©lhphotos_AdobeStock

 

Wenn der Körper gegen sich selbst kämpft

Ob Hautpilz, bakterieller Infekt oder schwere Viruserkrankung – auf unser Immunsystem können und müssen wir uns im Normalfall blind verlassen. Schwierig wird es, wenn unser Immunsystem einen Fehler in seiner „Verbrecherkartei“ hat und plötzlich die eigenen Körperzellen angreift. Der medizinische Begriff für eine solche Verwirrung lautet „Autoimmunerkrankung“.

 

Es gibt etwa 100 unterschiedliche Autoimmunerkrankungen, darunter so bekannte Vertreter wie Typ-1-Diabetes, Multiple Sklerose und die Hautkrankheit Psoriasis, bei der sich scharf abgegrenzte rote Flecken mit einem silbrigen Schuppenkleid bilden. Aber es gibt auch echte Exoten wie eine Erkrankung der Speiseröhre namens Achalasie, die Muskelschwäche Myasthenia gravis oder das Sjögren-Syndrom, bei dem die Speichel- und Tränendrüsen von Immunzellen angegriffen werden. In Deutschland gehören Autoimmunerkrankungen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen überhaupt: Zwischen 5 und 8% der Bevölkerung leiden unter einer oder gleich mehreren Autoimmunerkrankungen.

 

Gründe sind vielfältig und schwer einzugrenzen

Die genauen Auslöser einer Autoimmunerkrankung scheinen sehr vielfältig zu sein. Mediziner gehen mittlerweile davon aus, dass es für viele dieser Erkrankungen nicht den einen Grund gibt, sondern mehrere Faktoren zusammenkommen, bevor eine Autoimmunerkrankung ausbricht. Von besonderer Bedeutung scheint hierbei eine genetische Vorbelastung zu sein. So sind familiäre Häufungen beispielsweise bei Rheuma, Morbus Crohn und Psoriasis bekannt. Aber auch die Ernährung, insbesondere die Darmflora, scheint einen nicht unerheblichen Einfluss auf einen möglichen Ausbruch zu haben.

 

Bei einzelnen Erkrankungen konnten hingegen bestimmte Auslöser bestimmt werden. So scheinen chemische Stoffe wie Silikonstaub oder Mineralöl Gelenkrheuma zu begünstigen. Weichmacher in Plastik sollen dagegen die Schilddrüsenkrankheit Hashimoto auslösen können. Und ein systemischer Lupus soll durch manche Zusätze in Kosmetika hervorgerufen werden. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die Rolle von Stress. So treten viele Autoimmunerkrankungen genau dann auf, wenn man beruflich oder privat gerade stark gefordert ist. Der Grund: Stress kann unser Immunsystem erheblich schwächen!

 

Linderung ja, Heilung nein

Autoimmunerkrankungen verlaufen chronisch und in Schüben. Heilen lassen sie sich nicht – allerdings sind die Behandlungsmöglichkeiten mittlerweile so vielfältig, dass sich zumindest die Symptome meist gut therapieren lassen. Das kann zum Beispiel durch Kortison oder andere antirheumatische und entzündungshemmende Wirkstoffe geschehen. Bei Hauterkrankungen wie Psoriasis spielen außerdem die richtigen Pflegeprodukte eine wichtige Rolle für die Linderung der Beschwerden. Außerdem ist in vielen Fällen eine Anpassung der Lebensgewohnheiten notwendig, um die Auswirkungen der Krankheit zu lindern und einem neuen Schub nach Möglichkeit vorzubeugen.

 

 

 

 

 

 

Startseite