur verlangt, besuchen Sie doch das gerade einmal zweieinhalb Kilometer entfernte Uddevalla. Den Zauber Schwedens werden Sie überall finden.

 

 

 

 

 

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