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Bath – Heiße Quelle im Süden Englands

England ist zwar bekannt für seine Seebäder, nicht aber für seine Kurbäder. Und das hat einen ganz einfachen Grund. Im ganzen Land gibt es nur ein einziges Bad, das von heißen Thermalquellen gespeist wird: das im Südwesten Englands gelegene Bath.

 

Dampf steigt aus dem Becken, das Wasser darin mehr grün als blau, an den verwitterten Kolonnaden blecken Feuerschalen, am Himmel ein roter Heißluftballon – früh morgens stehen wir am Rand der römischen Badeanlage in Bath, im Rücken der Klosterturm der monumentalen Bath Abbey. Einst erholten sich hier die Eroberer aus dem Mittelmeerraum vom ungewohnt harschen Klima der britischen Inseln. Mit 46 Grad Celsius strömt das Thermalwasser an die Oberfläche, dessen heilende Wirkung wir im angrenzenden Pump Room Restaurant kosten können. Denn im alten Becken ist das Baden mittlerweile verboten, der Ort ein Museum inmitten einer Stadt, die so aus der Zeit gefallen wirkt, dass ihre Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe im Jahr 1987 fast überfällig erscheint.

 

Aus vergangener Zeit und dennoch quicklebendig

Rund eineinhalb Stunden Zugreise liegen zwischen der pulsierenden Metropole London und dem beschaulichen, etwa 90.000 Einwohner zählenden Bath. Seine Blütezeit erlebte der Ort zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert, als Bath zum Spielplatz der englischen und internationalen High Society avancierte. Damals entwickelte sich auch maßgeblich das Stadtbild, das heutige Besucher schnell glauben macht, sie flanierten durch eine historische Filmkulisse: Ihrer einzigartigen Mischung aus mondänen Parks, weitläufigen Plätzen und pracht-, oft auch prunkvoller Architektur im georgianischen Stil verdankt Bath den Ruf, eine der schönsten Städte des Landes zu sein. Besucht man Bath im September, fühlt man sich mit etwas Glück dann auch ganz buchstäblich in die Zeit des Empire, der Dandys und strikter Etikette zurückversetzt. Denn dann findet das „Jane Austen Festival“ statt und Literatur-Enthusiasten aus der ganzen Welt strömen hierher, um der wohl berühmtesten Bewohnerin Baths ihre Ehre zu erweisen – und zwar allesamt standesgemäß in feinster Regency-Mode.

 

Modern und weitläufig, oder traditionell und intim

Der Kurbetrieb findet heute vor allem im 2006 eröffneten Thermae Bath Spa statt, das in das New Royal Bath und The Cross Bath unterteilt ist. Letzteres ist eines der ursprünglichen Bäder, die Wilhelm II. im 11. Jahrhundert erbauen ließ, und bietet ein eher intimes Spa-Erlebnis unter freiem Himmel und in historischer Kulisse. Das New Royal Bath ist hingegen schon auf den ersten Blick ganz in der Gegenwart angekommen. Neben dem berühmten Bath Stone dominieren große Glasfronten, die das Licht ins Innere des Gebäudes leiten. Und auch was Service und Anwendungen angeht, weiß das New Royal Bath gekonnt Altes mit Neuem zu verknüpfen. Buchstäblich ein echtes Highlight ist der Pool auf dem Dach. Von hier aus haben Besucher besonders während der Abendstunden einen traumhaften Blick über die Giebel der Stadt und die angeleuchtete Bath Abbey – und die umliegenden Hügel der Cotswolds.

 

 

 

 

 

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