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was ist sinnvoller – die gute alte Brücke oder das Hightech-Implantat? Beide Methoden haben ihre Stärken und Schwächen.

 

Überbrücken …

Eine festsitzende Brücke besteht in der Regel aus Metall, das mit zahnfarbener Keramik verblendet wird. Kleinere Ausführungen werden häufig ganz aus Hochleistungskeramik hergestellt. „Neben einem Brückenglied, das die Lücke überspannt, sind zwei Ankerkronen notwendig, die auf die Zähne links und rechts der Lücke gesetzt werden“, erläutert der Kölner Zahnarzt und Implantologe Dr. med. dent. Jochen Schmidt*. „Zuvor müssen die Zähne allerdings wie bei einer normalen Krone abgeschliffen werden.“

Dank stabiler Metallgerüste können auch mehrere fehlende Zähne überbrückt werden. Eine Brücke ist die erste Wahl, wenn auch beide Nachbarzähne angegriffen sind, denn in dem Fall werden sie ohne Zusatzkosten mitversorgt. Die Kosten liegen bei ca. 1.500 EUR aufwärts. Die Kassen zahlen einen Festzuschuss, allerdings nur für die Kronen.

 

Lebensdauer einer Brücke: etwa 15 Jahre

Ihr Nachteil: Viele Patienten empfinden die Brücke als Fremdkörper im Mund. Schlechtsitzende Brücken können verrutschen oder wackeln, zudem ist ihre gründliche Reinigung ist nicht ganz einfach. Und es besteht die Möglichkeit, dass durch einen weiteren Zahnverlust die gesamte Konstruktion nicht mehr hält.

 

… oder einpflanzen?

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln aus Titan oder Keramik. Sie werden mithilfe von Computertechnik exakt an der Stelle eingepflanzt, die für den späteren Zahnersatz optimal geeignet ist.

„Hier ist das Abschleifen gesunder Zähne überflüssig“, erklärt der Experte, „denn Implantate werden direkt im Kiefer und nicht an den Zahnwänden befestigt wie eine Brücke.“ Bei modernen Methoden ist es auch nicht mehr notwendig, die Schleimhäute aufzuschneiden. Stattdessen stanzen Implantologen winzige Löcher. Hat der Kiefer keine ausreichende Substanz mehr, um das Implantat einzusetzen, kann an der entsprechenden Stelle der fehlende Knochen durch künstliche Ersatzmaterialien oder körpereigenes Gewebe wiederaufgebaut werden.

Ein Implantat ist teurer als eine Brücke, es kostet zwischen 1.800 und  2.500 EUR, hinzu kommen der Aufbau und die Zahnkrone. Die Kassen zahlen in der Regel keinen Zuschuss. Aber dafür hält ein Implantat bei guter Mundhygiene ein Leben lang. Fest verankerte Implantate rutschen und wackeln nicht. Sie garantieren einen perfekten Biss – allerdings nur, wenn sie perfekt eingepflanzt werden. Wer sich für ein Implantat entscheidet, sollte sich daher an einen zertifizierten Implantologen wenden. Bei Diabetes, Leukämie oder schweren Stoffwechselerkrankungen kann die Implantierung problematisch sein, ebenso bei der Einnahme bestimmter Medikamente. In diesen Fällen sollte zuvor Rücksprache mit dem Hausarzt genommen werden.

* Dr. med. dent. Jochen Schmidt ist Zahnarzt und Implantologe im Carree Dental Köln

 

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