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4 Fragen zum Thema „Ursachen und Möglichkeiten der Mobilisierung“ an Dr. Nicolas Gumpert 

Gelenksteifigkeit im Winter

Herr Dr. Gumpert, manche Menschen haben im Winter das Gefühl, dass ihre Gelenke steifer als sonst sind, dass sie sich weniger geschmeidig bewegen können. Ist das Einbildung oder tatsächlich so?

Das ist tatsächlich so. Es ist statistisch belegt, dass das Befinden sehr von der jeweiligen Jahreszeit abhängt. Und sobald es eben nasskalt wird, nehmen auch die Gelenkbeschwerden, insbesondere die Beweglichkeit betreffend, stark zu. Das sehen wir auch aktuell gerade wieder in der Sprechstunde. Wenn wir dann im Frühling und Sommer wieder unter Hochdruckeinfluss stehen, wenn es also wieder sonnig und warm ist, nehmen auch die Gelenkbeschwerden wieder ab oder verschwinden sogar ganz.

 

Was ist denn der Grund für diese Gelenksteifigkeit?

Einer Gelenksteifigkeit oder Schwergängigkeit liegt in der Regel eine Reizung zugrunde, die eine Entzündung hervorruft, durch die eine Schwellung auftritt, bei der Wasser eingelagert wird. Nun gibt es da aber ein Problem: Der Platz im Gelenk ist knapp bemessen und Wasser lässt sich nicht komprimieren.

Das eingelagerte Wasser blockiert also einen Teil des Bewegungsradius des Gelenks, was die Betroffenen wiederum als eine Schwergängigkeit ihres Gelenks wahrnehmen. Daneben korreliert die Gelenksteifigkeit aber auch mit dem altersbedingten Verschleiß der Gelenke. Deshalb leiden auch mehr ältere als jüngere Menschen an dieser Gelenksteifigkeit.

 

 

Welche Gelenke sind üblicherweise von diesen Gelenkblockaden betroffen?

Am typischsten sind Probleme in den Fingergelenken. Vor allem morgens nach dem Aufwachen können die Finger dann nur schwer oder unter Schmerzen bewegt werden. Das kann auch schon einmal fünf Minuten oder gar eine halbe Stunde dauern, bis diese Einschränkungen wieder wegfallen, und die Finger wieder leichter bewegt werden können. Grundsätzlich können aber alle Gelenke betroffen sein.

Schmerzen an der Wirbelsäule und im Nacken sind zum Beispiel ebenfalls relativ häufig. Auch bei einer grenzwärtig ausgeprägten Kniearthrose kann es zu einer Gelenksteifigkeit kommen, ohne dass davor eine besondere Belastung oder ein Trauma aufgetreten wäre.

 

Wie kann ich meine Gelenke in einer solchen Situation schonend mobilisieren?

Zunächst einmal sollte man versuchen, die Gelenke vorsichtig, nacheinander und ohne großen Druck durchzubewegen. Das hat zum Ziel, die Schwellung langsam aus dem Bereich des Gelenks herauszubewegen. Betroffene berichten dabei häufig, dass das Aufwärmen der Gelenke in warmem Wasser hilfreich sei, weil dadurch die Schmerzempfindlichkeit reduziert wird.

Das Durchknacken der Gelenke sollte man dagegen eher vermeiden, insbesondere bei entzündlichen Veränderungen, aber auch bei vorgeschädigten Gelenken, zum Beispiel bei einer Arthrose oder anderen degenerativen Erkrankungen.

Erfahrungsgemäß machen das die Frauen sehr gut, die Männer neigen hier aber leider – wie manchmal im Leben – zur Übertreibung und müssen sich erst an den richtigen Kraftaufwand herantasten.

 

Autor:
Dr. Nicolas Gumpert
Kaiserstraße 14
60311 Frankfurt am Main

Tel.: 069 24753120

 

 

 

 

 

 

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