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Reisen mit dem Wind

Bei einer Ballonfahrt lässt man Stress und Hektik am Boden zurück. Denn wenn der Korb abhebt und fast unmerklich und geräuschlos höher und höher steigt, wird die Welt unten nicht bloß winzig klein – man schwebt auch im wahrsten Sinne des Wortes über den Dingen.

 

„Glück ab und Gut Land“ – so  lautet der Ballonfahrergruß. Es ist noch früh am Morgen, die Luft frisch und klar, der Himmel wolkenlos – beste Voraussetzungen für eine Fahrt ganz nahe am Himmel. Man kann das ganze Jahr über mit so einem schönen, altertümlich wirkenden Ballon in die Luft gehen. Seit vor Jahrhunderten die ersten Wagemutigen den Weg nach oben wagten, sieht man die bunten Ballons immerzu bei Prachtwetter am Himmel.   

 

Der Pilot startet den Propangasbrenner, die Ballonhülle richtet sich flott vor unseren erstaunten Augen auf, die rot-weißen Streifen der Außenhülle glänzen unter der Morgensonne. Pilot Stefan gibt uns das Zeichen, schnell in den Korb zu klettern.  Etwas ruckelnd heben wir ab und bekommen gesagt, ein flaues Gefühl im Magen sei ganz normal bei der ersten Fahrt, das lege sich gleich wieder.

 

In die Luft gehen…

… ist mit einem Ballon tatsächlich ein zugleich einmaliges wie besonderes Erlebnis. Unser Pilot Stefan ist ein alter Fuchs der Lüfte. Er hat schon unzählige Stunden Fahrpraxis, dabei etliche Male die Alpen überquert und sein Luftschiff sicher und souverän erst vor den Toren Venedigs wieder auf den Boden gebracht. Ballonfahren - es heißt im Übrigen fahren, da das Luftschiff leichter als die Luft ist, ist weitaus sicherer als zum Beispiel Autofahren. In Deutschland gab es seit Jahrzehnten keinen nennenswerten Unfall mehr. Und es ist weitaus schöner! 

 

Schnell und sicher sind wir inzwischen auf die angepeilte Reisehöhe von gut 300 Metern Höhe aufgestiegen, und was sich nun dem Auge präsentiert, ist atemberaubend. Endlos schweift der Blick über die Landschaft. Alles sieht aus wie in Lilliput. Winzig wirken Häuser und Straßen, breiten sich Wälder und Seen aus, Flüsse glitzern dazwischen silbern. Am Horizont tauchen die gewaltigen Massive des Karwendelgebirges und der benachbarten Zugspitze auf, die Kalksteinmassive glänzen wie frisch poliertes Silber. Dieser sanfte und stille Flug hat für mich etwas ganz und gar Befreiendes. Als läse Stefan meine Gedanken, meint er, eine Ballonfahrt ließe sich nicht beschreiben – die müsse jeder selbst einmal erleben. Das ist ab etwa 130 Euro aufwärts in ganz Deutschland möglich (mehr Informationen finden Sie im Internet unter dem Stichwort „Ballonfahren“).  Einzige Voraussetzungen: ein Mindestalter von zwölf Jahren und man darf nicht schwerkrank sein. 

 

Als wir nach zwei Stunden wieder festen Boden unter den Füßen haben, gibt es noch einen Umtrunk nebst Urkunde – die obligatorische Ballonfahrertaufe. Wir sind begeistert und beschließen, als Nächstes eine Alpenüberquerung mit dem Ballon mitzumachen.

 

 

 

 

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