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Keine Frage des Alters: Die Patientenverfügung

Durch Alter, Krankheit oder Unfälle kann es leider jederzeit dazu kommen, dass wir unseren Willen nicht mehr selbst äußern können. Mit einer schriftlichen Patientenverfügung können wir jedoch vorsorglich festlegen, welche medizinischen Entscheidungen im Fall der Fälle für uns getroffen werden sollen.

 

Mit den Themen Krankheit, Hilflosigkeit und Tod beschäftigt sich kaum jemand gerne. Dabei ist gerade die bewusste Auseinandersetzung damit wichtig. Denn unter Umständen können wir unserem eigenen Willen im Ernstfall keinen Ausdruck mehr verleihen. Was wir uns für unsere medizinische Betreuung wünschen, und auch für unser Sterben, kann dann nur noch gemutmaßt werden. Um eine solche Situation zu vermeiden, können wir eine Patientenverfügung aufsetzen.

 

Entscheiden Sie, wer für Sie entscheiden darf

Eine Patientenverfügung können hierzulande alle volljährigen Bürgerinnen und Bürger verfassen. Sie dient dazu, den eigenen Willen bezüglich einer ärztlichen Behandlung oder pflegerischen Begleitung zu formulieren. Das ist insofern wichtig, als ansonsten ein Betreuungsrichter bzw. ein von ihm bestellter Betreuer gemeinsam mit den behandelnden Ärzten über diese wichtigen Fragen entscheiden muss. Zwar müssen auch diese Betreuungspersonen den mutmaßlichen Patientenwillen respektieren und ihm entsprechen. Ohne konkrete schriftliche Anhaltspunkte ist das jedoch fast unmöglich. Denn letztlich sind solche Betreuungspersonen Fremde, die weder Sie selbst noch Ihre Wünsche und Werte kennen. Ihr Ehepartner, Ihre Kinder oder andere nahe Angehörige sind hingegen nicht automatisch entscheidungsbefugt.

 

Wünsche hinterfragen und den Ängsten stellen

Wer sich mit dem Gedanken trägt, eine Patientenverfügung zu verfassen, sollte sich zunächst etwas Zeit nehmen, um einige kritische Fragen für sich selbst zu beantworten. So haben manche Menschen Angst davor, dass im Ernstfall nicht alles medizinisch Mögliche dafür getan wird, sie am Leben zu halten. Für die Chance, weiterleben zu können, würden sie auch Abhängigkeit von Angehörigen oder Pflegenden und die daraus resultierende Fremdbestimmung in Kauf nehmen. Andere fürchten dagegen, dass man sie um jeden Preis am Leben hält und nicht sterben lässt. Diese Menschen möchten lieber auf bestimmte Behandlungen verzichten – und damit auch auf das Weiterleben. Diese und viele andere grundlegende Fragen können Sie mit einer Patientenverfügung beantworten.

 

Viele Behörden und Organisationen informieren

Zwar sollte eine Patientenverfügung so konkret wie möglich formuliert sein. Dennoch muss sie unter Umständen ausgelegt werden, um einer speziellen Situation gerecht zu werden. Um möglichst viele Eventualitäten abzudecken, empfiehlt sich ein Besuch auf der Webseite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz. Dort finden Sie eine Broschüre, die Beispiele und nützliche Textbausteine enthält, um eine eigene Patientenverfügung zu verfassen. Außerdem finden Sie dort auch Informationen zu ergänzenden Erklärungen wie der Vorsorgevollmacht, der Betreuungsverfügung oder einer Organspendeerklärung. Unabhängig davon kann es auch sinnvoll sein, das private Umfeld in die Überlegungen und Entscheidungen einzuweihen. Schließlich geht es um Themen, die für uns alle wichtig sind, aber immer noch viel zu häufig tabuisiert werden.

 

 

 

 

 

 

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