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Fußpilz in der Schwangerschaft:  

Luftige Schuhe, besondere Hygiene und Eincremen

Fuß- und Nagelpilz ist lästig, lässt sich aber in der Regel gut behandeln. Betroffene Schwangere sollten keine Arzneimittel einnehmen, sondern nur Cremes, Lacke oder Sprays auftragen.  

 

Fußpilz ist weit verbreitet und gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen. Studien zufolge sind zwischen 3 und 15% der Bevölkerung von einer Infektion betroffen, Männer häufiger als Frauen. Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko tragen Menschen mit Diabetes, Immungeschwächte und Menschen mit arteriellen Durchblutungsstörungen.

 

Übertragen wird die Infektion durch sogenannte Dermatophyten. Das sind Fadenpilze, die sich durch direkten Hautkontakt oder über Hautschüppchen verbreiten und über kleine Risse oder Verletzungen in die Haut eindringen. Der Erreger lauert vor allem dort, wo es feucht und nass ist und viele Füße durchmarschieren – wie in Schwimmbädern, öffentlichen Duschen, Umkleidekabinen oder Hotelzimmern.

 

Zu den ersten Symptomen gehört ein Juckreiz zwischen den Zehen. Später rötet sich die Haut und es entstehen kleine Hautrisse, die Haut beginnt sich zu schuppen. Es können sich auch weißliche und verdickte Hautstellen bilden, die an Hornhaut erinnern, aber deutlich weicher sind.

 

Für Schwangere keine Tabletten

Fußpilz ist zwar in den meisten Fällen – und auch bei werdenden Müttern – eher lästig und harmlos als gefährlich. Aber er verschwindet fast nie von alleine. Tabletten dagegen sind zwar deutlich wirksamer, verbieten sich aber in der Schwangerschaft, da die Wirkstoffe in den Blutkreislauf gelangen können, betont der  Recklinghausener Hautarzt Reinhard Mrotzek. „Deshalb sollten Schwangere zu Cremes, Lotionen, Pulvern und Sprays greifen, deren pilzabtötende Wirkstoffe nicht von der Haut in das Körpersystem übergehen oder gar das Erbgut beeinflussen können. Mindestens genauso wichtig wie die äußerliche Behandlung sind aber für Schwangere mit Fußpilz die allgemeinen Präventions- und Schutzmaßnahmen dagegen, betont der Vertreter des Berufsverbands der Deutschen  Dermatologen:

 

  • Tragen Sie locker sitzende, möglichst luftige Schuhe, um das Milieu zwischen den Zehen möglichst wenig feuchtwarm zu halten.
  • Trocknen Sie Ihre Füße nach dem Baden oder Duschen gründlich mit einem sauberen Handtuch ab – auch hier mit besonderem Blick auf die Zehenzwischenräume.
  • Verwenden Sie immer ein eigenes Handtuch und waschen Sie dieses bei mindestens 60 Grad.
  • Bevorzugen Sie Strümpfe aus Baumwolle, die Sie täglich wechseln und auch bei mindestens 60 Grad waschen können.
  • Desinfizieren Sie ca. alle zwei Wochen sämtliche Schuhe, die Sie tragen.
  • Falls Sie Ihre Waschmaschine bei niedrigeren Temperaturen laufen lassen, verwenden Sie zumindest eine Hygiene-Spülung. (Bei 70 Grad und mehr brauchen Sie diese nicht)
  • Tragen Sie im Schwimmbad und Nassbereich von Saunen oder Fitnessstudios Badeschlappen.
  • Inspizieren Sie Ihre Füße täglich, um zu sehen, wie sich die Entzündung entwickelt.
  • Schließlich, ganz wichtig: Sobald die Haut aufgeht, beispielsweise durch kleine Risse oder weil sich Bläschen bilden, suchen Sie eine Fachärztin oder einen Facharzt auf! Denn während der Schwangerschaft ist das Immunsystem insgesamt besonders stark gefordert. Da ist es wichtig, den Fußpilz schnell einzugrenzen bzw. mögliche andere Ursachen für die Entzündung zu finden oder auch auszuschließen.

 

 

 

 

 

 

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