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Berühmte Heilbäder in Europa

Für viele Deutsche wird Spanien jedes Jahr im Sommer zum Inbegriff von Entspannung und Erholung. Doch dass das Land nicht nur zum Strandurlaub einlädt, sondern ebenfalls eine lange Kurtradition pflegt, wissen die wenigsten. Das berühmteste und für viele auch das beste Kurbad des Landes liegt im äußersten Nordwesten des Landes, im bergigen, galizischen Hinterland.

 

Wer Mondariz-Balneario von Weitem erblickt, wird wohl kaum damit rechnen, dass der Ort unter Kurkundigen höchstes Ansehen genießt. Und auch bei der Einfahrt in die engen Gässchen lässt nur wenig vermuten, dass die rund100 Kilometer südlich von Santiago de Compostela gelegene 800-Einwohner-Gemeinde mehr als ein verschlafenes Nest inmitten der Grenzregion zu Portugal ist. Die zweifelhafte Ehre, die kleinste Gemeinde Spaniens zu sein, stützt dieses Vorurteil zusätzlich. Und doch beherbergt Mondariz-Balneario das angesehenste Kurbad des Landes.

 

Kuren auf  höchstem Niveau

Begründet wurde die galizische Kurtradition von den Kelten. Zu seinem hervorragenden Ruf gelangte Balneario de Mondariz aber erst in der sogenannten Belle Epoque, als im späten 19. Jahrhundert das goldene Zeitalter der europäischen Thermalbäder anbrach und man hier, inmitten des galizischen Hinterlandes, ein Gran Hotel erbaute. Heute ist hier ein modernes Kurzentrum, das sich an den höchsten internationalen Standards misst. Dennoch gedenkt man hier auch gerne seiner Ursprünge: Eine Hommage an die Anfänge der galizischen Kurtradition ist der sogenannte Circuito Celta, der fünf unterschiedliche Entspannungsanwendungen kombiniert, die allesamt von der keltischen Badekultur inspiriert sind. Zahlreiche weitere Wellness- und Schönheits- anwendungen erwarten Gäste im über 3.000 m² großen Palacio del Agua. Selbst höchste Ansprüche dürften hier erfüllt werden: 2012 wurde der Wasserpalast von Condé Nast Traveller zum besten SPA des Landes gewählt!

 

Galizien – Spaniens geschichtsträchtigste Kurregion

Auch wenn die Stunden und Tage im Balneario de Mondariz nur so verfliegen, wäre es schade, den einzigartigen Charme Galiziens nicht hautnah erlebt zu haben. Hierzu empfiehlt sich ein Ausflug zu den beiden Quellen des Ortes, der prunkvollen Fuente de Gándara gegenüber des heutigen Gran Hotels, sowie der im Vergleich fast schlichten Fuente de Troncoso am westlichen Ortsausgang. Wer mehr Bewegungsdrang verspürt, kann das ausgedehnte Wegenetz der Region bewandern. Mit etwas Glück entdecken Sie vielleicht sogar einige der Wildpferde, die in den Pinien- und Eukalyptuswäldern umherstreifen. Und auch ein Ausflug an die Küste sollte nicht fehlen. Kulinarisch Interessierten seien hier die Perceves genannten Entenmuscheln ans Herz gelegt, die waghalsige Fischer unter Lebensgefahr in der Brandung ernten. Näher kann man der galizischen Seele kaum kommen.

 

 

 

 

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