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Herzensangelegenheiten: Warum gerade bei Männern Vorsorgeuntersuchungen so wichtig sind!

Der aktuelle Deutsche Herzbericht, der alljährlich von der Deutschen Herzstiftung herausgegeben wird, macht es deutlich: Männer leiden häufiger an Herzerkrankungen als Frauen. So sind Männer nicht nur öfter von Herzrhythmusstörungen betroffen, sie erleiden auch doppelt so häufig einen akuten Herzinfarkt wie Frauen.

 

„Männer müssen stärker für ihre eigene Gesundheit und besonders auch für die ihres eigenen Herzens sensibilisiert werden“, erklärt auch Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK). Fast könnte man meinen, ausgerechnet das sogenannte „starke Geschlecht“ leide an einer Schwäche des wichtigsten Muskels im menschlichen Körper.

 

Was sind die unterschiedlichen Gründe für eine Herzerkrankung?

Tatsächlich haben Studien ergeben, dass Frauen bis zu den Wechseljahren seltener einen Herzinfarkt erleiden als Männer. Als Grund hierfür vermutet man einen Schutz der Gefäße durch das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Erst nach den Wechseljahren und der Umstellung des Hormonhaushaltes ist ihr Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, ebenso hoch wie bei Männern.

Und es gibt noch einen weiteren Unterschied: Zwar holen die Frauen in Sachen Alkohol und Nikotin seit einigen Jahren stetig auf, doch noch immer trinken und rauchen Männer mehr und häufiger. Für die Herzgesundheit ist beides Gift. Hinzu kommen bei beiden Geschlechtern dann noch die psychosozialen Faktoren, beispielsweise Stress im Beruf und innerhalb der Familie.

 

Die beste Prävention erreicht man(n) durch einen gesunden Lebensstil

Um Erkrankungen des Herzens vorzubeugen, rät der BNK neben einem völligen – oder doch zumindest weitgehenden – Verzicht auf Zigaretten und Alkohol zu regelmäßigem Sport. Empfehlenswert sind Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren, Nordic Walking, Wandern und Schwimmen. So können nicht nur Blutdruck und Blutzuckerspiegel gesenkt, sondern auch schädliches Bauchfett abgespeckt werden. Außerdem sollte man sich in Stressvermeidung üben. Ist er unumgänglich, sollten Betroffene über Probleme reden und nicht in sich hineinfressen – wozu aber gerade Männer neigen.

 

Vorerkrankungen und Alter machen Vorsorgeuntersuchungen notwendig

In Deutschland kann man ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre eine Herzvorsorgeuntersuchung durchführen lassen, deren Kosten von den Krankenkassen übernommen wird. Auch bei Bluthochdruck, Diabetes oder hohen Cholesterinwerten sind solche Vorsorgeuntersuchungen empfehlenswert.

Doch: „Viele Männer nehmen Vorsorgeangebote leider nicht wahr. Dabei sind sie wichtig, um den eigenen  Gesundheitszustand zu kennen und mit dem Arzt mögliche familiäre Vorbelastungen oder weitere Risikofaktoren für Herzerkrankungen zu identifizieren“, mahnt  Dr. Smetak.

 

 

 

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