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Effektive Hörsysteme könnten Stress reduzieren

Jeder 5. Europäer leidet unter einer gesundheitsgefährdenden Geräuschbelastung.  Eine Studie des dänischen Forschungszentrums Eriksholm belegt jetzt, wie gut angepasste Hörsysteme das Stresslevel und die Herzfrequenz von Menschen mit Hörschwierigkeiten im Lot halten können.

 

Stark befahrene Straßen, Bauarbeiten, Krach in der Nachbarschaft – laut einer Studie der Europäischen Umweltagentur (EEA) leben mehr als 100 Millionen Europäer in einer zu lauten Umgebung. Chronischer Lärm hat negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und die Psyche – dies gilt auch für Menschen mit verminderter Gehörleistung. Jetzt hat ein Hörgerätehersteller zusammen mit dem Forschungszentrum Eriksholm neue Studienergebnisse vorgestellt, die zeigen, dass moderne Hörsysteme die negativen Auswirkungen von lauten Geräuschen auf das Stresslevel und die Herzfrequenz reduzieren können.

 

Zukunftsweisende Erkenntnisse aus Labor- und Anwenderstudien

Im zweiten Schritt der Forschung trat ein wissenschaftliches Team aus der Laborsituation heraus, um zu untersuchen, wie sich Schallveränderungen im realen Leben  auf die Herzfrequenz einer Person auswirken. Dafür arbeiteten die Wissenschaftler mit den protokollierten akustischen Daten von Nutzern mithilfe einer mit dem Internet verbundenen App. Diese glichen die Forscher mit der in 5-Minuten-Intervallen übertragenen durchschnittlichen Herzfrequenz der entsprechenden User-Wearables ab. Dabei wurde deutlich, dass unsere Geräuschkulisse zu etwa 4 % der Schwankungen der täglichen durchschnittlichen Herzfrequenz beiträgt. Am auffälligsten ist jedoch, dass Perioden mit lautem Schall die mittlere Herzfrequenz erhöhen, während der Zugang zu einer besseren Klangqualität (d. h. ein höheres Signal-Rausch-Verhältnis) diese Stressreaktion und auch die mittlere Herzfrequenz senkt, selbst wenn der klare „Sound“ auch laut ist.

 

Moderne Hörsysteme können Gesundheitsrisiken vermindern

„Lärm, der im Wesentlichen unerwünschter Schall ist, kann furchtbar ungesund sein“, sagt Jeppe Høy Christensen, Forscher am Eriksholm Research Centre. „Nachdem wir eine Verbindung zwischen Laborstudien und von Anwendern bereitgestellten Forschungsdaten herstellten, können wir heute mit Zuversicht sagen, dass wir mit unserer Hörtechnologie nicht nur die Gesundheit des Gehirns, sondern auch die des Herzens unserer Hörgeräteträger verbessern können. Die Technik macht Umgebungslärm durch die Verstärkung relevanter Geräusche effektiv weniger belastend.“ 

Moderne Hörgeräte verfügen über eine fortschrittliche Störgeräuschunterdrückung, die im Einklang mit einem tiefen neuronalen Netzwerk (DNN) arbeitet und es dem Nutzer ermöglicht, alle relevanten Klänge zu hören. Dieser völlig neue Weg der Unterstützung von Hörverlusten bricht mit der Tradition der Direktionalitätstechnologie. Letztere schränkt grundsätzlich ein, was der Hörgeräteträger zu einem bestimmten Zeitpunkt hören kann. Moderne Hörgeräte ermöglichen es dem Nutzer, natürlicher zu hören, und schaffen die perfekten Bedingungen, um die Höranstrengung und den Stress zu reduzieren. Laut Praxisstudie könnte dies das Herz-Kreislauf-System des Nutzers, der oft täglich mit lauten Umgebungen konfrontiert sind, vor erhöhten Belastungen schützen. „Unsere Forschung dient als ständige Inspiration für verbesserte Hörgerätetechnologie. Die Konsequenz der aktuellen Ergebnisse könnte sogar sein, dass Hersteller anderer Hörprodukte, wie z. B. Kopfhörer, die neue Technologie einsetzen, um die Gesundheit ihrer Nutzer zu fördern“, erklärt Jeppe Høy Christen.

 

 

 

 

 

 

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