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Unser Immunsystem:

Die Körperpolizei: Nichts geht über eine gute Ausbildung!

Die körpereigene Abwehr besteht aus einem angeborenen und einem erworbenen Immunsystem. Das angeborene oder auch allgemeine Immunsystem reagiert auf Eindringlinge von außen immer zuerst, und zwar schnell und heftig.

 

Auch wenn Haut, Schleimhäute und Abwehrzellen noch so gute Arbeit leisten: Manchmal vermehren sich trotzdem Krankheitserreger im Körper. Gerade in der Erkältungssaison können viele Menschen davon ein Lied singen, ganz zu schweigen von dem allgegenwärtigen C-Wort. Um auf wiederkehrende Bedrohungen schneller reagieren zu können, gibt es neben der angeborenen (unspezifischen) Abwehr die erworbene (spezifische) Abwehr.

Besonders wichtig sind dafür spezielle weiße Blutkörperchen, die sogenannten B-Lymphozyten. Sie entstehen im Knochenmark (das heißt auf Englisch „bone marrow“, daher das B) und sammeln sich danach in den Lymphknoten und der Milz.

B-Lymphozyten können Antikörper bilden. Das sind Eiweiß-Zucker-Verbindungen, die Keime und andere möglicherweise schädliche Stoffe an sich binden. Dadurch verhindern sie, dass sich die Erreger selbst an normale Körperzellen anheften und diese infizieren. Antikörper aktivieren aber auch Eiweiße, die bei der Immunabwehr helfen, und sie markieren die Erreger, sodass Fresszellen sie besser bekämpfen können.

 

Immunologisches Gedächtnis

B-Lymphozyten verfügen bei alldem auch über ein Erinnerungsvermögen. Sie merken sich, wie die Erreger, die sie schon einmal durch Antikörper markiert haben, aufgebaut sind. Falls zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal Erreger der gleichen Art anrücken, haben die B-Lymphozyten schon das „Rezept“ für die nötigen Antikörper parat und können diese blitzschnell bilden. Diese Schutzfunktion in Form des immunologischen Gedächtnisses bleibt über viele Jahre bestehen. Weil sich die spezifische Abwehr immer wieder anpasst und dazulernt, kann der Körper auch Bakterien oder Viren bekämpfen, die sich im Laufe der Zeit verändern.

 

Dieses Abwehr-Gedächtnis ist auch der Grund, warum man Krankheiten wie etwa Masern, Mumps oder Keuchhusten in der Regel nur einmal im Leben bekommt und danach „immun“ ist: Während es beim ersten Mal einige Tage dauert, bis die spezifische Immunabwehr wirkt, reagiert der Körper bei späteren Kontakten zu den jeweiligen Erregern sofort. Dadurch verläuft die zweite Infektion meist unbemerkt oder zumindest schwächer. Auch Impfungen machen sich dieses Prinzip zunutze.

 

Ebenso wichtig wie die B-Lymphozyten sind für das erworbene Immunsystem die T-Lymphozyten (T-Zellen). Auch sie werden im Knochenmark gebildet, wandern dann aber nicht in Lymphknoten oder Milz, sondern in den Thymus, wo sie heranreifen – daher die Bezeichnung T-Zellen. T-Zellen haben je nach Spezialisierung drei Aufgaben: T-Helferzellen aktivieren über Botenstoffe andere Immunzellen – v. a. die besagten B-Lymphozyten – und bringen so die spezifische Abwehr in Gang. T-Killerzellen erkennen von Viren infizierte Zellen oder Tumorzellen und zerstören sie.

T-Gedächtniszellen „merken“ sich, welcher Erreger abgewehrt wurde, und stehen bei einer erneuten Infektion bereit, um das spezifische Immunsystem schnell zu aktivieren. Die verschiedenen Zellen des erworbenen Immunsystems kommunizieren entweder direkt oder über lösliche Botenstoffe, meist Eiweiße.

 

 

 

 

 

 

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