©-Africa_Studio-AdobeStock

 

Gelenke machen den Menschen gelenkig. Das ist ein schön. Weniger schön ist, dass sie einem altersbedingten Verschleiß unterliegen. Abnutzungserscheinungen des Knorpels sind schmerzhaft und schränken die Bewegungsfähigkeit ein. Oft hilft dann nur noch ein Gelenkersatz.

 

Anatomisch gibt es echte und unechte Gelenke. Alle echten Gelenke haben im Prinzip den gleichen Aufbau. Sie bestehen aus einer Gelenkpfanne, in der ein Gelenkkopf sitzt. Beide sind durch einen Gelenkspalt voneinander getrennt, in dem sich der schützende Knorpelpuffer befindet. Das Gelenk wird von einer mit Gelenkflüssigkeit gefüllten Kapsel und Gelenkbändern umgeben. Normalerweise läuft das Gelenk im Wortsinne „wie geschmiert“. Doch nutzt der Gelenkknorpel ab und wird immer dünner, gleiten die Knochen- enden irgendwann nicht mehr glatt und reibungslos auf der Knorpelschicht, sondern Knochen beginnt auf Knochen zu reiben. Das ist äußerst schmerzhaft und führt zur Versteifung des Gelenks. Das Tückische: Knorpelschäden bleiben lange unbemerkt, bevor sie anfangen zu schmerzen.

 

Gelenkersatz

Am häufigsten verschleißen die großen, stark belasteten Gelenke, wie Hüfte und Knie oder auch Schultern. Und gerade hier wirken Beeinträchtigungen besonders einschränkend auf die Lebensqualität. Etwa 100.000 Hüftgelenke und rund 40.000 Kniegelenke werden jedes Jahr durch Prothesen ersetzt. Doch auch wenn die Implantate immer passgenauer werden und die Operationen heute meist minimalinvasiv vorgenommen werden, probieren viele Patienten zunächst lieber Alternativen aus, bevor sie sich für Gelenkersatz entscheiden. Manche nehmen jahrelang Schmerzmittel, andere setzen auf Hyaluronsäure-Injektionen, einige probieren alternative Operationsverfahren aus. Beispielsweise die sogenannte Bioprothese, bei der durch einen arthroskopischen Eingriff der verschlissene ursprüngliche Knorpel durch einen Faserknorpel ersetzt wird. Oder Goldimplantationen, bei  denen Golddrähte rund um die Gelenkkapsel angebracht werden. Das ist aber nur eine Option, wenn der Knorpel noch nicht vollständig abgenutzt ist.

 

Frühe Prävention

Viele Knorpelschäden ließen sich mit ganz einfachen Mitteln vermeiden oder zumindest hinauszögern. Allerdings sollte man damit möglichst frühzeitig beginnen. Dazu gehören gelenkschonende, regelmäßige Bewegung – der Knorpel wird durch Bewegung ernährt – und eine gesunde Ernährung, die Übergewicht vorbeugt.

Ein normales Gewicht entlastet die Gelenke. Auch Fehlstellungen im Gelenk können zu einseitigen Knorpelabnutzungen führen, beim Knie kommt das öfter vor. Lassen Sie sich von einem Orthopäden beraten. Manchmal hilft schon eine spezielle Einlage im Schuh das Gangbild zu verändern und damit das Knie zu entlasten.

 

Startseite