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Keep Smiling

Lächeln ist zweifellos das Zweitbeste, was man mit den eigenen Lippen anstellen kann. Aber obwohl es uns noch nicht einmal etwas kostet, sind manche Menschen nicht besonders freigiebig damit – und nicht immer liegt das an einem trüben Gemüt. Allzu oft ist es die mit dem Lächeln verbundene Enthüllung unserer Zähne, die für krampfhaft verkniffene Mundwinkel sorgt. Denn um unsere Zähne ist es nicht immer gut bestellt. Der Grund: mangelnde oder falsche Pflege.

 

32 an der Zahl, 16 oben und 16 unten, alle in Reih und Glied, so stehen sie da, unsere Zähne. Na ja, zumindest theoretisch, denn im Laufe des Lebens kann es durchaus einmal vorkommen, dass uns einer oder sogar mehrere dieser Beißer verlustig gehen. Beruhigend, wenn wir dann nicht zwangsläufig mit Mut zur Lücke durchs Leben gehen müssen, sondern die Leerstelle mit Brücken, Kronen oder Implantaten füllen können. Und auch schön geordnet sind unsere Zähne längst nicht immer. In diesem Fall helfen wir dann gerne mit Zahnspangen nach. Alles in allem erfordern gesunde und schöne Zähne also ziemlich viel Aufmerksamkeit, tagtäglich, ein Leben lang.

 

Was an unseren Zähnen nagt

Abbeißen, zerkleinern, zermahlen – unsere Zähne müssen enormen Belastungen standhalten. Trotzdem sind sie relativ empfindlich. Vor allem Säureangriffe durch Bakterien, die Karies und auch Parodontose auslösen können, setzen ihnen zu. Und das fast täglich, denn eine der Hauptursachen von Karies und anderen Erkrankungen von Zähnen und Zahnfleisch ist die falsche Ernährung. Vor allem Zucker in all seinen Varianten ist für unsere Zähne schädlich.

 

Dieser Zucker steckt nicht nur in Süßigkeiten, sondern auch in vermeintlich gesunden Lebensmitteln wie Obst. Insbesondere Obst von klebriger Konsistenz oder extrem saure Früchte greifen den Zahnschmelz an. Gleiches gilt auch für Fruchtsäfte. Nun könnte man meinen, dass man nach dem Naschen einfach die Zähne putzen sollte, um die schädliche Säure auszuspülen. Das ist aber vor allem bei sauren Lebensmitteln der falsche Weg, denn direkt an das Essen anschließendes Zähneputzen greift den Zahnschmelz zusätzlich an. Hier ist es empfehlenswerter, den Mund einfach mit Wasser auszuspülen. Ansonsten nach dem Essen eine halbe Stunde warten, bis die Konzentration der schädigenden Substanzen nachgelassen hat, bevor Sie zur Bürste greifen.

 

Zur Zahnpflege gehört auch die Mundpflege

Die Zahnpflege ist tatsächlich nur ein kleiner Teil der Mundpflege. Denn selbst wenn Sie die richtige Zahnputztechnik perfektioniert haben, erreichen Sie mit der Zahnbürste nur etwa 30% des gesamten Mundraums. Problematisch sind vor allem die Zahnzwischenräume, weil sich dort gerne Zahnbelag absetzt.

Reinigen können Sie diese Zahnzwischenräume mit Zahnseide, eventuell gewachster Zahnseide, die das Zahnfleisch schont, oder sogenannten Interdentalraumbürsten. Mundspülungen können die tägliche Mundhygiene zusätzlich unterstützen und zum Beispiel bei Mundgeruch Abhilfe schaffen. Das tägliche Putzen können sie dagegen nicht ersetzen.

 

Für Kinder sind die normalen Mundspülungen übrigens sowieso ungeeignet, weil die bunten Farben und bonbonfrischen Aromen zum Verschlucken der Flüssigkeit verleiten können. Hier können Eltern stattdessen zu speziellen Lösungen greifen, die geringer dosiert und milder im Geschmack sind.

 

Die tägliche Zahnpflege

Beim Zähneputzen ist es ein bisschen so wie mit dem Autofahren: Jeder glaubt, er kann es am besten. In Wahrheit passieren beim täglichen Putzen aber allzu oft Fehler. Die wichtigsten Grundregeln für die tägliche Zahnpflege lauten: Es wird zweimal am Tag geschrubbt, am besten nach dem Frühstück und dem Abendessen, jeweils etwa drei Minuten lang. Außerdem wird jede Fläche geputzt, egal, ob die Innenseite der Schneidezähne oder der letzte Backenzahn ganz hinten. Dabei dürfen die Zähne aber nur mit mäßigem Druck geputzt werden, da ein zu starkes Anpressen der Bürste das Zahnfleisch verletzen oder den Zahnschmelz beschädigen kann. Deshalb sollten auch die Borsten nicht zu hart und abgerundet sein. Wie genau Sie Ihre Zähne putzen sollten, kann Ihnen Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt verraten. Dort wird man auch auf individuelle Problembereiche eingehen und diese bei der Putztechnik berücksichtigen können.

 

Zahngesundheit und Herzerkrankungen

Seit Kurzem weiß man, dass eine regelmäßige und gründliche Zahn- bzw. Mundpflege wohl auch für die Gesundheit unseres Herz-Kreislauf-Systems von Bedeutung ist. Der Grund: In unserem Mund tummeln sich Unmengen an Bakterien. Wird nun die Zahnreinigung vernachlässigt, können diese Bakterien Entzündungen verursachen. Zunächst betreffen diese Entzündungen meist nur das Zahnfleisch.

Halten sie jedoch an, können sie sich über Nervenbahnen und Blutgefäße auch im Körper ausbreiten – und dort insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel Arteriosklerose, Vorhofflimmern, Herzschwäche oder sogar einen Herzinfarkt begünstigen. Machen Sie die richtige Mund- und Zahnpflege also ruhig zu einer Herzensangelegenheit, sie ist es ja sowieso schon!

 

Welcher Besen kehrt am besten?

Schon seit einigen Jahrzehnten gibt es elektrische Zahnbürsten. Gänzlich verdrängen konnten sie die herkömmliche Zahnbürste aber bisher nicht. Und das obwohl vor allem die Zahnzwischenräume mit den relativ breiten Bürstenköpfen der üblichen Zahnbürsten nur begrenzt und mit der richtigen Technik gereinigt werden können: nämlich, indem Sie vom Zahnfleisch zur Kaufläche hinauf- bzw. hinab bürsten, wodurch die äußeren längeren Borsten Speisereste aus den Zahnzwischenräumen befördern. Eine kleine Stoppuhr hilft zusätzlich, beide Seiten gleich lange (und möglichst gleich gründlich) zu putzen – übrigens am besten mit Fluorid, denn das stärkt den Zahnschmelz.

Einfacher haben es Verbraucher da mit einer elektrischen Zahnbürste. Die entfernt durch Rotation und Vibration Beläge und Essensreste einfacher als eine herkömmliche Bürste. Außerdem sorgt der meist integrierte Timer dafür, dass wir nicht zu kurz oder einseitig putzen. Ein weiterer Pluspunkt: Durch den im Vergleich kleinen Bürstenkopf gelangt man auch an schwierig zu erreichende Stellen.

Verfügt die Bürste dann auch noch über einen Andruckschutz, der Schäden durch zu festes Putzen verhindert, können Sie kaum mehr für Ihre Zahngesundheit tun – zumindest, was die Bürste angeht. Wechseln müssen Sie Ihre Zahnbürste aber trotzdem regelmäßig, ganz egal, ob Sie nun per Hand oder elektrisch putzen. Sorgen Sie also für Ersatz, sobald sich die Borsten zur Seite biegen.

 

Der 25. September ist der Tag der Zahngesundheit!

Um auf die Bedeutung der Zahn- und Mundhygiene aufmerksam zu machen, findet jedes Jahr am 25. September der Tag der Zahngesundheit statt. Rund um lokale und regionale Veranstaltungen können sich Interessierte dann wieder umfassend zu nahezu allen Bereichen der Zahn- und Mundhygiene informieren. Und da diese Zahn- und Mundhygiene schon von klein auf notwendig ist, lautet das diesjährige Motto auch: Gesund beginnt im  Mund – in Kita & Schule!

 

Zahnpflege für Kinder

Schon früh wird Kindern beigebracht, wie wichtig die regelmäßige Zahnpflege ist. Gerade in den ersten Lebensjahren fällt sie aber meist immer noch in den elterlichen Verantwortungsbereich. Und diese Verantwortung sollte nicht vernachlässigt werden, denn Kinderzähne haben einen Zahnschmelz, der besonders stark von Karies angegriffen und zerstört werden kann. Die tägliche Zahnpflege sollte daher mit dem Durchbruch des ersten Zahns beginnen. Die Aussage, dass die ersten Zähne ja ohnehin nur Milchzähne seien und daher keiner richtigen Pflege bedürfen, darf man dagegen getrost als Ausrede werten. Denn sind die Milchzähne erst einmal durch Karies angegriffen, kann diese auch die später durchbrechenden Zähne gefährden. Außerdem kann der frühzeitige Verlust von Milchzähnen die Gebissentwicklung des Kindes erheblich beeinträchtigen. Kinderzähne müssen deshalb sorgfältig gepflegt werden. Das bedeutet: Sobald der erste Zahn durchgebrochen ist, diesen einmal täglich mit einer weichen, feuchten Bürste und etwas Kinderzahncreme reinigen.

Ab zwei Jahren kann dann auch zweimal täglich geputzt werden. Mit drei Jahren sollte das Kind langsam damit beginnen, die Zähne selbst zu putzen. Dabei kann es sich an der KAI-Methode orientieren, also erst die Kauflächen, dann die Außenflächen, und schließlich die Innenflächen. Aber Vorsicht: Bis zur Einschulung kann es notwendig sein, das Zähneputzen zu kontrollieren und gegebenenfalls noch einmal nachzuputzen.

 

Professionelle Zahnreinigung und Zahnaufhellung

Als Ergänzung der täglichen Pflege schwören manche Menschen auf eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt. Ob das sinnvoll für die Prophylaxe von Karies, Zahn-

fleischentzündungen oder Parodontitis ist, gilt als umstritten. Nach Angaben der AOK gibt es hierzu bisher keine wissenschaftlichen Belege. Manchmal ist der Grund für eine solche Zahnreinigung aber auch gar nicht die Zahngesundheit, sondern die oftmals zu beobachtende anschließende Helligkeit der Zähne. Die hat auch das sogenannte „Bleaching“ zum Ziel. Dabei wird ein konzentriertes Aufhellungsmittel direkt auf den Zahn aufgebracht und mit Licht oder Laserlicht aktiviert. Der so entstehende Sauerstoff bleicht dann die Zähne.

Zuletzt wird der aufgehellte Zahnschmelz mit Fluoriden gehärtet. Entsprechende Bleichmittel gibt es übrigens auch für den Einsatz zu Hause. Verbraucher sollten vor deren Benutzung aber unbedingt mit ihrer Zahnärztin oder ihrem Zahnarzt sprechen, da bei falscher Anwendung schwere Schäden am Zahnfleisch drohen.

 

Finanzielle und gesundheitliche Vorteile durch regelmäßige Vorsorge

Einst bemerkte Wilhelm Busch: „Ein Zahn, ein hohler, macht mitunter sogar die faulsten Leute munter.“ Nun kann das erst einmal vieles bedeuten, zum Beispiel, dass Armut und Hunger zur Arbeit anspornen. Allerdings eben auch, dass Zahnschmerzen oftmals selbst die größten Zahnarztmuffel in die Praxis treiben. Günstiger wäre es allerdings, wenn man sein Gebiss auch ohne akuten Schmerzreiz mindestens einmal im Jahr vom Zahnarzt kontrollieren lassen würde. So könnten Probleme rechtzeitig erkannt und frühzeitig behoben werden.

Mithilfe eines Bonusheftes können Sie am Ende sogar ordentlich sparen, denn wenn Sie Ihr Bonusheft ordentlich führen und über einen Zeitraum von fünf Jahren nachweisen können, dass Sie regelmäßige Untersuchungen beim Zahnarzt wahrgenommen haben, erhöht sich der Festzuschuss zum Zahnersatz. Und diese Erhöhung kann sich sehen lassen: von 60 auf 70% der durchschnittlichen Kosten der Regelversorgung. Bei möglichen Kosten von mehreren tausend Euro läppert sich das natürlich schnell.

Einzige Einschränkung: Sie müssen hierfür gesetzlich versichert sein. Wenn dann aber noch eine Zahnzusatzversicherung vorliegt, können selbst umfassende Sanierungsmaßnahmen gestemmt werden, ohne dass Sie sich einen finanziellen Bruch heben.

 

Was tun bei Panik vorm Zahnarzt?

Es gibt Menschen, die gehen gerne zum Arzt. Die sind aber eher selten. Viel häufiger trifft man auf Zeitgenossen, die den Arztbesuch meiden wie der Teufel das Weihwasser. Und ganz vorne mit dabei unter diesen gern gescheuten Ärzten ist der Zahnarzt. Nun verfügt der mit Spritze und Bohrer zwar über ein beeindruckendes Instrumentarium, im Vergleich zu anderen Ärzten ist das aber sogar noch sehr übersichtlich. Überhaupt: Wer den Zahnarzt zu lange scheut, wird irgendwann gar keine Wahl mehr haben, als ihn schließlich doch aufzusuchen – und dann muss eventuell auch gebohrt werden, Zähneklappern hin oder her.

Das Versprechen einer Vollnarkose ist da meist nur ein schwacher Trost. Nachhaltiger ist es, die Angst zu erkennen und abzubauen. Das kann zum Beispiel durch eine sogenannte kognitive Verhaltenstherapie geschehen. Dabei werden Probleme erkannt und im Hier und Jetzt an Lösungsmöglichkeiten gearbeitet. Auch Hypnose kann ängstlichen Patientinnen und Patienten helfen, sich von ihrer Angst zu lösen. Wer nicht ganz so panisch ist, lässt sich vielleicht auch durch Beistand beruhigen, zum Beispiel wenn Lebenspartner oder ein Elternteil etwas die Hand halten. Ein Fragenkatalog kann ebenfalls helfen, den Termin zu strukturieren und alle Bedenken ansprechen zu können.

 

Denn letztlich geht es doch genau darum: dass Sie ohne Angst und Bedenken den Mund aufmachen können, um zu sagen, was Sie denken und fühlen!

 

 

 

 

 

 

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