©drubig-photo_AdobeStock

 

Lasst uns gesund und munter sein!

Die nun schon zweiten Weihnachtstage während der Corona-Pandemie rechtfertigen wohl eine leichte Änderung des Titels des bekannten Weihnachtsliedes „Lasst uns froh und munter sein“. Denn bereits seit Längerem wünschen wir uns in Briefen oder E-Mails immer wieder, dass wir gesund bleiben. Und wem das bislang gelungen ist, der hat zumindest schon einen guten Grund, auch während des Festes froh zu sein.

 

Eigentlich ist der Dezember mit seiner adventlichen und weihnachtlichen Stimmung eine Zeit, in der man sich auf seine Verwandten und Freunde freuen sollte. Man besucht sich, tauscht sich über das Erlebte aus und besinnt sich auf die Dinge, die abseits vom Alltagsstress wirklich wichtig sind. Corona hat hier im vergangenen Jahr eine ziemlich heftige Zäsur gesetzt.

Und auch wenn Wissenschaftler darauf hoffen, dass 2022 zumindest in Deutschland ein Ende der Ausrichtung unserer gesamten Gesellschaft auf das Virus bringen könnte, wird dieses je nach aktueller Entwicklung der Pandemie auch bei diesem Weihnachtsfest noch eine bedeutende Rolle spielen. Dies stellt vor allem für Menschen, die allein leben, eine große Herausforderung dar. Aktuell ist es für eine völlige Rückkehr zur Normalität wohl noch zu früh.

 

Sich selbst und anderen Schutz schenken

Besser dran sind da ohne Zweifel die, die sich schon gegen Covid-19 haben impfen lassen. Denn sie sind nicht nur erheblich besser vor der Infektion geschützt, sondern können auch von den Vorteilen der 2G- oder 3G-Regeln profitieren. Vielleicht nimmt der eine oder andere die adventliche Stimmung ja auch zum Anlass, sich selbst und seinem Umfeld ein besonderes Geschenk der Sicherheit zu machen und sich – so noch nicht geschehen – nun für die Impfung zu entscheiden. Damit bekommt man gleichzeitig je nach Impfstoff einen rund 90% höheren Schutz gegen die Infektion, Krankenhauseinweisungen und natürlich gegen einen tödlichen Verlauf von Covid-19.

Bereits geimpfte Menschen, die älter als 70 Jahre sind oder die durch bestehende Krankheiten ein höheres Risiko haben, sollten zudem mit ihrem Arzt besprechen, ob für sie eine dritte Auffrischimpfung infrage kommt. Dies empfiehlt auch die Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut. Denn damit sind auch für ein besinnliches und gesundes Weihnachtsfest im Kreis der Lieben die allerbesten Voraussetzungen geschaffen. Und nicht zuletzt können sich die Großeltern dann auch deutlich sorgenfreier auf das gemeinsame Feiern mit Kindern und Enkelkindern freuen.

 

Sich gemeinsam auf das Fest Einstimmen

Die Festtagsstimmung muss sich auch nicht erst am Heiligen Abend einstellen. Denn Weihnachten und der Advent sind viel mehr als das Warten auf und das Austauschen der Geschenke. Viel wertvoller für alle Beteiligten ist es, sich gegenseitig einfach Zeit zu schenken und gemeinsam etwas zu unternehmen. So müssen auf den bunten Tellern beispielsweise auch nicht immer gekaufte Produkte der Süßwaren-Industrie landen.

Eine generationsübergreifende „Weihnachtsbäckerei“ sorgt nicht nur für die Kekse, die die Zuckerbäcker ohnehin am liebsten mögen, sie macht auch schon vor den eigentlichen Feiertagen jede Menge Spaß. Vor allem die Kleinsten haben ihre helle Freude daran, zu mischen, zu kneten und zu dekorieren. Und ihr begeistertes Lachen fegt selbst eine möglicherweise trübe Stimmung der Eltern oder Großeltern von einem Moment auf den anderen weg. Eigentlich sind es genau solche Momente, die den besonderen Geist und den Zauber der Weihnacht erst ausmachen.

 

„Demokratische“ Menüplanung und Zubereitung

Und das gilt nicht nur für die Naschereien. Ohne Frage gehören für viele Menschen auch besonders leckere Speisen auf den gedeckten Weihnachtstisch. Ob es sich dabei immer um den zwar sehr schmackhaften, aber auch besonders fettreichen Gänse- oder Entenbraten handeln muss, ist aber ebenso wenig in Stein gemeißelt wie die in vielen Familien geltende Regel, dass die Zubereitung des Mahls immer nur einer Person obliegt. Wagen Sie doch bereits bei der Auswahl des Menüs mehr Demokratie und nutzen sie einen der Adventssonntage dafür, mit allen Mitessenden über die Speisefolge an den Festtagen zu sprechen und dann auch gemeinsam über die konkrete Speisekarte zu entscheiden.

Je nach persönlichem Geschmack können Sie dabei natürlich auch leckere Fischgerichte ins Gespräch bringen. Vielleicht können Sie dabei auch schon überlegen, wie jeder Anwesende je nach Fähigkeit in den Zubereitungsprozess mit einbezogen werden kann. Nicht nur das gemeinsame Essen, sondern auch das Kochen mit allen Beteiligten kann nämlich auch eine lustige Sache werden. Und diese Vorgehensweise hätte ganz nebenbei noch einen weiteren Vorteil: Da so alle Anwesenden an der Produktion des Festmahls beteiligt waren, hält sich eine immer mögliche anschließende Meckerei ganz sicher in engen Grenzen.

 

Wer passt (nicht) zu wem?

Ob das insgesamt gilt, kann jedoch nicht garantiert werden. Gerade wenn Menschen zusammenkommen, die sich schon längere Zeit nicht gesehen haben oder selten zusammen sind, gibt es nicht nur eitle Freude. Manchmal treten dann auch urplötzlich unterschwellig schwelende Streitigkeiten zutage, die allen das Fest der Freude und des Friedens ganz schön vermiesen können. Vielleicht sollten die Einladenden schon im Vorfeld darauf achten, dass zum Beispiel Tante Frieda und Onkel Erwin immer wieder dazu neigen, sich lang und ausgiebig miteinander zu streiten. Und dieses Potenzial könnte sich in diesem Jahr angesichts des bei vielen durch die Corona-Zeit ohnehin bestehenden Grundstresses dann möglicherweise geradezu explosiv zu entladen. Wenn man dennoch beide sehen möchte, wäre es dann vielleicht eine gute Idee, die Tante am ersten und den Onkel am zweiten Weihnachtstag einzuladen.

 

Auch der Weihnachtsbaum kann nachhaltig sein

Zu den Riten, die viele Menschen mit dem Weihnachtsfest verbinden, gehört auch ein schön geschmückter Baum. Dass dieser Brauch angesichts des Klimawandels nicht mehr wirklich in die Zeit passt, ist dabei vielen Christbaumkäufern wohl bewusst. Wer dennoch nicht darauf verzichten möchte, kann manchmal schon bei der Auswahl des Baums dazu beitragen, seinen ökologischen Fußabdruck nicht allzu riesig werden zu lassen. Menschen, die einen eigenen Garten haben, können sich beispielsweise für ein Exemplar mit Wurzeln entscheiden, das dann nach den Feiertagen wieder eingepflanzt werden kann.

Und auch der Baumschmuck lässt sich umweltverträglich auswählen. Diese Dekorationen können zwar zunächst etwas teurer sein, lassen sich aber über Jahre hinweg wiederverwenden. So rechnet sich das langfristig nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die eigene Geldbörse. Schließlich kann man den Christbaumschmuck später an seine Kinder weiterreichen und so eine eigene Familientradition begründen.

 

Gemeinsamkeit schenken

Etwas mehr Gedanken sollte man sich in diesem Jahr vielleicht auch über die Geschenke machen, mit denen man seinen Liebsten zum Fest eine besondere Freude bereiten will. Damit dies auch wirklich gelingt, sollte man dafür auch bewusst ausreichend Zeit einplanen. Denn die Beschenkten freuen sich über ein sorgfältig und zu ihnen passendes Präsent garantiert mehr als über eine Vielzahl in großer Hektik zusammengesuchter Mitbringsel, deren Attraktivität manchmal nicht einmal die Weihnachtszeit überdauert. Dies gilt auch und besonders für Kinder. Gerade wenn die Großeltern weit weg wohnen und die Eltern beruflich stark eingespannt sind, freuen sich diese über gemeinsame Erlebnisse und eigens für sie reservierte Zeit oder Ausflüge oft mehr als über Hightech-Spielzeug für das kurzfristige Vergnügen.

Außerdem kann man so jede Menge Abfall vermeiden. Es gehört nämlich kaum zur weihnachtlichen Tradition, dass an nur einem Tag mehr Müllsäcke gefüllt werden als sonst in mehreren Monaten. Will man dennoch etwas so verpacken, dass nicht jeder sofort sieht, was genau da unter dem Baum liegt, muss es auch kein speziell dafür gedrucktes Weihnachtspapier sein, das oft geradezu achtlos in Sekunden zerrissen wird und damit nicht mehr verwendbar ist. Die reine Verhüllung des Inhalts gelingt auch mit normalem Zeitungspapier, alten Kalenderblättern oder auch bunten Stofftüchern wunderbar und verdient geradezu das Prädikat der Nachhaltigkeit.

 

Auch an andere denken

Vielleicht ist aber auch jetzt die Zeit dafür, an die zu denken, die deutlich weniger Glück gehabt haben als man selbst – trotz aller Einschränkungen durch die Pandemie. Denn davon gibt es im Jahr 2021 sehr viele – im Ausland, aber auch hierzulande. Neben denen, die ihre Arbeit oder sogar Angehörige durch Corona verloren haben, ist die Bevölkerung in vielen Ländern der Welt weltweit Opfer von Umweltkatastrophen geworden. Dazu gehören auch Teile der Bundesrepublik. Im Westen von Deutschland haben viele Menschen teilweise ihre komplette Existenz verloren und warten immer noch auf die eigentlich zugesagte Hilfe. Gerade in diesem Jahr sind damit sehr viele Betroffene auf die Spendenbereitschaft derjenigen angewiesen, denen es besser geht.

Aus der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens wissen wir, dass es auch und gerade zum Geist der Weihnacht gehört, an andere zu denken und ihnen zu helfen. Und manchmal macht dies denen, die geben, mindestens die gleiche Freude wie denen, die auf Unterstützung angewiesen sind.

Eigentlich ist es gar nicht so viel, was man tun muss, um das Weihnachtsfest in diesem Jahr neu zu beleben und so womöglich noch schöner zu machen. Motiviert sollten wir dazu sein, denn wenn die Corona-Pandemie eines gelehrt hat, dann ist es die Tatsache, dass nichts selbstverständlich ist. Geben Sie deshalb einfach ein wenig mehr acht: auf sich selbst, auf Ihre Gesundheit und auf die Bedürfnisse derer, die Sie lieben. In diesem Sinne wünscht der Apotheken Kurier Ihnen und Ihren Lieben eine schöne Vorweihnachtszeit sowie ein ebenso frohes wie besinnliches Fest.

 

 

 

 

 

 

Startseite