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5 Fragen zum Thema Arthrose an Dr. Nicolas Gumpert: 

Arthrose – Möglichkeiten und Grenzen einer Therapie

Zunächst einmal ganz allgemein: Was versteht man unter einer Arthrose?

Die Gelenke in unserem Körper sind mit Knorpel überzogen, der sowohl sehr elastisch als auch glatt ist. Hierdurch wird das reibungsfreie Gleiten der Gelenkpartner aufeinander ermöglicht.

Wird diese eigentlich geschmeidige Oberfläche nun rau, dann sprechen wir in diesem Zusammenhang von Arthrose. Es handelt sich also um den Verschleiß des Knorpels im Gelenkbereich.

 

Und wie kommt es zu einem solchen Verschleiß?

Eine Arthrose ist letztlich ein ganz normaler Prozess im Rahmen des Älterwerdens. Praktisch alle älteren Menschen leiden unter mehr oder weniger stark ausgeprägten Arthrosen. Allerdings kann eine Arthrose auch die Folge eines Sportunfalls sein. Berufe, bei denen die Gelenke starken Belastungen ausgesetzt sind, können den Knorpel ebenfalls schädigen.

Darüber hinaus können Übergewicht, Gelenkfehlstellungen oder auch eine genetische Disposition zu einer Arthrose führen. Davon unabhängig leiden Frauen im Durchschnitt deutlich häufiger an Arthrosen als Männer.

 

Was bedeutet Arthrose für Betroffene?

Die Frühform einer Arthrose verursacht zunächst keinerlei Schmerzen. Selbst bei einer mittelgradigen Arthrose kann man noch völlig beschwerdefrei sein, weil der Knorpel an sich über keine Schmerzrezeptoren verfügt.

Erst im Laufe der Zeit, wenn die Arthrose weiter fortgeschritten ist, stellen sich auch Schmerzen ein, die je nach Zustand des Knorpels so ausgeprägt sein können, dass Betroffene das Gelenk kaum noch bewegen können.

 

Wie wird eine Arthrose üblicherweise behandelt?

Wir arbeiten in der Regel mit Hyaluronsäuren, wie man sie beispielsweise aus der Kosmetik kennt. Diese Hyaluronsäuren injizieren wir in den Gelenkspalt, wo sie sich im verbliebenen Knorpel einlagern. Dadurch quillt der Knorpel auf, die Elastizität wird verbessert, kleine Knorpellücken werden geschlossen. Eine weitere Form der Behandlung ist die Eigenbluttherapie. Dabei extrahieren wir Wachstumsfaktoren aus dem Blut und bringen diese in das Gelenk ein, wo sie die Knorpelregeneration unterstützen. Zudem versuchen wir immer, durch gezieltes Muskeltraining die Gelenkstabilität von außen zu fördern und Fehlstellungen zu beheben bzw. für eine Entlastung der betroffenen Gelenkpartie zu sorgen.

Ist das Gelenk allerdings irreparabel geschädigt, bleibt leider nur noch der Austausch durch ein künstliches Gelenk.

 

Gibt es denn keine Möglichkeit, geschädigten Knorpel zu regenerieren?

Leider nein. Es wurde und wird zwar intensiv geforscht, wie man Knorpel regenerieren oder ersetzen kann. Bisher sind unsere Möglichkeiten diesbezüglich aber sehr begrenzt.

Das Problem ist, dass der Knorpel nicht durchblutet wird, weshalb er sich auch nur langsam und in einem sehr begrenzten Maß regeneriert. Vielleicht wird es in einigen Jahren möglich sein, geschädigten Knorpel mithilfe von Stammzellen zu regenerieren. Zurzeit ist das aber noch Zukunftsmusik. Bisher können wir nur die Symptome lindern und den Verlauf positiv beeinflussen.

 

 

Autor:
Dr. Nicolas Gumpert
Kaiserstraße 14
60311 Frankfurt am Main

Tel.: 069 24753120

 

 

 

 

 

 

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