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Der Apotheken-Kurier-Leserservice für Gesundheitsfragen

In den nächsten Ausgaben bietet der Apotheken Kurier seinen Lesern den Service, der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) Fragen zu medizinischen und sozialrechtlichen Themen stellen zu können und interessante Fragen und Antworten anonym zu veröffentlichen.

Die UPD (www.patientenberatung.de) ist eine gemeinnützige Einrichtung, die im gesetzlichen Auftrag (§ 65b Sozialgesetzbuch V) Ratsuchende aus ganz Deutschland zu medizinischen oder sozialrechtlichen Themen berät – unabhängig davon, ob sie gesetzlich, privat oder gar nicht versichert sind.

  • Wenn auch Sie Fragen zu medizinischen oder sozialrechtlichen Themen an die UPD haben, schicken Sie diese bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, damit wir sie weiterleiten können. Alternativ können Sie sich auch unmittelbar über die unten angegebenen Kontaktdaten an die UPD wenden.

 

UPD Heike Morris

 

Frage eines Patienten (32): Ich wurde vor zwei Monaten am rechten Knie operiert. Seit vier Wochen fühlen sich meine Zehen taub an. Die Vorstellung, dass das Taubheitsgefühl bleibt, macht mir Angst. Handelt es sich um einen Behandlungsfehler? Was kann ich machen? 

 

Heike Morris, Juristische Leiterin der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD): Ich verstehe Ihre Sorgen. Die UPD wird oft von Ratsuchenden kontaktiert, die wie Sie einen Behandlungsfehler vermuten und wissen möchten, was sie tun können. 

 

Wann liegt ein Behandlungsfehler vor?

Vor jeder ärztlichen Behandlung schließen Sie mit Ihrem Arzt einen Behandlungsvertrag. Dieser verpflichtet den Arzt, Ihre Behandlung gemäß den zum Zeitpunkt der Behandlung geltenden Facharztstandards durchzuführen. Ein Behandlungsfehler liegt vor, wenn der Arzt dagegen verstößt und Ihnen dadurch ein körperlicher oder finanzieller Schaden entsteht. Mögliche Schäden sind beispielsweise ein Verdienstausfall, Pflegekosten, Schmerzen oder körperliche Einschränkungen.

 

Sie müssen den Behandlungsfehler beweisen

Wenn Sie einen Behandlungsfehler vermuten, müssen Sie dem Arzt nicht nur nachweisen, dass er Sie fehlerhaft behandelt hat, sondern grundsätzlich auch, dass Ihnen dadurch ein relevanter Schaden entstanden ist. Dafür benötigen Sie ein medizinisches Gutachten. Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche aus Behandlungsfehlern müssen Sie innerhalb von drei Jahren geltend machen. Die Frist läuft ab dem Ende des Jahres, in dem Sie von dem möglichen Behandlungsfehler erfahren haben oder hätten erfahren können, in Ihrem Fall also ab dem

  1. Dezember 2018.

  

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Ihr Arzt muss Sie auf Nachfrage über mögliche Behandlungsfehler aufklären. Im besten Fall ist eine gütliche Einigung möglich. 

 

Holen Sie ein medizinisches Gutachten ein

Ist eine Einigung nicht möglich, informieren Sie die Klinikleitung und die hauseigene Beschwerdestelle über Ihren Verdacht und fertigen Sie ein Gedächtnisprotokoll an. Fordern Sie außerdem eine Kopie Ihrer Patientenakte an. Diese dient als Basis für das medizinische Gutachten. Wenn Ihre Krankenkasse den Eingriff gezahlt hat, bitten Sie sie um Unterstützung. Das geschieht in der Regel durch eine Gutachtenerstellung des MDK.

Sie können sich mit Ihrer Bitte auch an die Gutachterkommission oder Schlichtungsstelle der zuständigen Landesärztekammer wenden (www.bundesaerztekammer.de/ueber-uns/landesaerztekammern/adressen).  

 

Bei Schadensersatzforderung: Schalten Sie einen Fachanwalt ein

Wenn sich der Behandlungsfehler bestätigt und Sie Schadensersatz geltend machen wollen, können Sie zur Unterstützung einen Fachanwalt für Medizinrecht beauftragen. Dieser vertritt Ihre Interessen in einem möglichen Verfahren vor dem Zivilgericht.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass es nicht möglich sein wird, all Ihre Fragen im Heft zu beantworten. Bei Bedarf können Sie sich deshalb direkt an die UPD wenden:

kostenfrei unter   > 0800 0 11 77 22

(montags – freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr, samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr).

 

 

 

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