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Optimale Therapie senkt Infektionsrisiko für das Baby!

 

Knapp 85.000 Menschen sind in Deutschland laut Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) mit dem HI-Virus infiziert. Die meisten von ihnen sind Männer. Aber auch rund 15.000 Frauen tragen nach RKI-Schätzungen das Virus in sich. Mehr als 2.000 wissen allerdings nichts davon und erfahren es oft zum Beispiel erst während einer Schwangerschaft.

 

Denn dann werden den Frauen regelmäßig auch HIV-Tests angeboten. In Deutschland werden jedes Jahr rund 250 Kinder HIV-positiver Mütter geboren. Und auch sie können bei optimaler Therapie gesunde Kinder bekommen.

 

Schwangerschaft muss intensiv ärztlich begleitet werden

Allerdings ist dafür eine engmaschige Begleitung durch auf den HIV-Virus spezialisierte Ärztinnen und Ärzte wichtig. Beratungsstellen wie die Frankfurter AIDS Aufklärung e.V. empfehlen den Betroffenen daher, sich von Spezialisten beraten und in der Schwangerschaft begleiten zu lassen. In Frankfurt finden die Frauen diese Unterstützung beispielsweise im HIV-Center am Universitätsklinikum der Stadt. Seit 1999 führt Dr. Annette Haberl, die Leiterin des Bereichs HIV und Frauen, dort Spezialsprechstunden für HIV-positive Schwangere durch. Und diese sind wichtig, weil das Virus auf das Kind übertragen werden kann. Moderne Therapien senken das Ansteckungsrisiko für das Baby allerdings erheblich. Im optimalen Fall liegt es dann unter 1 Prozent. Dafür erhält die werdende Mutter bereits während der Schwangerschaft Medikamente, die die HI-Virusmenge in ihrem Blut so stark senken, dass sich das Baby während der Geburt kaum anstecken kann. Ohne Behandlung würde das Infektionsrisiko für das Neugeborene dagegen 20 bis 25 Prozent betragen. In der Regel raten Frauenärzte HIV-infizierten Frauen auch davon ab, ihr Baby zu stillen. Denn auch über die Muttermilch ist eine Übertragung möglich. Im Einzelfall können aber bei sehr gut eingestellter Therapie auch hiervon Ausnahmen gemacht werden, die allerdings ebenfalls nur unter strenger ärztlicher Kontrolle möglich sind.

 

Gute Planung unerlässlich

Insgesamt sind die Therapiemöglichkeiten für HIV-Infizierte heute so gut, dass sie nicht nur eine hohe Lebenserwartung haben; auch ein bestehender Kinderwunsch muss nicht unerfüllt bleiben. Dabei gilt, dass umso weniger Komplikationen zu erwarten sind, je besser die Schwangerschaft geplant ist. Ob die Zeugung auf natürlichem Wege erfolgen kann oder besser eine Schwangerschaft unter Mitwirkung der Reproduktionsmedizin anzudenken ist, sollten die künftigen Eltern ausführlich mit dem Frauenarzt und dem HIV-Mediziner besprechen. Diese können dann rechtzeitig mit einer begleitenden Therapie beginnen, die das Ungeborene schützt. Oft steht dann einer neuen Elternschaft kaum noch etwas im Wege.

 

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