©-SNEHIT-AdobeStock0

 

Zurück zum Zuckerhut

Patientengeschichte Detlef B.

 

„Schon früh zog es Detlef B. in die Ferne: In jungen Jahren arbeitete er zwei Jahre als Entwicklungshelfer in Brasilien. Sein Leben lang war der aktive Mann viel unterwegs und in einem kreativen und dynamischen Umfeld tätig. Er arbeitete im Marketing und als Werbekoordinator für ein internationales Technologie-Unternehmen.

Doch 2009 erlitt Detlef B. einen Schlaganfall. Er erholte sich zwar rasch, muss aber seither ein Medikament zur Hemmung der Blutgerinnung einnehmen, damit sich keine gefährlichen Gerinnsel bilden können. Sein Arzt verschrieb ihm einen Vitamin-K-Antagonisten (VKA). Wichtig bei diesem Medikament ist, dass der Gerinnungswert (INR-Wert) regelmäßig überprüft wird, um die Medikamentendosis bei Bedarf anpassen zu können.

In den ersten Monaten wurde der INR-Wert konventionell von seinem Arzt gemessen. „Eine mühsame Zeit – nicht nur für mich, sondern auch für meine Frau“, erzählt Detlef B. „Da ich nach dem Schlaganfall nicht mehr Auto fahren durfte, brachte mich meine Frau immer zur Praxis und wartete dort auf mich. Ich habe mich von meiner Hausärztin sehr gut betreut gefühlt. Durch die Blutabnahmen in der Vene entwickelte ich aber immer wieder Blutergüsse und meine Venen begannen langsam zu vernarben. Doch dann erzählte mir meine Ärztin von der Möglichkeit der Selbstkontrolle, bei der für die Messung des Gerinnungswertes nur noch ein Blutstropfen aus der Fingerkuppe benötigt wird. Mein neues Leben als Selbstmanager konnte beginnen.

Seit der Schulung hat sich für mich vieles geändert. Die Schulungsmitarbeiter zeigen dir, dass du auch mit einem Gerinnungshemmer ein aktives Leben führen kannst. Meine Frau war bei der Schulung dabei. Sie kann dadurch meine Erkrankung besser verstehen. Das hilft uns heute auch im Alltag. Wir wissen, wie bestimmte Lebensmittel den INR beeinflussen können, und passen unseren Speiseplan dementsprechend daran an. Meine Werte sind stabil und gefährliche Komplikationen wie Blutungen oder die Bildung eines Gerinnsels damit viel unwahrscheinlicher. Ich messe nun seit sieben Jahren selbst und mein INR-Wert liegt zu 90 Prozent im therapeutischen Bereich.“ 

Mit dieser wiedergewonnenen Sicherheit erfüllte sich Detlef B. seinen Traum: Es ging nach vielen Jahren für zwei Monate zurück nach Brasilien. „Zu dieser Zeit war ich schon Selbstmanager und vor Ort hatte ich nicht ein einziges Mal Probleme mit meinen Werten. Ich habe einfach spontan gemessen, wenn ich das Gefühl hatte, dass das Essen, die Hitze oder unser neuer Tagesrhythmus meinen Gerinnungswert beeinflusst haben könnten. Mit dem Selbstmanagement habe ich die Therapie meinem Leben angepasst – nicht umgekehrt!“

Gerinnungs-Selbstmanagement

Gegenwärtig sind in Deutschland etwa 1 Millionen Menschen auf gerinnungshemmende Medikamente in Form von Vitamin-K-Antagonisten angewiesen – vielen auch als ‚Blutverdünner‘ bekannt. Die Gründe hierfür können Vorhofflimmern, Thrombosen oder eine mechanische Herzklappe sein. Bei diesen Patienten muss regelmäßig der Gerinnungswert (INR- oder %Quickwert) überprüft werden. Bereits mehr als 200.000 Patienten jeden Alters erledigen das mit einem Gerinnungsmessgerät zu Hause selbst. Die Messung ist ähnlich einfach wie die Blutzuckermessung bei Menschen mit Diabetes mellitus: Das kleine mobile Messgerät ermittelt durch einen Tropfen Blut aus der Fingerkuppe zuverlässig und zu jeder Zeit den Gerinnungswert.

 

Startseite