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Radontherapie – natürliche Wirkung gegen Schmerzen

Erkrankungen des Bewegungsapparates, der Atemwege, und der Haut sind für Betroffene häufig mit einem hohen Leidensdruck verbunden. Zu den angewandten Therapien gehört unter vielen anderen die Radon-Therapie bzw. Radonbalneologie. Dabei werden die Patienten einer niedrig dosierten radioaktiven Strahlung ausgesetzt, um beispielsweise Schmerzen zu lindern und das Immunsystem zu stärken.

Wer „radioaktiv“ im Zusammenhang mit „Therapie“ hört, wird zunächst einmal stutzig. Doch wie schon Paracelsus wusste, macht die Dosis das Gift. In geringer Dosierung kann das Edelgases Radon eine positive therapeutische Wirkung haben.

 

Ein seltenes Gut

Radon ist ein Zerfallsprodukt von Uran, das in bestimmten Mineralien der Erdkruste vorhanden ist. Zerfällt es, entsteht über mehrere Zwischenstoffe Radium, welches dann wiederum zum Edelgas Radon zerfällt. Obwohl Uran in vielen Erdformationen und auch im Meer vorhanden ist, sind die Vorkommen nicht gleichmäßig verteilt. Radon-Heilkuren werden darum dort angeboten, wo das Edelgas aus dem Gestein austritt und oder beispielsweise mit Heilwasser an die Oberfläche transportiert wird. In Europa gibt es nur wenige Stellen mit natürlichen Radon-Vorkommen. In Deutschland bieten nicht einmal zehn Heilbäder diese besondere Radon-Therapie an.

 

Inhalieren, Baden, Trinken

Medizinisch wird Radon in Heilstollen, Heil-, Luft- und Dunstbädern sowie Trinkkuren angewendet. In einem Radon-Heilstollen halten sich die Patienten jeweils etwa eine Stunde im feuchtwarmen Klima im Berginnern auf. Sie ruhen dabei auf Therapieliegen und inhalieren die radonhaltige Luft des Stollens. Dabei wirkt die Alphastrahlung auch auf die Haut, sofern die Patienten unbekleidet sind. Empfohlen werden etwa 8–12 Einheiten bei einer drei bis vierwöchigen Kur. Wird in radonhaltigem Wasser gebadet, wird das Edelgas hauptsächlich über die Haut aufgenommen und kann daneben ebenfalls eingeatmet werden, da das Radongas aus dem Badewasser entweicht. Allerdings werden die Wannen meist abgedeckt, damit die Konzentration des Edelgases in der Wanne möglichst hoch bleibt. Die Badezeit beträgt etwa 20 Minuten. Empfohlen werden bis zu 15 Wannenbäder im Rahmen einer Kur. Bei einer Trinkkur wird das radonhaltige Heilwasser über einen längeren Zeitraum regelmäßig getrunken. Das Radon wird in diesem Fall über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Trinkmenge, Zeitpunkt des Trinkens und die Dauer der Anwendung werden individuell festgelegt.

 

Lang anhaltende Wirkung

Das Einatmen des radioaktiven Radons oder das Trinken von radonhaltigem Wasser soll das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte anregen, Schmerzen verringern und die Gesundheit fördern. Bei Erkrankungen des Bewegungsapparates können mit einer Radon-Kur Schmerzen bis zu einem dreiviertel Jahr gelindert werden. Im Rahmen der ambulanten Vorsorgeleistungen übernehmen die Krankenkassen bei einer fachärztlichen Verordnung die Kosten. Auch ein privat finanzierter Gesundheitsaufenthalt mit Radonanwendungen ist möglich.

 

 

 

 

 

 

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